Dienstag, 21. Juli 2015
21.
4 Wochen bin ich jetzt wieder in Deutschland und versuche mich an dieses Land anzunähern.
Leicht wird es einem wettertechnisch echt nicht gemacht !
Es sind ja Sommerferien, eigentlich, dafür regnet es allerdings zuviel und die Temperaturen fahren Achterbahn. Von einem auf den anderen Tag ist nur der Wechsel das Beständige.

Viel Zeit also um aufzuräumen, Bilder zu sortieren und Blog zu schreiben.
Das Meiste habe ich in meiner Erinnerungskiste verstaut,



im Keller hängt die große 'Trip of my lifetime - Landkarte' mit meiner Route und allen Touren, sorgfältig mit Haftetiketten geklebt.
Echt beeindruckend, wenn man so davor steht, war eine Wahnsinnsaktion !



An der Wand in meinem Arbeitszimmer hängt ein Poster mit einer Collage von Eintrittskarten, Bustickets etc. aus der ganzen Welt, schön bunt, wie die Reise auch in echt war.



Und direkt vor mir über dem Computer hängen die Souvenirs, die ich mir aus jedem Land mitgebracht habe und die lange meinen Rucksack verziert hatten, oft bleibt mein Blick an irgendetwas davon hängen und ruckzuck sind die Erinnerungen da.



Rein statistisch lässt sich mein Trip natürlich auch so zusammenfassen:

~ 64477 Flugkilometer

~ 29336 Auto-/Bahn-/Bus-/Schiffskilometer

~ 271 Tage unterwegs

~ 251 Tage Sonne = 92 %

~ 20 Tage Regen = 8 %

~ 5000 km gewandert

~ Verloren: 1 Brille beim Baden im Pazifik in Australien

~ 2 Tage Durchfall, 1 x Sekundenschlaf, mehrfach Sonnenbrand, vor allem an den Ohren !!!

Viele haben mich seit meiner Rückkehr gefragt, was war das Beste/Coolste/Schönste/Aufregendste auf deiner Reise ?
Tja, kann ich so gar nicht beantworten, aber zu jedem Land/Kontinent habe ich mal versucht einen Gedanken komprimiert zu formulieren:

- so waren vor allem der Sternenhimmel, die Menschen und die Tiere in AFRIKA unglaublich beeindruckend

- SINGAPUR wird in meiner Erinnerung immer fast surreal schön bleiben

- soviel Verkehr und soviel Kultur auf JAVA

- das beste Wetter, die schönsten Frauen und das leckerste Essen auf BALI

- in TASMANIEN habe ich mich auf Anhieb voll verliebt

- NEUSEELAND - der spektakulärste Landschaftshammer

- AUSTRALIEN war meine Partymeile, ich muss allerdings unbedingt auch noch den Rest sehen

- COSTA RICA ist pura vida wie im Paradies

- KANADA I ( Ontario, Quebec, Sasketchewan ) - klasse Hikes, super Musikfestival und Sekundenschlaf

- Kanada II ( Nova Scotia + Neufundland ) - faszinierende Landschaften, da muss ich einfach nochmal hin

- NEW YORK CITY - ich bin eben kein Stadtmensch ;-)

Und die Moral von der 'Geschichte' ?

Ich weiß jetzt definitiv, was mir ganz wichtig ist im Leben und kenne meine Stärken und Schwächen besser als je zuvor.
Mit wenig Geld intensiv und bewusst Ziele unter schwierigen Bedingungen zu realisieren hat mir richtig Spass gemacht.
In einigen Situationen war ich allerdings aus welchen Gründen auch immer zu leichtsinnig und so 5 x habe ich extrem Glück gehabt und bin dem Tod von der Schüppe gesprungen. Auf alle Fälle hatte ich ne ganze Menge Schutzengel !

Das Zusammensein mit den vielen Menschen in den Gruppen, das Kernnenlernen und der Austausch mit Freunden aus aller Welt hat mich beeindruckt, enorm bereichert und davon überzeugt, dass unser Planet eine friedliche Überlebenschance verdient hat.

Ich kann an dieser Stelle einfach nicht alle meine neuen Freunde aufzählen, aber die allerallerwichtigsten, die mir unterwegs sehr viel bedeutet haben, dann doch:



MONI aus der Schweiz
PETE aus Neuseeland
STEFAN, GERD und OSKAR aus Deutschland
LILLY und WILL von Tasmanien
BESSIE und NAOMI aus England
MIEKE aus Belgien
JARRY aus Finnland
NICOLE aus China
MARIA und ROBERT aus Bayern und
ELIZABETH von Bali

Die vielen sozialen Ungerechtigkeiten an anderer Stelle dagegen haben mich wütend gemacht, ein Charakterzug, den ich so bewusst eigentlich nicht von mir kannte.

Konfuzius hat wie in den meisten Fällen Recht:
der Weg ist das Ziel, und es wird sicher eine Fortsetzung geben, wenn die Reisekasse wieder etwas gefüllt ist.

Und der Rat an meine Schüler ?



Lernt endlich vernünftig Englisch, denn ohne englische Sprachkenntnisse geht gar nichts im Rest der Welt. Das kleine Deutschland existiert so gut wie nicht in der medialen Wahrnehmung da draußen.

Und dabei geht es uns soo gut, nur wir in Deutschland jammern ja dauernd auf hohem Niveau, das ist eben typisch deutsch !

So, jetzt ist aber auch mal Schluss mit Blog, die Sommerferien sind halb rum und irgendwann muss ich mich ja auch mal erholen von den ganzen Reisestrapazen ;-) !!!

Nur das noch:

DANKE, Dorothea und Markus, ihr habt mir eine tolle Zeit in Tasmanien ermöglicht !!!

DANKE, Barbara, deine Gastfreundschaft in Regina/Saskatchewan war phänomenal !!!

DANKE der Flugbörse Lippstadt um das Team von Burkhard Dönnecke für eine super Beratung und Betreuung vor und während meines Trips !!!

DANKE der Bezirksregierung Arnsberg und dem Team des BK Olsberg, ohne euch wäre das Alles ja auch nicht möglich gewesen !!!




UND VOR ALLEM

DANKE, LUKAS und IRIS,

ihr wart in Gedanken immer bei mir und habt mir zuhause den Rücken frei gehalten !!!

Das werde ich nie vergessen !!!

I LOVE YOU !!!

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PS: Natürlich steht im Blog längst nicht alles - wer noch nicht genug hat, muss aktiv werden.
Mailt mir ( ullilanger@web.de ), sucht mich auf FACEBOOK, ruft mich an oder besser noch trefft euch live mit mir, ich hab' viele Geschichten zu erzählen .....

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Mittwoch, 1. Juli 2015
20. NEW YORK CITY
Nach 36 Jahren wieder mal in die Stadt, die ja angeblich niemals schläft und das nach einem einzigartigen Trip um die Welt, wo ich soviel erlebt hatte.
Ging das überhaupt, so abrupt raus aus dem kanadischen Naturparadies Nova Scotia/Neufundland und rein in die Häuserschluchten Manhattans und der Bronx ?
Lange hatte ich Amerika boykottiert, vor allem in der Zeit unter den Regierungen Bush.
Der letzte Besuch in New York noch als Student mit Freunden und Rucksack, jetzt mit Frau und Rucksack fast am Ende meiner beruflichen Tätigkeit. War schon ein irgendwie komisches Gefühl an diesem Sommertag mitten in New York auf dem La Guardia-Flughafen zu landen, es war recht warm und dunkle Wolken hingen über der Stadt.
Ein indischer Taxifahrer brachte uns in die Bronx









zu unserem stylischen Boutique Hotel Opera House.



Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass Iris stark beeindruckt war von dem, was sich links und rechts der Straßen auf den Bürgersteigen abspielte. Laut war es, es hatte sintflutartig angefangen zu regnen und die ganze Szenerie wirkte irgendwie bedrohlich.
Der nördlichste Bezirk von New York wird ja oft mit Kriminalität, Straßengangs und düsteren Gestalten assoziiert. Klar ist die Bronx ein Multi-Kulti-Mix aus Schwarzen, Latinos und Asiaten, aber die Zeit des No Go ist längst vorbei.



Die Aussichten für die Bronx sind perspektivisch gesehen gut, auch wenn die Sirenen der New Yorker Polizeiwagen eigentlich dauernd zu hören sind.



Die Bronx wird in kurzer Zeit das 'Schicksal' von Harlem teilen, wenn sich wie dort auch hier die Yuppies der Stadt einnisten und das Wohnen für den Normalbürger unmöglich machen.

Gentrifizierung, ick hör dir trapsen !

Gut also, dass wir noch ein bisschen von dem alten Flair mitbekommen durften.

Unser Hotel mittendrin, links und rechts Krimskramsläden und Snackgeschäfte jeglicher Art, jeden Morgen neu drapiert, vom Fön bis zur Melone, man konnte alles bekommen. Und zwischendurch Schreiattacken durchgeknallter Junkies oder anderer Loser der Gesellschaft, ewiges Gehupe und Bettler oder Flaschensammler, die irgendwie zu Geld kommen mussten.



Das Hotel eine Sicherheitszonenoase, großes Zimmer, dreifachverglast, der Lärm der Straße blieb außen vor, lecker Frühstück inklusive, allerdings komplett mit Plastikgeschirr- und Besteck. Da müssen sich jeden Tag riesige Abfallberge alleine in unserem Hotel angehäuft haben, Amerika eben, Umweltbewusstsein gleich null !

Am ersten Abend sind wir nur noch einkaufen und essen gegangen. Die Pizzeria war schon grenzwertig, neben uns ein weißer Polizist, der Unmengen von Essen gierig verschlang, schwitzte und garantiert nicht bezahlte, andere Gäste, die schon mit der Bestellung überfordert waren und ausrasteten und eine Inneneinrichtung mit dem morbiden Charme einer Garküche. Und immer und überall laufen mehrere Großbildfernseher auf voller Lautstärke, gemütlich ist echt was anderes.

Beim Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt dann die Überraschung, 6 Apfelsinen für 1 USD, unglaublich, nur vom Kauf des griechischen Yoghurts rät mir der Ladenbesitzer persönlich ab, der sei schon Monate alt, ich bin ja für jeden Tipp dankbar ;-).

In New York benutzt man natürlich den öffentlichen Nahverkehr und das am besten mit der Metro Card,
7 Tage für 31 USD, alle Transportmittel inklusive.

Unser Plan die Stadtbesichtigung dann vor allem mit dem Bus zu machen, scheitert allerdings schon beim ersten Versuch. Erst kommt der Bus nicht, dann fährt er eine andere Route als angegeben und wir landen in Harlem und nicht am Times Square, und beim dritten Mal braucht er für 2 km eine Stunde, da wären wir zu Fuß schneller am Ziel gewesen.
Also wird die U-Bahn das Fortbewegungsmittel unserer Wahl, vom Hotel zur U-Bahn-Station 3Ave/149 St. waren es nur ca. 100 m Fußweg. Wir konnten die Linien 5 und 2 downtown direkt bis zu den Sehenswürdigkeiten in Manhattan benutzen, Fahrtzeit ca. 25 Minuten one-way.







Per Bus und per pedes erreichen wir am zweiten Tag in New York aber irgendwie auch unser Ziel, das Empire State Building. Von hier will ich eigentlich eine Reihe schöner Fotos der Skyline des Big Apple schießen, während Iris die Zeit zum Shopping am Times Square/Broadway nutzen will. Aber dann kommt es doch anders. Um auf die Plattform des Empire State Building zu kommen, muss man sich erst einmal an einer Riesenschlange wartender Menschen anstellen. Dann kostet das Ganze ein Schweinegeld ( 55 USD ) und ich hätte dann für den Spätnachmittag des gleichen Tages ein Ticket bekommen. Darauf habe ich nun absolut keinen Bock und fädele mich wieder aus und schau mich ein bisschen in der Umgebung des Empire State Buildings um. Kleiner Tipp, alle Eintrittskarten für die Hauptattraktionen der Stadt kann man sich natürlich auch online per tablet oder Mobile termingerecht reservieren und dann entfällt die lästige Warterei. Die horrenden Preise bleiben natürlich !















Wir sind einigermaßen positiv überrascht, dass wir nach dem ersten Sightseeing-Tag in einer Nebenstraße des Broadway ein open-kitchen-Restaurant finden, das für kleines Geld ein nach unseren Wünschen live zubereitetes stir fry - Gericht im Angebot hat, was dazu auch noch lecker schmeckt.

Danach schauen wir uns noch das Rockefeller Centre und den Grand Central Station an.









Völlig erschossen sind wir bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück in unserem Hotel, Asphaltdschungel-Laufen ist echt anstrengend. Es reicht gerade noch für eine Hot Chocolate aus der Frühstücksbar, Duschen, TV, Briefing und lights out.

Am kommenden Tag haben wir uns für den Besuch des National September 11 Memorials entschieden. Der Terroranschlag auf die Twin-Towers hat Amerika damals tief getroffen und wirkt weltweit immer noch sehr nach. Oft habe ich es bei den diversen sehr scharfen Einreisekontrollen an den verschiedenen Flughäfen dieser Welt gespürt.

Wie hat Amerika dieses Stück seiner Geschichte zu bewältigen versucht ?

Zum Teil fast unamerikanisch und sehr würdevoll, möchte man sagen. An den Stellen, an denen die Twin Towers standen, befinden sich jetzt in exakt der gleichen Größe 2 riesige 'Pools' mit je einem zentralen Wasserfall. An der Beckenumrandung eingraviert die Namen der 2357 Opfer.







Um das Memorial sind im Laufe der letzten Jahre 6 neue Wolkenkratzer entstanden, da hat Amerika wieder mächtig aufgerüstet. Wer viel Zeit hat, sollte das integrierte Museum besuchen oder die St.Paul's Kirche, in denen mehr Ruhe herrscht um der Toten zu gedenken und einen Blick auf die vielen Erinnerungsstücke und Fotos vom Terroranschlag zu werfen.











Ein langer Spaziergang zur und über die Brooklyn Bridge vertreibt ein wenig die Melancholie des Ground Zero Memorial Besuchs. Unglaublich groß muss der Schmerz der Stadt gewesen sein, als die Flugzeuge die Weltmacht Amerika für einen kurzen Augenblick lahmlegten.







Unser Besichtigungsprogramm ist heute enorm groß, eine kleine Pause machen wir aber dann doch im Paris Cafe um einmal den für New York bekannten cremigen Käsekuchen zu probieren.

Danach geht es weiter zur Wall Street mit der weltgrößten Wertpapierbörse.







Im Börsenviertel finden wir auch an diesem Tag ein Lokal mit erschwinglichen Preisen und ausgesprochen gutgelauntem Personal, das uns mit Hamburgern und stir fry verwöhnt.
Von der U-Bahn-Station Bowling Green fahren wir im dichtesten Berufsfeierabendverkehr zurück in die Bronx. Die U-Bahn ist proppenvoll, da kommt man sich wirklich sehr nahe, aber insgesamt war die Stimmung immer friedlich und rücksichtsvoll, Sicherheitskräfte oder Polizei sieht man sehr selten.



Mit der U-Bahn gings auch am nächsten Morgen wieder downtown, diesmal zum Times Square und zum Broadway um mal zu checken, ob was Interessantes in Kino oder Theater lief.









Also für mich sind solche Konsummeilen in Großstädten eher uninteressant. Zum fotografieren ganz okay, viel Geld für irgendein Schwachsinn auszugeben tue ich sowieso nicht und das ewige Gedränge um überhaupt voranzukommen bei den Millionen von Touristen ist mir ein Greuel. Gottseidank war ja Iris dabei, die hat dann das mit dem Einkaufen geregelt, ich hab ein bisschen fotografiert.













Also ich war fast froh den Times Square wieder zu verlassen.

Da gefiel mir der Highline Park schon wesentlich besser, ein urbanes Gartenbauprojekt auf einer stillgelegten Bahntrasse oberhalb einer Straße zwischen Queens und Brooklyn. Dieser Garten ist reserviert für Fußgänger und bietet schöne Aussichten auf architektonisch interessante Wolkenkratzer und Kunstobjekte.













Den frühen Abend verbringen wir am Ferry Terminal nach Ellis Island und Blick auf die Freiheitsstatue .







Für den Weg zurück ins Hotel in die Bronx erwischen wir mehr durch Zufall den Express train, der nicht an allen Haltestellen hält und dementsprechend weniger überfüllt ist.
Wir hatten erneut einen ziemlich vollgepackten Tag hinter uns und buchen noch direkt online zwei Theatertickets für die Samstag-Nachmittag-Vorstellung des Broadwaydramas 'The Curious Incident of the Dog in the Night-Time' im Barrymore Theatre.
Bessy, eine Londoner Freundin aus der Australiengruppe, hatte mir in Brisbane gesagt, dass das Buch ihr absoluter Favorit sei. In dem Stück geht es um einen Abschnitt aus dem Leben eines 15-jährigen autistischen Teenagers und seine Abenteuer bei der Aufklärung eines Mordes an einem Hund.

So wurde der nächste Tag recht chillig. Am Vormittag machten wir uns auf zum Central Park. Das ist nicht nur die grüne Lunge der Stadt sondern auch der einzig wahre Rückzugsort für die New Yorker um mal runterzukommen.



Leider war das Wetter nicht optimal, trotzdem gab es viel zu sehen. Wir verließen den Central Park deshalb heute frühzeitig um pünktlich am Theater am Broadway zu sein und reihten uns die 100 m lange Warteschlange vorm Eingang des Barrymore Theaters ein.









Nach der ausverkauften Vorstellung gab es Riesenapplaus für die Zuschauer, nachher schrieben sie fleißig Autogramme vor dem Theater. Also wir Beide können einen Besuch des Stücks absolut empfehlen, oder lest wenigstens das Buch, ist wirklich genial !

Am Abend flimmern dann Hochwasserwarnungen für New York City über den Bildschirm, einige amerikanischen TV-Sender bringen ja nichts anderes als Wetter, 24 Stunden am Tag, das ist dann selbst für mich als Wetter-App-Experten zuviel des Guten ;-)

Hatte sich am folgenden Tag aber wettertechnisch alles wieder komplett beruhigt.
Die Sonne lacht vom New Yorker Firmament und wir müssen die Koffer packen. Die Vorstellung schon morgen wieder in Deutschland zu sein und damit auch das Ende meines 10-Monate-Trips erreicht zu haben ist in meinem Bewusstsein überhaupt noch nicht so richtig angekommen. New York bis zur letzten Minute auskosten, das ist erstmal unsere gemeinsame Devise.
Wir frühstücken, checken aus, deponieren das Gepäck im Hotel und ab gehts nach Manhattan und in den Central Park.













Im Laufe des Vormittags wird es zum Finale in New York noch mal richtig heiß, knapp 30 ° Grad im Schatten, als wir nach einem sündhaft teuren Abschieds-Cafebesuch ( 17 $ für 2 Kaffees + 1 Stück Kuchen ) zum letzten Mal mit der U-Bahn in Richtung Bronx fahren.



Zum John-F.-Kennedy-Flughafen hätten wir auch unsere Metro-Card benutzen können, aber mit dem ganzen Gepäck ist das praktisch unmöglich.
So wird es jetzt komfortabler, aber deutlich teurer. 65 Dollar kostet der Transferspaß per Taxi und dauert fast 90 Minuten durch den sonntäglichen Stau raus nach Queens.
Um 17.30 Uhr können wir am Air Berlin-Schalter einchecken, um 22.00 Uhr hebt der Flieger leicht verspätet ab und wir können zum letzten Mal einen Blick auf die imposante nächtliche New Yorker Skyline werfen.
Im Flugzeug dann noch 2xEssen, einen Film und so 3 Stunden Schlaf und schon landen wir am Montag, den 22.06.15 um exakt 11.27 Uhr in Düsseldorf.
Ohne große Kontrollen geht es durch den Zoll und dann steht unser Sohn Lukas bereit um uns sicher nach Hause zu fahren.
Die Wiedersehensfreude ist nach 10 Monaten besonders für mich riesengroß, nur das Wetter ist ein kleiner Schock, es regnet bei Außentemperaturen von nur + 11 ° .



Ganz langsam dringt dann eine neue Erkenntnis in mein Bewusstsein: das nächste Abenteuer steht vor der Tür: wie soll ich je wieder in einen geregelten deutschen Alltag finden ;-) ???



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19. Kanada II - Ein echter Geheimtipp: Nova Scotia + Neufundland
Eigentlich wollte ich ja zum krönenden Finale meines Sabbatjahres nach Alaska, aber die Zeit wurde knapp und der Winter war dort sehr hart und lang gewesen und schon bei den Reisevorbereitungen im Frühjahr 2014 hatte Herr Dönnecke von der Flugbörse in Lippstadt meine Aufmerksamkeit auf Nova Scotia und Neufundland im Osten Kanadas gelenkt.
Damit konnte sich auch Iris anfreunden und so kam es am 26.05.2015 zu einem erneuten Wiedersehen auf dem relativ kleinen Flughafen in Halifax. Die Maschine aus Deutschland landete leicht verspätet um 20.30 Uhr, da hatte ich schon unseren Mietwagen für die nächsten 3 Wochen klar gemacht und erste Straßenkarten von Nova Scotia am Flughafen-Info-Schalter besorgt.
Die Adresse unseres vorgebuchten ersten Hotel in Halifax gab es allerdings in meinem Navi zweimal, das fing ja gut an.
Außerdem war es spürbar kälter in Nova Scotia, dessen Slogan ' The Ocean's Playground ' war. Wir also los in unserem brandneuen schwarzen Mitsubishi, den mir eine Frau aus Bielefeld übergeben hatte, so klein ist diese Welt.
Am ersten Hotel-Stopp wurden wir dann gleich zum zweiten mit dem gleichen Namen in der Stadtmitte von Halifax weitergeleitet. Allerdings konnten wir dieses erst nach einem Umweg über eine Brücke mit Mautgebühr erreichen, da die reguläre Brücke ab 18.00 Uhr wegen Bauarbeiten für den Autoverkehr gesperrt war. Es war schon fast 22.00 Uhr, als wir endlich in unserem modernen Zimmer mit Boxspringbetten ( !!! ) angekommen waren und kurz danach darauf einschliefen.



Im Halifax-Hotel hatten wir auch unsere Reiseunterlagen bekommen, ein großes Paket 'travel documents' mit einem ausführlichen Routenplan mit Tipps, was man jeden Tag machen könnte, einem Voucher-Heft mit Gutscheinen für die vorgebuchten Hotels, Motels, Lodges oder Bed&Breakfasts entlang unserer Strecke durch Nova Scotia und Neufundland und viel wertvollem Infomaterial. Iris hatte die Reise bei DER-Tour in Deutschland gebucht und um das schon mal vorweg zu sagen, uneingeschränkt absolut empfehlenswert !!! DER-Tour hatte den Auftrag dann an den lokalen Veranstalter Canadvac abgegeben und alles funktionierte perfekt, super Quartiere und herrliche Streckenführung ! Mit einer winzigen Einschränkung: man konnte wirklich nicht alles schaffen, was empfohlen wurde, sonst wären wir jetzt noch unterwegs. Einen Tag haben wir das versucht, aber schnell gemerkt, wir müssen eine Auswahl treffen. Und so kam es zum abendlichen Briefing, bei dem wir gemeinsam die Schwerpunkte für den kommenden Tag festlegten. Das klappte ganz gut und der Urlaub war von da an sehr entspannend, obwohl wir nahezu 6000 km mit unserem scharzen Flitzer auf teils abenteuerlichen Straßen gefahren sind.

Für die Stadtbesichtigung von Halifax hatten wir wegen Iris' später Ankunft am Vortag leider nur einen halben Tag Zeit, definitiv zu wenig für diese Stadt.



Halifax wurde 1749 als Zeichen britischer Stärke in Nordamerika gegründet und liegt auf einer felsigen Halbinsel an der Atlantikküste. Wir haben uns bei unserem Besichtigungsprogramm auf die 'waterfront', die Zitadelle ( 1828 ) auf einem Hügel über der Stadt und die ' Public Gardens ' konzentriert, mehr war nicht drin.













Am Nachmittag ging es dann also raus aus Halifax in Richtung Western Shore und sehr schnell befanden wir uns in unberührter Landschaft und Natur.
Besiedelte Gebiete und echte Wildnis liegen in Nova Scotia sehr dicht beieinander und unterstreichen den einmaligen Charme dieser Provinz.
Wir sind durch Fischerdörfer gefahren bis nach Peggy's Cove mit dem Leuchtturm als Wahrzeichen des Ortes, der auf silbriggrauen von Gletschern glatt geschliffenen Granitfelsen thront.







Weiter dann auf der Lighthouse Route ( einer zweispurig ausgebauten Küstenstraße, die zu malerischen Buchten und versteckt liegenden Badestränden führt. Und abends essen wir dann nicht zum letzten Mal Fisch in einem Lokal direkt am Wasser, viel romantischer geht es nicht.









Der folgende Tag war vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten. Morgens, oder besser gesagt frühmorgens, ein Besuch bei 'Suttles and Seawinds', der Adresse für handgemachte Patchworkdecken ( Quilts ) inklusive individueller Führung. Diese Decken waren wirklich schön, aber eben auch sauteuer. Unter 500 E ging da nichts, aber gucken konnte man ja mal.





Dann ein Besuch in Lunenburg, das 1753 vorwiegend von Auswanderern aus Rheinland-Pfalz besiedelt wurde. In Lunenburg liegt ein Nachbau der 'Bounty' und es gibt Speichergebäude am Hafen, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurden.





Im Kejinkujik National Park haben wir dann zum Abschluss des Tages noch eine schöne 2,5-stündige Wanderung gemacht und ersten Kontakt zum wildlife in Nova Scotia gehabt. In allen kanadischen Nationalparks geht es übrigens gut durchorganisiert zu. Man zahlt eine Parkgebühr von etwa 6 CAD pro Person und bekommt dafür Kartenmaterial und den Sticker fürs Auto. Die Wege in den Nationalparks sind in gutem Zustand, oft board walks, und super ausgeschildert, Verlaufen kaum möglich. Das wär dann allerdings auch der Super-GAU, denn das nächste Haus oder Dorf kann schon mal meilenweit entfernt sein.









Auf der ganzen Tour durch Nova Scotia und Neufundland hatten wir wirklich schöne Quartiere, an diesem Tag zum Beispiel ein Bed&Breakfast, das von einem deutschen Ehepaar geführt wurde. Die Beiden hatten sich in Kanada ihren Traum von Freiheit verwirklicht und eine ehemalige Gaststätte für Touristen umgebaut. Wir haben dort ein leckeres Lachsgericht gegessen und abends noch Billard gespielt, Endstand 1:1 !



Gut gestärkt nach einem kanadischen Frühstück führt uns unser Weg am nächsten Tag durch riesige Laubbwälder ( Ahorn, Buchen, Pappeln und Eichen ) nach Annapolis Royal und dort in das erste Gezeitenkraftwertk Nordamerikas. Das als Prototyp gebaute Kraftwerk nutzt die Energie des gewaltigen Tidenhubs von bis zu 16m, um Elektrizität zu erzeugen. Im Informationszentrum haben wir eine exklusive Führung mit Harry Bent, der uns zudem darauf hinweist, dass vor dem Info-Zentrum ein Weißkopfseeadlerpärchen niste.











Harry's interessanter Vortrag und die Führung bis in die Tiefen des Gezeitenkraftwerks hatten unseren Zeitplan komplett durcheinander gebracht. Die Sonne brennt mittlerweile vom Himmel und wir entscheiden uns für eine kleine Wanderung an der Bay of Fundy.
In Wolfville liegt unser Hotel für die heutige Nacht, das Bloomindon Inn, ein bisschen englisch, ein wenig französisch, wiederum sehr originell, mit Stufenhilfe zum Himmelbett.
Und dann noch Smoked Salmon Crepes und Pizza zum Finale, ein rundum fantastischer Tag in Nova Scotia.











Für unseren schwarzen Flitzer war es nebenbei gesagt ein Tag der Extreme. Das Navi hatte uns 35 km Abkürzung quer durch ein Waldgebiet über Straßen geführt, die eigentlich nur für Allradfahrzeuge passierbar waren. Aber der Mitsubishi kam überall durch, Respekt !!!





Es gab auch schon mal Tage, da waren es dann nicht 100 sondern 400 km am Tag zu fahren, und da wurde dem Letzten klar, welche Dimensionen Kanada hat. Bis zu diesem Punkt unserer Reise waren die Straßen durchweg in gutem Zustand, später auf Neufundland gab es aber auch sogenannte 'pothole-Strecken', die die volle Aufmerksamkeit beim Fahren erforderten.

Im Mittelpunkt unseres nächsten Tages stand der Besuch von Cap d'or und der Joggins Fossil Cliffs. Joggins bietet eine weltweit einmalige Momentaufnahme eines tropischen Regenwalds aus dem Karbon, Bäume wurden an ihrem Standort versteinert, Fussabdrücke führen zu Nestern mit versteinerten Essensresten und in hohlen Baumstämmen wurden die ersten Reptilien konserviert.







Begeistert hatten wir zu Füßen der Klippen einen langen Spaziergang gemacht, fast sprachlos waren wir, als wir das nächste Kleinod unserer Übernachtungslocations in Little Shemogue ( New Brunswick ) erreichten, wenn da nicht ein kleiner Zwischenfall in der zweiten Nacht den positiven Gesamteindruck ziemlich ramponierte.

Aber eins nach dem anderen !

Als wir im Little Shemogue Inn ankamen, wurden wir vom Hausherren in Deutsch begrüßt und gleich ins Nebenhaus upgegradet. Diese lag einen Steinwurf vom Hauptgebäude entfernt, über eine Brücke erreichbar und absolut idyllisch in totaler Natur am Wasser mit einem traumhaften Blick auf den St.Lorenz Golf.









In diesem Traumhotel waren wir zwei Tage untergebracht, am ersten Abend wurden wir von unseren Gastgebern mit einem 3-Gänge-Abendessen überrascht und hatten danach einmalig und tief geschlafen.
Am zweiten Tag fuhren wir bei mäßigem Wetter zu den Hopewell Rocks in der Bay of Fundy. Hier kann man am allerbesten den mächtigen Tidenhub von 10 - 14 m beobachten. Die Fahrt dorthin zog sich hin und wir mussten 2,5 Stunden warten, bis wir die eigentümlichen Sandsteinformationen, die bei Ebbe sichtbar sind und 'flowerpots' genannt werden bei einer Führung über den 'Dickson Falls Trail' bewundern konnten.







In der zweiten Nacht im Little Shemogue Inn wurden wir dann gegen 01.00 Uhr wach, weil sich etliche poussierliche Mäuse über unsere Verpflegungstüte hermachten und auch keine Scheu an die Nacht legten als sie dabei mal über die schlafende Iris zu krabbeln. Da hatten wir aber die Faxen dicke, Natur hin, Natur her, das ging zu weit !
Nachdem wir alle Lebensmittel im Badezimmer in der Badewanne deponiert hatten und das Licht im Schlafraum anließen, waren die Nager in Null komma nix verschwunden. So ganz tiefenentspannt war unser Schlaf dann im Rest der Nacht aber nicht mehr ;-).

Die erste Woche unseres Nova Scotia/Neufundland-Trips war schon rum, als wir am nächsten Morgen über die Confederation Bridge das kanadische Festland ( New Brunswick ) verließen und nach Prince Edward Island ( PEI ) weiterfuhren.
Diese Brücke ist die längste über eisformendem Gewässer, hat 2 Spuren und ist 12,9 km lang.
PEI verfügt über extrem fruchtbare Böden, weshalb die Landwirtschaft eine prägende Rolle spielt.











Die kommende Nacht haben wir dann in einem sehr komfortablen Golf-Hotel verbracht. Die 18-Loch-Anlage war gut von unserem Zimmer einsehbar und perfekt gepflegt. Golf ist in Kanada Volkssport und hat überhaupt nichts Elitäres. Unser Abendspaziergang auf dem Golfplatz war allerdings etwas gefährlich, da wir mit jederzeit mit der Begegnung von verirrten Golfbällen rechnen mussten. Ein Spieler warnte uns vor seinem Abschlag explizit vor dieser Gefahr, er habe lange nicht trainiert !
Es war übrigens kalt geworden auf PEI und wir staunten, dass die Kanadier sich auch bei nur + 8°C nicht von der kurzen Hose trennten und bis zum Einbruch der Dunkelheit golften.





Unser Frühstück im Golf-Hotel war dann morgens eine Mogelpackung: Kaffee und Muffins waren das Einzige, was die Küpche hergab. Man erwartete 200 Senioren zu Mittagessen + Kaffee und war bereits voll mit den Vorbereitungen zu diesem Oldie-Event beschäftigt.





Über Woodstock und Alaska gelangen wir schließlich nach North Rustico, wo wir nach einem langen Strandspaziergang hervorragend in einem Hafenrestaurant zu Mittag essen, Lobster Roll für Iris und Seafood Bubble Bake für mich.











Im Best Western Hotel in Charlottetown übernachten wir und der Hit dieser Herberge ist ein riesiger Pool, den man durch einen unterirdischen Tunnel erreicht.
Wir machen nur einen relativ kleinen Gang durch die Stadt, es ist zwar trocken und unser Reiseführer empfiehlt einen Besuch der zahlreichen Pubs, aber wir müssen morgen früh raus um unsere online gebuchte Fähre von Wood Islands zurück nach Caribou in Nova Scotia zu erreichen.







Eigentlich bleibe ich bei Fahrten mit einer Fähre immer an Deck, da gibt es soviel zu beobachten, aber diesmal muss ich dem Nieselregen aus einem wolkenverhangenen Himmel Tribut zollen und im Salondeck bleiben. Pünktlich beim Einlaufen in den Hafen von Caribou in Nova Scotia reißt der Himmel wieder auf und die Sonne kommt durch. Insgesamt gilt es heute knapp 300 km zu fahren bis zu unserem Übernachtungsquartier in Baddeck.
Baddeck ist ein idyllisches Ressortstädtchen, sagt der Führer, uns ist es aber zu kalt um das lange per pedes zu erforschen.Unser Hotel hat einen eigenen Wellness- und Spa-Bereich, genau der richtige Ort um zu relaxen. Selbst zur Pizzeria fahren wir abends die 500 m mit dem Auto, es könnte langsam etwas wärmer werden.
Unsere Wünsche nach besserem Wetter erfüllen sich über Nacht !
Die Sonne lacht vom blauen Himmel, als wir auf dem Cabot-Trail in Richtung Cape Breton Highlands National Park fahren. Die Westküste dieses Parks zeichnet sich durch bewaldete, steil ( bis zu 430 m ) zum Golf von St.Lorenz abfallende Kliffs aus. Diese schönen Ausblicke und unseren ersten Elch in freier Wildbahn genießen wir auf dem 9,2 km langen Skyline-Trail.













Spät kamen wir an diesem Tag im Hotel an, ich glaube, wir waren die einzigen Gäste und die freundliche chinesische Studentin an der Rezeption im Ingonish Inn machte direkt nach unserer Ankunft Feierabend. Wir dagegen ab in den nächsten Pub und Fish and Chips eingefahren, Wandern macht hungrig und heute ist das Wetter auch wieder so gut, dass wir noch einen schönen Abendspaziergang am Ufer des Nordatlantik machen können.

Nur 100 km sind es am kommenden Tag bis nach North Sydney, wo wir gegen 23.00 Uhr mit der online vorgebuchten und rückbestätigten Fähre nach Port aux Basques in Neufundland übersetzen werden. Das Wetter ist gut, kein Sturm, so dass die 5 - 7 Stunden Überfahrt ein Kinderspiel sein werden.
Gefrühstückt wird aber erst einmal direkt neben unserem Hotel in einem kleinen Cafe, wo sich das halbe Dorf und vereinzelte Touristen treffen, urig eingerichtet und voller verschrobener Typen. Kaffee und Rührei sind lecker und die richtige Grundlage für den Mellow Head Trail mit wiederum spektakulären Aussichten.











In kleinen Etappen bewegen wir uns auf North Sydney zu. Wir tanken nochmal, kaufen einige Lebensmittel ein, gehen bei Mac Donalds essen und reihen uns dann um 21.00 Uhr in die Boarding-Schlange am Fährterminal ein. Eine Stunde vor Abfahrt geht dann alles sehr schnell, als Drittletzte fahren wir an Bord und werden zu unserer Kabine geleitet, die viel komfortabler ist als von uns erwartet. Eigentlich alles da, was man so braucht: Dusche, Betten, TV.
Gegen Mitternacht sind wir schon im Reich der Träume !

Eine Stunde vor dem Anlegen in Port aux Basques auf Neufundland weckt uns eine laute Bordansage per Radio, die wirklich keiner überhören kann. Das regelmäßige Tuten von Nebelhörnern lässt vermuten, dass es wettertechnisch eher bescheiden ist draußen.
Und richtig, als wir ziemlich als Erste von Bord rollen, empfängt uns Neufundland mit dichtem Nebel und Nieselregen.



Das kann ja heiter werden, denke ich mir als Berufsoptimist beim Tim Hortons - Frühstück. Und so ganz langsam verziehehen sich die Wolken und geben den Blick frei auf eine atembraubende wilde Landschaft mit Bergen, die deutlich sichtbar teilweise noch mit Schnee bedeckt sind.











Es sind noch 334 km bis Rocky Harbour an der Westküste, größtenteils auf dem TCH ( Trans Canada Highway ), der straßentechnisch zum Besten gehört, was es auf Neufundland gibt.

Wir genießen die Fahrt und haben auch ein sehr schönes Quartier für 2 Tage in Rocky Harbour, direkt am Hafen.



Im Nachhinein wird es in unserem privaten Unterkunfts - Ranking die Nummer 1 sein, weil die Lage am Rande des Gros Morne National Parks mit zu dem landschaftlich Schönsten gehört, was wir Beide je gesehen haben. Zum ersten Mal hält eine Region den Vergleich mit Neuseeland stand und das will schon etwas heißen.





Und genau dieser Gros Morne National Park ist am nächsten Tag unser Ziel. Das Zusammenspiel tief eingeschnittener Seen ( zum Teil vom Meer abgetrennte ehemalige Fjorde ) und steil aufragender, von Gletschern überprägter Tafelberge, verleihen dieser Region ihre ursprüngliche Schönheit. Unsere Stationen sind heute

Lobster Cove Head Lighthouse


Bakers Brook und Green Point




und Cove Head










Wir wandern so ca. 15 km an diesem Tag bei herrlichstem Sonnenschein und können unsere Fish & Chips am Abend in Rocky Harbour umso mehr genießen. Gerne wären wir an diesem Ort noch länger geblieben, aber es geht morgen weiter 445 km in Richtung Norden nach Twillingate, wo man laut Reiseführer mit Sicherheit Eisberge sichten kann.

Von diesem Eisbergvirus sind wir regelrecht infiziert am nächsten Morgen. Wir verlassen Rocky Harbour nach einem letzten Stopp in der örtlichen Post, wo wir einen Schwung Ansichtskarten nach Deutschland schicken. Und dann geht es ohne große Zwischenhalts on the road. Wir sehen Elche am Straßenrand und kommen durch einen gänzlich unbewohnten Teil von Neufundland, Natur pur !
Vor Twillinggate ändert sich das Landschaftsbild. Twillingate liegt am Ende einer Reihe von Inseln, die zum Teil mit kleinen Dämmen und Brücken verbunden sind. Einst war der Ort das Zentrum der Fischerei in der Notre Dame Bay, heute zählt er zu den besten Stellen um Eisberge zu beobachten.





Und schon bei unserem ersten kleinen Spaziergang am Rand des Ortes sehen wir in allerdings einiger Entfernung die ersten Exemplare von der Spezies Eisberg.







Jetzt gibt es kein Halten mehr, diese Eisberge sind so faszinierend, dass wir nicht eher Ruhe geben, bis einige gute Fotos geschossen sind. Dazu bedarf es zweier Hikes rund um Twillingate. 90 % dieser Eisberge im Nordatlantik stammt von etwa 100 Gletschern entlang der Küste von Grönland. Das Eis dieser Eisberge kann über 15000 Jahre alt sein.







Auch der nächste Tag steht noch im Zeichen des Eisbergs. In Twillingate stärken wir uns mit einem leckeren Frühstück in einem kleinen Cafe, das liebevoll von 2 älteren Damen geführt wird. Wir sehen auch an diesem Tag erst noch Eisberge, aber im Laufe der Fahrt in den Terra Nova Nationalpark ändert sich die Szenerie. Es dominieren Wälder und Fjorde.







Auf dem Weg in unsere heutige Unterkunft mitten im Nationalpark essen wir zu Abend und erreichen unser Quartier erst um 19.30 Uhr, gerade noch rechtzeitig, bevor die Damen an der Rezeption Feierabend machen. Überraschender Weise halten sie die Zutaten für ein leckeres Früstück bereit, das wir uns am nächsten Morgen in unserem kleinen Appartment selbst zubereiten können. Tiefenentspannt vertrödeln wir den Rest des Abends.





Auf unserer Weiterfahrt in Richtung St.John's müssen wir natürlich in DILDO halten ;-).





Das freundliche Angebot eines Fischers mit ihm rauszufahren um evtl. Wale zu sichten ist zwar gut gemeint, es ist aber so frisch draußen, dass wir dankend ablehnen. Im Laufe des Tages wird es für neufundländische Verhältnisse dann allerdings richtig heiß. so dass wir in Heart's Content am Leuchtturm den dortigen lighthouse trail in Shorts und T-shirt machen können.





Auch die beiden Fischerdörfer Cupids und Brigus präsentieren sich bei Sonnenschein natürlich von ihrer allerbesten Seite.







Kurz vor der 200000 Einwohner-Stadt St. John's, die für 2 Nächte unser Ziel von heute sind, kommt es dann noch zu einer Begegnung der absurden Art.
Aus einem Vorgarten rechts der Straße stürmt ein ausgewachsener Elch die Einfahrt runter, und kommt dabei derart ins Schlingern, dass seine Hinterbeine beim Bremsen durch seine Vorderhufe rutschen. Ein Bild zum Schreien, doch brandgefährlich für den fließenden Verkehr auf der Straße. Meinem Vordermann in einem Sportwagen gelingt es mit einem geschickten Ausweichmanöver die Kollision mit dem Elch zu vermeiden, kommt aber dabei in den Gegenverkehr, doch auch dieser Fahrer scheint Erfahrung mit solchen Situationen zu haben und weicht nach rechts aus. Alles geht gut, nur der Elch wankt leicht traumatisiert zurück in den Vorgarten um sich von dem Schock erst einmal zu erholen.
Auch wir sind stark beeindruckt von dem Elch-Stunt und vergessen fast den putzigen Waldbewohner zu fotografieren.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir danach unser Quartier für 2 Nächte in St.John's direkt am Hafen der Stadt. Nach dem Einchecken machen wir einen ersten kleinen Stadtrundgang und essen in einer hotelnahen Pizzeria zu Abend.









Der folgende Tag war vollgepackt mit Programm und so starteten wir relativ früh zur Erkundung der Avalon Halbinsel, die von Neufundland als erstes besiedelt wurde.

Das erste Highlight des Tages war dann der Besuch von Ferryland.
Auf den Klippen am Ende einer schmalen Landzunge steht der Ferryland Leuchtturm, den man nur nach 45 Minuten Fußweg erreichen kann. Und die Leute dort haben sich etwas ganz Originelles für ihre Gäste ausgedacht. Man entscheidet sich für eins der Gerichte von der Speisekarte, bezahlt, bekommt eine Decke und eine Fahne und sucht sich dann draußen in der Nähe des Leruchtturms einen schönen Picknickplatz und hisst dort die Fahne. Kurze Zeit später wird das Essen von einem Leuchtturmmitarbeiter stilgerecht in einem Korb ausgeliefert. Echt romantisch das Ganze, mit dem Blick auf die brandungsumtosten Klippen, manchmal kann man sogar Wale beobachten, damit hatten wir aber kein Glück.











Am Abend sind wir dann zu St.John's Zitadelle gefahren, von dort haben konnte man erstmal richtig sehen, wie strategisch gut die Stadt lag und welche Dimensionen sie mittlerweile hat.









Vom nächsten Tag gibt es soviel nicht zu berichten, 430 km von St.John's nach Grand Fall's Windsor, eine irgendwie merkwürdige Stadt. Den Ortskern haben wir erst kurz vor unserer Abreise gefunden, das Restaurant, wo wir abends gegessen haben, hatte den Charme einer Bahnhofswartehalle, großartig Sehenswürdigkeiten gab es nicht und zu allem Überfluss fings dann abends auch noch an zu regnen.
Das änderte sich leider auch nicht am folgenden Tag, als wir nach Cornerbrook und in die Bay of Islands fahren. Wir haben zwar noch eine kleine Wanderung zu den Steadybrook Wasserfällen gemacht, waren aber doch froh, dass unser exklusives Hotel über Riesenzimmer und einen ziemlich großen Pool verfügte, wo wir uns vergnügen konnten. Und zum essen sind wir abends nach Mc Donalds in die Stadt gefahren, die Preise im Restaurant unseres Hotels waren unverschämt hoch.
Kurzum, Bilder gibt es nicht von Cornerbrook !

Schon am nächsten Tag war die Sonne wieder da, und wir am Start zu einem hike auf den Mount Erlie im Barachois Pond Provincial Park, der auf halber Strecke zur Fähre in Port aus Basques lag. Denn unglaublich, aber wahr, kurz vor Mitternacht sollten wir Neufundland schon wieder in Richtung Nova Scotia verlassen.
Die durchtrainierte sportliche Parkmitarbeiterin hatte von einem 3-Stunden-Weg gesprochen und uns eine Karte mit gegeben. Die Wanderung war super, aber zog sich doch arg in die Länge und nach 3,5 Stunden kamen wir wieder im Tal an. Da verriet mir das Mädel vom Nationalpark dann, dass sie Thriathletin sei und den Weg hin und zurück locker in 90 Minuten mache. Respekt, die Kanadier sind einfach ein extremes Naturvolk und mit der Natur auf du und du.







Wir sind dann weiter in Richtung Süden gefahren und hatten noch ausreichend Zeit uns den wilden Küstenabschnitt östlich von Port aux Basques genauer anzuschauen. Mit einem mulmigen Gefühl sahen wir die Schaumkronen auf dem Meer. Sollte die Überfahrt heute Nacht etwa sehr stürmisch werden ?



Aber noch war ja genug Vorlaufzeit, wir besichtigten den Rose Blanche Lighthouse aus dem Jahr 1873, die Barachois Falls und sind pünktlich um 21.00 Uhr am Fährhafen. Und glücklicherweise hat sich wie durch ein Wunder der Wind gelegt.









Und dann kam die 'Shit happens'-Nummer im wahrsten Sinne des Wortes. Weil die Toilettenanlage an Bord streikte, durfte niemand auf die Fähre, bis dass der Schaden behoben war! Für die Kanadier das kollektive Signal den Motor zu starten um die Heizung im Wagen zu aktivieren.
Um 00.00 Uhr begann dann endlich das boarding, um 01.00 Uhr lagen wir in unserer Kabine und ließen uns gemütlich gen Nova Scotia zurückschippern.



Da wir ziemlich als Erste an Bord gefahren waren, kamen wir folgerichtig als Drittletzte an Land. Gefrühstückt wurde nach alter Tradition in North Sydney bei Tim Hortons und dann fuhren wir auf dem schnellsten Weg - also auf unbefestigten Schotterwegen mitten durch den Wald - zur Befestigungsanlage Fortress of Louisbourg, der stärksten und größten Festung, die jemals in Nordamerika gebaut wurde.



Errichtet durch die Franzosen, wurde es 2x von den Engländern erobert und zerstört. Hier kann man Geschichte live erleben, vor allem, wenn man einen guide, wie unseren Vanessa Redgrave-Verschnitt hat, die uns mit ihrer lebendigen Art zu erzählen voll überzeugt hat. Allerdings war es zwar sonnig, aber saukalt und nach der 90-minütigen Führung durch den originalgetreuen Wiederaufbau des Forts flüchteten wir sofort ins Cafe zu einer hot chocolate.









Vom Fort zum Louisbourg - Leuchtturm war es nicht weit:





Der Weg nach Charlos Cove, der letzten Station
unserer Rundreise zog sich arg in die Länge, da es auf der Fahrt auch hier soviel zu sehen gab. Erst gegen 19.30 Uhr erreichten wir ein letztes Traumquartier direkt am Nordatlantik.







Zu viel mehr als einem Mini-Spaziergang am Ufer vor unserem Bed&Breakfast reichte es leider nicht, dann hieß es Koffer packen und Auto entrümpeln.
Hinter uns lagen 3 Wochen in atemberaubender Natur, vor uns eine letzte Fahrt in Nova Scotia zum Flughafen in Halifax und dann das absolute Kontrastprogramm in New York City.

Besonders lecker war das Frühstück am nächsten Morgen, die Chefin vom Bed&Breakfast machte uns den Abschied von Nova Scotia nicht gerade leichter, gab uns aber den Tipp - nicht wie von uns angedacht - den kurzen, sondern den langen Weg über den TCH zum Halifax-Airport zu fahren, da er in maximal 4 Stunden zu schaffen sei. Unser Flieger sollte um 15.00 Uhr in Richtung New York City abheben.
Und dann lief alles wie geschmiert. Gegen 12 waren wir am Flughafen in Halifax, die Rückgabe unseres Mietwagens, mit dem wir knapp 6000 km gefahren waren, dauerte nur 5 Minuten, das Einchecken mit persönlicher Unterstützung nur unwesentlich länger, und dann startete auch das Flugzeug entgegen den Befürchtungen der Wetterexperten absolut pünktlich. Die heftigen Gewitter über New York hatten sich verzogen, Uli und Iris waren im Anflug auf die Bronx !

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18. Kanada I - Ontario, Quebec, Saskatchewan
Vorbemerkung 01.07.2015 :

Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland, der Trip meines Lebens ist vor einer Woche mit einem Flug von New York in die rheinische Metropole Düsseldorf zu Ende gegangen und so langsam gelingt die Eingewöhnung an deutsche/europäische Verhältnisse.
Die Bedingungen zum Blog schreiben waren noch nie so gut, die Temperaturen draußen fast so hoch wie in Costa Rica, teilweise +35°C, die Deutschen schwitzen, was das Zeug hält. Der deutsche Sommer kann sich sehen lassen !

Als ich mich in Costa Rica dazu entschieden hatte in den letzten knapp 8 Wochen meines Sabbatjahres wenigstens einen Teil Kanadas zu entdecken, wusste ich nicht, wie lebensgefährlich das für mich werden sollte.
Mein Plan war einfach, raus aus der Sonne und langsam an ein gemäßigteres Klima gewöhnen. Also buchte ich meinen Flug von San Jose nach Toronto um und landete am 04.05.15 um 23.33 auf kanadischem Boden. So weit, so gut !
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Die Kontrollen der Sicherheitsbeamten in Costa Rica waren übrigens ein Witz bei der Ausreise, aber in Miami bei der Zwischenlandung zogen die Amerikaner wieder alle Register. Die Angst vor weiteren Terrorattacken muss in Amerika nach wie vor riesengroß sein. Letzlich war ich ja auch nur ein sogenannter Überflieger mit Ziel Kanada.
In Toronto war es kurz vor Mitternacht, als ich im alten Terminal erstmal bei Subway was zu essen kaufte. Dann fuhr ich mit dem Skytrain in den neuen Terminal, weil dort in der obersten Etage bessere Bedingungen für ein paar Stunden Schlaf waren. Wobei Schlaf ist zuviel gesagt, alle Nasen lang kamen Putzfrauen, Sicherheitsleute und Piloten/Stewardessen vorbei und ließen keine echte Erholung zu.
Das sollte sich noch rächen.
Meinen Mietwagen, einen weißen Nissan-SR3, konnte ich dann nach einer Riesentasse Kaffee bei Starbucks bereits um 06.30 Uhr in Empfang nehmen, alles völlig easy.
Die 450 km nach Ottawa zu meiner originellen jail-Unterkunft dort über die Highways 401 und 416 glaubte ich in ca. 6 Stunden schaffen zu können.
Ging auch echt gut los, ich brauchte nicht nach Toronto rein, stattdessen immer weiter Richtung Osten.



Bei Denny's, einer dieser zahlreichen Frühstücksketten in Kanada, machte ich nach ca. zwei Stunden eine erste Rast und kaufte mir zudem ein 80 Dollar-Magellan-Navi mit allem Schnickschnack.
Dann ging es zurück auf die 401, die in Kanada auch Highway of Heroes genannt wird. Rechts zwei Fahrspuren, links zwei, in der Mitte dazwischen ca. 30 m Schotterpiste und rechts und links der Fahrbahnen jeweils ca. 30 m gerodete Fläche um Elche oder Bären frühzeitig beim Überqueren des Highway zu sichten. Die Straße oft km-lang geradeaus, ohne irgendein Zeichen von Zivilisation, nur sporadisch hin und wieder ein Rastplatz, manchmal mit der Möglichkeit zu tanken.

WARNING ! WARNING ! WARNING ! WARNING !

Dieser Alarmsound meines Navis in Höhe von Port Hope hat mir höchstwahrscheinlich in diesem Moment das Leben gerettet. Ich war echt eingepennt am Steuer meines weißen Flitzers und befand mich schon auf dem Schotter-Mittelstreifen ungefähr bei Tempo 115 km/h, so hatte ich das Warnsignal jedenfalls gottseidank programmiert. Irgendwie ist es mir dann in einer gefühlten Ewigkeit letztendlich gelungen, meinen Wagen unter Kontrolle zu bekommen und zurück auf die rechte Fahrbahn zu manövrieren. Viel Verkehr war nicht und alle, die nach mir kamen, reagierten super und drosselten sofort ihre Geschwindigkeit. Wahrscheinlich war ich nicht der Erste, der Opfer des Sekundenschlafs auf Kanadas Highways wurde. Bei der nächsten Gelegenheit fuhr ich dann mit einem flauen Gefühl im Magen von der Bahn und habe erstmal 2 Stunden im Auto geschlafen.
Ich hätte nie und nimmer nach der kurzen Nacht am Flughafen in Toronto losfahren dürfen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.



Der Rest der Fahrt nach Ottawa verlief dann unproblematisch, bis auf die Tatsache, dass mein super Navi die Adresse meiner Unterkunft nicht kannte. Erst der dritte Passant, den ich nach dem Weg in das Ottawa-YHA-Jail-Hostel fragte, konnte mir den richtigen Weg erklären.



Völlig platt erreichte ich am Spätnachmittag die einzige Jugendherberge der Welt, die in einem ehemaligen Gefängnis untergebracht ist. Ich bekam eine Doppelzelle zur Einzelbenutzung, den Code für die Sicherheitstür und Bettwäsche, dann checkte auf meinem Flur auch noch die Klasse 8 einer katholischen Schule samt Begleitpriester ein.
Herzlichen Glückwunsch, dachte ich noch und ging erstmal einkaufen. Um Mitternacht wurde es aber ruhig in der Herberge und ich fiel in einen tiefen Schlaf.

Nach einer erstaunlich disziplinierten Nacht, einem leckeren Knastfrühstück und einem ersten kurzen Stadtrundgang bei strahlendem Sonnenschein ist das Highlight des Tages die Führung durch die Jugendherberge unter Leitung von guide Caroline.



Die Jugendherberge für maximal 100 Gäste war bis vor 100 Jahren ein Gefängnis für Kleinkriminelle, aber es fanden auch Exekutionen durch Erhängen statt. Die Zellen ( jetzt Zimmer ) sind sehr klein und mancher Gast hat seinen Aufenthalt hier deswegen stornieren müssen.







Wir machen noch mugshots ( Fahndungsbilder ) von der Gruppe und vor allem die männlichen Gäste schauen danach das Championsleague Spiel Bayern - Barcelona, Endstand: 0:3. ;-), Sorry, Bayern-Fans !



Was mir an der YHA in Ottawa noch so gut gefallen hat, waren die Abende in der Bar oder Küche. Da traf man immer Leute aus der ganzen Welt, die wie ich mitunter schon lange unterwegs waren und gleichermaßen beeindruckt von der Freundlichkeit der Kanadier waren.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Doro, 19, aus Dortmund, die nach dem Abi nach Kanada geflogen war und nie mehr zurück wollte.
Oder Pat, 32, aus Melbourne, die in Ottawa einen Job als Bibliothekarin bekommen hatte.
Oder auch Antje, 27, aus Haarlem in Holland, die 5 Wochen quer durch Kanada fuhr und einfach nur Urlaub machte.
Meist waren es Frauen, die alleine unterwegs waren, diese Beobachtung hatte ich schon auf vielen Etappen meiner Weltreise gemacht.

Ottawa ist aber auch eine wirklich sehenswerte Stadt, Bundeshauptstadt von Kanada mit 1,2 Millionen Einwohnern und einer ganzen Reihe von Sehenswürdigkeiten, die alle zu Fuß zu erreichen sind, ideal für low budget traveller wie mich.









Besonders in Erinnerung geblieben von meinen Streifzügen durch Ottawa ist mir der 5-stündige Spaziergang am Ottawa-River, auf dem ich mehrere Kanadier traf, die mir wertvolle Tipps für die Planung meiner weiteren Route durch Ontario/Quebec gaben.
Nicht vergessen werde ich auch die Begegnung mit einem Banker, der mich fragte, ob ich denn überhaupt wisse, was ein 'true Canadian' sei. Wusste ich natürlich nicht und so klärte er mich auf: 'A true Canadian is someone who can make love in a canoe' Okay, wird sicher nicht ganz einfach sein, aber die Schwingungen könnten auch hilfreich sein.











Wer so viel wandert, muss mal was essen. Und auch das war kein Problem in Ottawa. Nicht weit entfernt von der YHA gab es ein riesiges Shopping-Centre mit Food Court, fast wie auf Hawaii, und einen guten Chinesen haben sie ebenfalls im Sortiment.
Die Abende bis Einbruch der Dunkelheit verbringen die Kanadier bei gutem Wetter durchweg in den zahlreichen Parks, mit Sport, Barbecue oder einfach nur abhängen. Ich fand das Klasse und bin oft zum Lesen, Tagebuchschreiben oder Chillen in den Major Hill Park gegangen, der war nicht weit entfernt von der YHA und da war immer was los.
Viel zu schnell ging die Zeit in Ottawa vorbei, das Wetter war super gewesen, viel wärmer als gedacht und das sollte auch in Magog so weitergehen, meinem nächsten Ziel in Quebec.

Die gut 300 km hätte ich eigentlich in 4 Stunden schaffen können, ging es doch streckenweise sogar über den TCH ( Trans-Canada-Highway ), aber ein Mega-Stau in Montreal verlängerte die Fahrtzeit um 2 Stunden. Quebec ist Kanadas größte Provinz und die Mehrheit der Bewohner spricht dort Französisch. Ich hatte mir Magog wegen seiner Nähe zum Parc National du Mont Orford ausgesucht, wo man einige schöne hikes machen konnte.



Als ich mich Magog näherte, sah ich als erstes, dass noch Schnee auf den Gipfeln der Berge lag, der Frühling im Tal aber mit Macht Einzug hielt. Es war sonnig und warm und mein kleines Bed-and-Breakfast Au Virage erwies sich als Glücksgriff und Kleinod. Ganz charmante Vermieter und ebenso nette Gäste, ganz zu schweigen von meinem schnuckeligen Einzelzimmer. Meine Euphorie war natürlich umso größer, weil ich ja zuvor 4 Nächte im Knast geschlafen hatte.

Von Magog ( so um die 30000 Einwohner ) selber habe ich außer Mc Donalds und einer Eisdiele nicht viel gesehen, denn ich wollte ja primär wandern. Und das ging da auch gut ( ab ;-)).









Ich hatte mich für den
Mont Chauve intermediate loop trail von 10 km entschieden, den man in 4 Stunden laufen konnte. Ordnungsgemäß wurde ich am Nationalparkeingang erfasst, bekam eine Karte und ein Ticket fürs Auto und dann ging ich los. Es war noch recht früh an diesem Samstag und außer mir sah ich keine Menschenseele auf dem gut beschilderten Wanderweg.





Ich hatte schon diverse Spechte und Eichhörnchen gesichtet, als nach gut einer Stunde ein Schwarzbär von links in ungefähr 50 m Entfernung auf mich zukam oder besser zulief.







Ein Foto habe ich erst noch gemacht, dann trat ich geordnet den Rückzug an, die Nummer war mir doch zu heiß. Immerhin kam dieser Bär offenkundig aus dem Winterschlaf und war möglicherweise extrem hungrig, dachte ich. Aber es sollte anders kommen. Auf meinem Rückweg kam mir ein Studentenpärchen aus Montreal entgegen, denen ich sicherheitshalber von meiner Bär-Begegnung erzählte und die waren sich absolut sicher, ein Schwarzbär würde nie ohne Not 3 Wanderer angreifen. Also entschloss ich mich kurzerhand mit den Beiden den Weg fortzusetzen und von 'meinem' Bär war auch nichts mehr zu sehen. Trotzdem haben wir den Mont Chauve in Rekordzeit erklommen, ohne eine Pause und unter sorgsamer Beobachtung des Geländes. Der Blick von oben war schön aber der Bär spukte noch lange in meinem Kopf herum. Bei den künftigen Wanderungen hatte ich immer eine Trillerpfeife dabei um potentielle Angriffe so abzuwehren.







Über Gananoque bin ich dann am nächsten Tag wieder in Richtung Westen nach Bancroft/Ontario gefahren, in die Nähe des Algonquin Provincial Parks.
Ontario zeichnet sich vor allem durch seine Seen, Flüsse und riesigen Waldgebiete aus. Bevor die Europäer die Region erreichten, bewohnten Algonkin- und Irokesenstämme das Land.









Bancroft mit seinen rund 4000 Einwohnern im Sommer kann in den Wintermonaten mit den Schneetouristen auch schon mal locker auf 60000 Einwohner anwachsern. Entsprechend groß ist dort die Zahl der Motels, Hotels und Caravan-Parks.









Ich hatte mich für 4 Tage in einem preisgünstigen Bed-and-Breakfast einquartiert, ruhig gelegen, Highspeed-Internet und nette Gäste.



Die Inhaberin war eine von einem Schlaganfall gehbehinderte Frau so um die 60, die mit Hilfe von studentischen Hilfskräften ihr Haus nach dem Tod ihres Mannes alleine weiter führte. Sie war sehr kommunikativ und politisch interessiert. Ihre gesellige Art führte dazu, dass an einem Abend alle Gäste spontan gemeinsam zum Fisch-Dinner in ein Restaurant der Stadt fuhren. Auch ihr Frühstück war gut und wegen des mäßigen Wetters - es war über Nacht kälter geworden und regnete ab und zu - und dank des schnellen W-Lans habe ich in Bancroft den Costa Rica - Blog geschrieben.
Nebenbei blieb noch genug Zeit für kleine Wanderungen rund um die Stadt und einen Ausflug in den Algonquin National Park.









Zum Ritual in Bancroft wurde mein 11 Uhr-Kaffee bei Tim Hortons, einer Institution in Kanada, vergleichbar mit starbucks, aber deutlich größerem Warensortiment, besserem Kaffee und günstigeren Preisen.






Die Zeit in Bancroft verging wie im Flug und das umso überraschender nach einer Begegnung am ersten Tag bei meiner Ankunft, als mich ein Angestellter in einem Elektronikladen fragte, was ich denn in diesem Kaff eigentlich wolle.
Und dann war ich auch noch im Kino in Bancroft, gezeigt wurde 'My old lady' und der Saal war mit 100 Zuschauern gut gefüllt.



Fast schon etwas sentimental war die Verabschiedung vom Bancroft Bed & Breakfast, seiner Gastgeberin und dem Dalmatiner Daisy, die zu Beginn immer mächtig bellte, wenn ich das Haus betrat, später aber auf meine Ansage 'Uli is coming' friedlich mit dem Schwanz wedelte und keinen Mucks mehr von sich gab. Erst bei meiner Abreise erfuhr ich, dass Daisy auch nicht mehr das Allermeiste sah.

2 Stunden Fahrt waren es von Bancroft nach Huntsville, mit 17000 Einwohnern deutlich größer als Bancroft und das eigentliche Tor zum Algonquin-Park.









Hier erlebte ich beim Einchecken in ein Motel der Kette Motel 6 mit Pool paradigmatisch, wie hilfsbereit und freundlich die Kanadier sind.



Ich hatte meinen 4-tägigen Aufenthalt in Huntsville bei booking.com gebucht, was definitiv ein Fehler war, wie mir die nette Rezeptionistin bei meiner Ankunft mitteilte. Ich solle die Buchung bei booking.com stornieren und am nächsten Tag wieder bei ihr persönlich einchecken. Gesagt, getan und schon hatte ich 80 CAD gespart. Am Abend bin ich dann gleich zum Thailänder essen gegangen ;-).





Verpflegen war ansonsten kein Problem, Tim Hortons war zum Frühstück zu Fuß erreichbar und auch ein riesiger Supermarkt war nur einen Steinwurf entfernt.
Ansonsten bin ich viel in den Algonquin- und Arrowhead-Nationalparks gewandert und von Moskitos glücklicherweise verschont geblieben.
Viele hatten mir vor allem von den black flies wahre Horrorgeschichten erzählt, mein Insektenabwehrmittel ( Anti-Brumm ) hat immer funktioniert !









Und ruckzuck war es Zeit von Huntsville nach Toronto zurück zu fahren um dort den lieb gewonnenen Mietwagen abzugeben.
Eine Zwischenstation hatte ich noch in

COLLINGWOOD, mit dem worst motel ever, dem PLEASANT MANOR MOTEL.









Die Stadt Collingwood ist nicht soo schlecht, aber die Bettwanzen, die mich nachts in dem Motel attackierten, waren schon übel und das hatte ich bis dahin noch nie auf meiner Reise erlebt. Okay, das Motel war preisgünstig und die indischen Besitzer sehr freundlich, aber der Juckreiz von Wanzenbissen ist schon gewaltig und hielt ungefähr 7 Tage an !

Ich jedenfalls war froh, als ich nach einer völlig komplikationslosen Wagenrückgabe am Flughafen in Toronto im Flieger nach Regina, der Hauptstadt von Sasketchewan, saß.

Sasketchwan ist die mittlere der Prairieprovinzen Kanadas, grenzt im Westen an Alberta und im Osten an Manitoba. Es war ganz schön warm, als mich Barbara mit ihrem Toyota RAV am Flughafen abholte.
Barbara hatte ich in Australien in der wayoutbacksafari-Gruppe kennengelernt und sie hatte mich bei dieser Gelegenheit spontan zu einem Besuch bei ihr in Regina eingeladen.







Nach den zahlreichen Hotels, Motels, Bed&Breakfasts und Jugendherbergen war der Aufenthalt bei Barbara in ihrem condo complex der reinste Luxus.





Barbara wohnte am Rande von Regina in einer Eigentumswohnung und stellte mir ihr Gästezimmer und ihr Fahrrad zur Verfügung. So konnte ich in der Zeit, in der sie arbeitete oder in Sachen Tanzen unterwegs war, die Stadt auf eigene Faust erkunden.
Tanzen, und hier vor allem Tango und lateinamerikanische Tänze, waren Barbaras Leidenschaft. Es verging nicht ein Tag, wo sie zum Training oder einer live performance fuhr.









Dazwischen zeigte sie mir Regina und die nähere Umgebung und besuchte mit mir mehrfach das Regina Cathedral Village Arts Festival mit einem super Angebot an Theater, Kunst und Musik.

















Die Stimmung bei diesem einwöchigen Festival war einfach genial, das Wetter spielte voll mit, Sonne von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Eintritt war dank zahlreicher Sponsoren frei und so kamen die Menschenmassen in Scharen. Irgendwie so ein bisschen Hippiefeeling, vor allem bei dem Folkduo 'The Grid Pickers' und 'Andino Suns' mit ihrem mitreißenden Andenrock. Und die Tanzfläche vor der Bühne war immer rappelvoll !!! Hat echt Spaß gemacht dabei zu sein !

Und dann warten da noch 3 Dinge, die echt cool waren in Regina.
Zum einen lernte ich Barbaras Enkelkinder London + Leathan sowie deren Eltern kennen. Die Mutter arbeitet im Gericht, der Vater betreibt einen Tattooladen, das geht alles gut zusammen in Kanada, sehr tolerant die Menschen dort.
Ich war mit den Kleinen erst Eis essen bei 'Dairy Queen' und dann im Park und Fußballspielen, die kiddies waren sehr aktiv und sympathisch.





Zum Zweiten habe ich meine erste Portion Poutine in Regina gegessen, Pommes mit Bratensauce und Käse, Fast Food vom Feinsten !!!



Und drittens habe ich auch noch 2 jeweils 2-stündige Tischtennistrainingseinheiten in einem der vielen communitycentres in Regina gespielt, auch hier ganz herzlich aufgenommen von den ca.15 Mitspielern aus aller Welt.

Also Kanada hatte mich in Ontario, Quebec und Saskatchewan echt begeistert und beim Abschiedsessen in einem Wrap-Restaurant in Regina am letzten Abend bedfankte ich mich bei Barbara für ihre herzliche Gastfreundschaft und lud sie gleich zu einem Gegenbesuch in Deutschland ein.

Am nächsten Morgen brachte sie mich dann zum Flughafen Regina, von wo ich nach Toronto zurückflog.
Für eine Nacht hatte ich ein Hotelzimmer in Flughafennähe, danach ging es nach Halifax, wo ich mich mit Iris traf um die weiteren Abenteuer in Nova Scotia, Newfoundland und New York City gemeinsam zu erleben.

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Montag, 20. April 2015
17. Costa Rica - Pura Vida
Vorbemerkung: 13.05.15

Ich bin mittlerweile seit 9 Tagen in Ontario/Kanada, eine Woche war Traumwetter, Sonne und bis zu 30 Grad warm, seit 2 Tagen ist es schweinekalt, nachts bis - 3 grad, und im Bancroft B&B habe ich superschnelles wifi , es gab keine Ausreden mehr, dann also ran an den Costa Rica - Blog 😎 !!!
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So intensiv, wie mich die Amerikaner beim Ausreisen aus den USA durchgecheckt hatten, so megafreundlich winkten mich die Zollbeamten in San José bei der Kontrolle auf Costa Rica durch. Wahrscheinlich haben sie einen geschulteren Blick dafür , wer was ins Land schmuggeln könnte.

Ich hatte finanziell auf Hawaii deutlich über meine Budget-Verhältnisse gelebt und musste in Mittelamerika auf alle Fälle um jeden Preis sparen.

Mein Plan war folgender: erstmal in Tamarindo an der Westküste 10 Tage chillen und dann mit einer DER-Reise-Gruppe quer über diese Insel von der Karibik zum Pazifik touren.

So hielt ich mich auch nur eine Nacht in einem Flughafenmotel in San José auf um dann mit Grayline für 50 Dollar in einem Shuttle und 9 weiteren Touristen in 6 Stunden in den bekannten Touristenort Tamarindo zu fahren.





Es war unglaublich heiß und nach 3 Stunden machte unser Fahrer an einer zentralen Stelle eine 45-Minuten-Pause und alle Passagiere wurden neu auf andere Kleinbusse verteilt.
Ich hatte Glück und konnte im ersten Bus sitzen bleiben. Das Gepäck wurde übrigens wie sonst üblich nicht von hinten, sondern durch ein Seitenfenster ins Fahrzeug gehievt.
Während der Fahrt über meist gut ausgebaute Straßen fielen mir etliche Waldbrände auf und ich glaubte überall Affen in den Bäumen zu sehen, die sich allerdings im Nachhinein als simple Stammverdickungen entpuppten. Was mir noch vom Transfer in Erinnerung ist, hat mit einem Motorradfahrer zu tun, der den Busfahrer während der Fahrt wild gestikulierend darauf aufmerksam machte, dass ein Reifen vom Shuttle platt wäre, juckte den Fahrer aber gar nicht, da er ja noch 5 komplette intakte weitere Reifen am Start hatte.

Costa Rica live ! In Tamarindo angekommen der nächste Knüller, mein bei booking.com gebuchtes Hotel gab es gar nicht, aus mar rey hatten sie mal kurz sullymar gemacht, klang auch irgendwie lockerer !

Mein erster Eindruck von Tamarindo war ziemlich negativ, so ein bisschen wie Arenal/Mallorca und Side/Türkei geklont, unheimlich viel los, eine belebte Restaurantmeile, dazwischen Souvenirläden, Backpackers und Supermärkte und davor der wirklich super lange wunderschöne weiße Sandstrand mit jeder Menge Surfschulen.







Und mittendrin mein Hotel, familiär geführt, ca. 25 Zimmer, meins im Erdgeschoss mit Poolblick.



Wie sollte ich hier im Zentrum des Orkans schlafen können ? Vor allem, weil ab 18.00 Uhr, also kurz nach Sonnenuntergang immer irgendwo in meiner Nähe ein Live-Konzert startete. Dazu meine Klimaanlage, und die musste ich nachts laufen lassen, so heiß, wie es war.
Wie gut, dass ich eigentlich immer und überall relativ schnell in den Schlaf komme. So auch in diesem Hotel, in dem die meisten Gäste nur für 3 Tage logierten.

Vor meinem Zimmer an der Straße stand übrigens 5 Tage lang ein Mannschaftswagen der Polizei zur Beobachtung und am 6.Tag haben sie zugeschlagen und einen Mann filmreif auf offener Straße mit vorgehaltener Waffe und Handschellen verhaftet und sein Auto konfisziert. Möglicherweise ein Drogenhändler, mir wurde jedenfalls fast täglich weed auf offener Straße angeboten.

Nachdem ich mich letztlich in meiner Bleibe für die kommenden 10 Tage eingerichtet hatte, stand mir das schweißtreibendste Unterfangen an diesem Tag ja noch bevor: Einkaufen bei 36 Grad im Schatten im 4 km entfernten Supermarkt. Dass es auch eine Einkaufsmöglichkeit 250 m vom Hotel entfernt gab, habe ich leider erst später entdeckt.
8000 m mit 4 Plastiktüten zum Bersten voll bei den Temperaturen ist nicht nachahmenswert. Im Pool hat es jedenfalls gezischt, als ich mich nach dem Einkaufen darin erfrischt habe.

In Tamarindo sah mein Tag dann ungefähr so aus: ziemlich früh raus, so um 7 Uhr, schwimmen und Müsli-Frühstück auf der Terrasse , dann ein ausgedehnter Strandspaziergang von 2 - 3 Stunden, ein Kaffee in einer French Bakery zur Mittagszeit, 2 Stunden Siesta, danach Hawaii - Blogschreiben, und so ab 17.00 Uhr wieder an den Strand, erstens wegen des super Sonnenuntergangs



und dann waren auch die Temperaturen erträglich, dazu Costa Rica-Bier Imperial und ein casado pescado.





Das war das preiswerte Nationalgericht von Costa Rica, schwarze Bohnen, Reis, Salat, Fisch und Kochbananen für 7 € mit Bier. Zur Abwechslung gab es an anderen Tagen mal eine Pizza oder einen Burger, jedenfalls konnte ich in Costa Rica echt mit meinem Budget auskommen ohne zu verhungern.

Bei meinen Strandwanderungen hatte ich schnell die schönsten Stellen von Tamarindo entdeckt.
Von meinem Hotel waren es nur 50 m zum Strand, rechts ging es dann ca.300 m bis zu eindem Fluss, über den ein Fischerboot die Touristen für 1 $ ans andere Ufer brachte, wo man wieder endlos lange am, Strand spazieren gehen konnte.

Mein Lieblingsweg ging aber links am Strand lang, so ungefähr 1 km, dann um die Spitze der Bucht von Tamarindo, bei Ebbe unten lang über die Felsen, bei Flut über die Klippen. Danach begann der wilde Strandabschnitt mit 2 - 3 m hohen Wellen, Baden ausgeschlossen !







Aber diese Naturgewalten waren sehr beeindruckend und nur die erfahrensten Surfer trauten sich dort ihrem Sport nachzugehen. Ich ging von den Klippen nochmal so 1,5 km bis zum letzten Hotel von Tamarindo, dem Hotel Langusta, wo wiederum ein Fluss ins Meer mündete und die verschiedenen Driften das Baden vollends unmöglich machte.







Aber es gab ja soviel zu sehen, dass diese Bade-Abstinenz von keinerlei Bedeutung war. Dort wo sich das Wasser bei Ebbe zurückgezogen hatte, gab es kleine bunte Fische in den verbliebenen Senken



und wenn die Flut kam, rollten die Wellen mit voller Wucht an den Strand.

Den Wellen und dem Kampf der Surfer mit ihnen konnte man stundenlang zuschauen, und das hatte sich wohl auch ein Trio aus Kanada, Holland und Deutschland gedacht, die ich auf einem meiner ersten Strandspaziergänge bei einer Pause in den Sitzmöbeln eines Hotels vorfand.
Es waren die Langzeiturlauber Helmut, Anna und Bodo , mit denen ich an dieser Stelle von Tamarindo des öfteren eine ausgedehnte Pause machte und über Gott und die Welt philosophierte.

Zum Finale meiner Wanderungen gab es dann einen Kaffee und hin und wieder Gebäck in der besagten Französischen Bäckerei ganz am anderen Ende von Tamarindo. Bei gefühlten 50 Grad saß man dort im Schatten in einem kleinen Garten und konnte sich gut erholen. Hin und wieder schaute mal ein Gecko vorbei, das wars aber auch schon.

Am Strand war da schon mehr los, etliche Surfschulen versuchten den mutigen Anfängern in Kompaktkursen die hohe Schule des Wellenreitens zu vermitteln, ohne großen Erfolg in den allermeisten Fällen.
Ein Experte hat mir dann einmal verraten, ohne ein Mindestmaß an Talent geht da gar nichts ! Und die fetten Amerikaner kamen noch nicht einmal in den Stand auf dem Brett.







Natürlich waren auch Andenken- und Getränkeverkäufer am Start und Massagen konnte man bekommen. Das schöne an Costa Rica war dabei, alles nicht zu aufdringlich, ein ablehnende Blick genügte und man hatte seine Ruhe. Auch die Taxifahrer hatten schnell raus, dass bei mir nichts zu holen war. Ich machte alles zu Fuß, egal, wie heiß es war, und es war immer heiß.

Mein kleines Hotel hatte ich schon nach kurzer Zeit schätzen gelernt, nette Gäste allesamt, oft Surfer, die sich manchmal morgens verdutzt die Augen rieben, als wegen Ebbe das Meer nicht da war.



Oder Familien mit Kindern, die sich stundenlang im Pool vergnügten. Vor allem mit einem 12-jährigen Harry Potter - Verschnitt hatte ich mich angefreundet, er war soo stolz, als ich sein Englisch lobte.

Ja und dann war da noch die Familie des Hotelbesitzers, die mich irgendwie ins Herz geschlossen hatten. Oft haben sie mich nachmittags mit Kaffee und Kuchen versorgt, als ich am Pool meinen Hawaii-Blog schrieb, danke dafür nochmal, Isabelle !
Nur ein Interview wollte der Boss mir nicht geben, dabei hätte ich gar keine unbequemen Fragen gestellt. Wahrscheinlich hat er mir nicht verziehen, dass ich die Geburtstagsfeier am Pool seinem Enkelsohn und nicht ihm zugeschrieben hatte.

Nicht vergessen werde ich auch meinen Zimmergecko, der von mir aufgeschreckt schon mal mit affenartiger Geschwindigkeit in der viel zu kleinen Regenrinne verschwand um daraus erst 20 Minuten später wieder wie ein Stein herauszufallen, Abnehmen durch Luftanhalten ?!?



Abends wurde es dann kurz nach dem Sonnenuntergang ratzfatz dunkel und ich startete meine Restaurantrunde + den obligatorischen Supermarktbesuch in der Nähe meines Hotels.



Dort gab es für 1,80 € einen leckeren tropischen Fruchtbecher, die gesunde Variante den Tag essenstechnisch abzurunden. Ich habe übrigens nicht einmal gesehen, dass außer mir noch irgendein anderer Mensch diese Obstvariante gekauft hat, dafür palettenweise Dosenbier, Chips und Wein.

Nach 2 Tagen ungefähr wusste ich, wo man in Tamarindo gut und preiswert bei den Einheimischen essen konnte und durch die Selbstversorgung zum Frühstück und während des Tages konnte ich einen Teil der hohen Kosten von Hawaii kompensieren.

Am Anfang war ich ja ziemlich skeptisch gewesen, ob Tamarindo der richtige Ort zum Relaxen wäre, aber im Laufe der Zeit habe ich mich richtig an dieses easy living gewöhnt.
Hitzebedingt nur das Notwendigste tun, ansonsten Seele baumeln lassen, erinnerte mich stark an Candidasa auf Bali.
Und ging doch so schnell vorbei und so saß ich wieder im Shuttlebus nach San José um meine DER-Reisegruppe im dortigen Granhotel zu treffen. Diesmal brauchte der Fahrer nur gut 4 Stunden und ich war in Costa Ricas Hauptstadt angekommen.

Und im Gegensatz zu Java nahm der guide Carlos noch im Hotel in perfektem Deutsch Kontakt mit mir auf, ließ mir eine Infomappe zukommen und teilte mir die Details für den folgenden Tag mit. Geht also doch !



Ich bin dann noch ein bisschen durch San José geschlendert,









wobei mir die hohe Präsenz von Polizei auffiel, zu Fuß, zu Pferd, mit Fahrrad oder Auto ! Sollte Costa Rica ein Sicherheitsproblem haben ?



Geschlafen habe ich jedenfalls erstklassig in diesem 4-Sterne-Hotel !!!







Um es vorweg zu sagen, diese Tour war ein Volltreffer und das lag an mehreren Faktoren. Erstmal ist Costa Rica wirklich ein wildlife Paradies mit mehreren Klimazonen und faszinierender Fauna und Flora. Dann hatten wir mit Carlos einen sehr kompetenten und sprachbegabten guide und mit Juan Carlos einen ebenso verlässlichen Fahrer unseres chinesischen (!) Busses.



Aber auch der war diesmal in einwandfreiem Zustand und überstand auch die Fahrten auf den unwegsamen Schotterstraßen in den Bergen ohne jegliche Probleme.Nur einmal leckte die Klimaanlage, vielleicht hatten wir in Australien wirklich nur großes Pech mit unserem Bus gehabt.

Der wichtigste Punkt aber, warum der Costa Rica Trip so cool war, betraf die Teilnehmer der Tour.
Die 7 Paare unterschiedlichen Alters aus allen Teilen Deutschlands passten klasse zusammen, hatten alle irgendwelche Besonderheiten und erwiesen sich als sehr diszipliniert. Als Single hatte ich da schon den Exotenstatus in der Gruppe, habe mich aber nicht einmal irgendwie unwohl gefühlt.
Ich könnte zu jedem Duo viele Geschichten erzählen, will mich aber mal auf das Wesentliche beschränken, sonst komme ich gar nicht mehr zu den ganzen Informationen über Natur, Kultur und Menschen von Costa Rica.

Hier also in beliebiger Reihenfolge das Costa Rica - DER/ARMOTOURS - Dreamteam:



Die Frau hat fotografiert, was das Zeug hielt, und sie hatte es echt drauf. Super Bilder, sie hat mir versprochen einige sehr gute Fotos für meinen Blog zur Verfügung zu stellen. Danke schön mal im Voraus, Ines !
Hans, ein Original, tätowiert vom Hals bis zur Hüfte, trockener ( rheinischer ) Humor und vernünftiger Musikgeschmack. Nur politisch lagen wir wohl etwas auseinander ;-)



Ein seelenverwandtes Paar mit der richtigen Einstellung zum Leben, reiselustig und dem Fremden aufgeschlossen gegenüber, die Gesellschaft der Beiden mochte ich echt gerne. Haben mich ohne Bedenken in die traute Zweisamkeit beim morgendlichen Frühstück aufgenommen, Michael zudem Fußballexperte und natürlich Werder-Fan ! Haben mir zum Schluss der Tour ihr Mückenspray geschenkt, was ich in Kanada wirklich gut gebrauchen konnte !






Daniel erinnerte mich stark an meinen Bruder Christian, war mit mobilem Moskitosicherheitszelt in die wildlife-Oase gereist und Katrin hatte alles für jeden Notfall dabei, konnte irgendwie geheimnisvoll lächeln, fand ich !



Er sehr belesen und super Musikgeschmack, Carolin hat viel geschlafen, habe mich manchmal gefragt, wie sie das im Bus geschafft hat. Ich saß mit den Beiden hinten auf der erhöhten letzten Rückbank und da holperte es mitunter gewaltig. Immer gut drauf und sehr frisch verliebt die Beiden.



Ekkehard wurde in Tamarindo 60 und war dem Geburtstagstrubel daheim entflohen, sehr sympathische Menschen beide und ausgewiesene Orchideenexperten, ich habe viel von ihnen über diese Spezies erfahren.



Beide sehr kommunikativ une positiv eingestellt, haben viel gelacht. Man sah sie nicht oft zusammen, trotzdem schienen sie sich ( vielleicht auch deshalb !? ) gut zu verstehen. Michael gegen Ende Ersatzreiseleiter mit Bravour und Bärbel immer auf der Suche nach einer Möglichkeit zu schwimmen. Nur eine Frage blieb unbeantwortet: wo war Bärbels 'Hut' nachts ?



Super Typen ! Mussten sparen wie ich, sind deshalb zweimal kostengünstig zusammen essen gewesen, da stimmte die Chemie, sehr sympathisch, vielleicht sieht man sich ja nochmal im Leben !

Mit diesen 14 aus dem kalten Deutschland angereisten Bleichgesichtern ging es dann am 21.04.15 auf die Rundreise durch Costa Rica. DER hatte die Abwicklung an den örtlichen Veranstalter Armotours abgegeben und Carlos Schulz mit der Reiseleitung beauftragt. Der wiederum hatte lange in Deutschland gelebt und sprach ausgezeichnet Deutsch.

Costa Rica bietet, was Natur pur betrifft eine enorme Vielfalt: erloschene und aktive Vulkane, tropischen Regenwald mit einem pittoresken Kanalsystem, palmengesäumte 1a Karibikstrände, Korallenriffe, Bergpanoramen von bis zu 3500 m Höhe, tropischen Nebelwald, Stauseen und tropischen Trockenwald. Dazu eine Vielzahl von Tieren wie Krokodile, Brüllaffen, Totenkopfaffen, Geckos, Kaimane, Schlangen aller Art, Kapuzineraffen, Puma, Ozelot, Jaguar, Nasenbären, Ameisenbären, Delphine, Buckelwale, Geier, Adler, Reiher, Papageien, Echsen, Schildkröten und Vögeln wie Kolibri und Papagei.
Vieles davon haben wir bewusst gesehen, an einigem sind wir bestimmt vorbei gelaufen, obwohl die Tiere gut getarnt in der Nähe waren. Ohne guide hätten wir davon sicher nicht einen Bruchteil erspäht!

Von unserem ersten Programmpunkt, dem 3432 m hohen erloschenen Vulkan Irazu , war ich allerdings etwas enttäuscht.







Erstens war es saukalt oben und zweitens außer viel Asche nicht viel zu sehen. Dafür spuckte der Nachbarvulkan soviel Lava und Asche, dass sogar der Flughafen in San José kurzfristig geschlossenen werden musste.



Auf dem Rückweg ins Hotel machten wir dann noch Station in der Wallfahrtskirche 'Basilica virgen de los Angeles ' in Cartago









und erwandern das Tal von Orts mit seinen grünen Kaffeeplantagen an den steilen Berghängen.







Am Abend waren wir wieder im Gran Hotel in San José, das sich in unmittelbarer Nähe des Nationalteams befand. Ich hatte mich mit Lebensmitteln im Supermarkt eingedeckt und konnte mir somit einen Restaurantbesuch an diesem Tag sparen.

Am nächsten Tag kam dann das erste Highlight der Tour, der Besuch des Nationalparks Tortuguero. Das hieß early morning start und very very early breakfast, hat außer mir glaube ich nur Bärbel geschafft.
Wir sind ziemlich lange Richtung Nordost durch riesige Bananenplantagen gefahren















und das letzte Stück der Route ging es per Boot weiter, unser Gepäck blieb im Bus.





Wir sollten nur das Notwendigste mitnehmen. Schon auf der Fahrt haben wir einige Tiere gesehen, in unserer Lodge wurde uns dann nach einer ersten Erkundungsfahrt zum Infozentrum von Tortuguero und seinen Meeresschildkröten







zur Begrüßung ein leckeres Abendessen serviert.

Unsere Lodges waren allesamt sehr schön gelegen und in der Regel komfortabel ausgestattet. Wenn man im Regenwald so fernab der Zivilisation wohnt, muss man natürlich mit Kriechtieren, Lurchen und anderen Kleintieren im Zimmer immer rechnen.
Nur einmal wurde es mir zuviel, als Hunderte von Flugameisen aus meiner Holzvertäfelung strömten.

Wir haben dann am nächsten Tag bei Sonnenaufgang eine weitere Kanalfahrt gehabt und reichlich Tiere beobachten können.



















Danach hieß es Abschied nehmen von Tortuguero und es folgte eine längere Fahrt entlang der Karibikküste nach Cahuita. Ein kurzer Stopp in der Hafenstadt Limon , von wo aus Costa Ricas Bananen nach Europa verschifft werden, der Trip dauert ungefähr 14 Tage und man kann als Passagier mit an Bord gehen.



















Apropos Banane, Carlos hat uns versichert, es gäbe keinen qualitativen Unterschied zwischen Chiquita und seinen Billigkonkurrenten, vielleicht denkt ihr mal daran bei eurem nächsten Obst - Einkauf !

In Cahuita hatten wir zwar nur ein mittelmäßiges Quartier aber der dortige Nationalpark mit dem einzigen voll entwickelten Korallenriff auf der karibischen Seite Costa Ricas war der Hit. Wir haben hier eine mehrstündige Wanderung durch vier Vegetationszonen gemacht: Sumpfgebiete, Wald, Mangroven und Kokospalmen und Meermandelbäume. Neben den Brüll- und Kapuzineraffen habe ich dort auch 2 Giftschlangen entdeckt und mehrfach im Meer gebadet, herrlich !





















Und genauso einmalig war unsere Unterkunft abends nach einer langen Fahrt über Siquirres und eine herrliche Bergstrecke hinauf nach Turrialba. Hier wurde auf unterschiedlichen Höhenstufen alles produziert, was für einen guten Milchkaffee benötigt wird: Kaffee, Rohrzucker und Milch. Und unsere Guayabo-Lodge im Stil eines Ökohotels geführt erinnerte nicht nur mich persönlich irgendwie an Madeira, inklusive eines perfekten Abendessens und angenehmen Temperaturen nach der Hitze der Karibik.





Am kommenden Tag sind wir extrem viel Bus gefahren, quer über die 3500 m hohe Cordillera de Talamanca mit ihrem tropischen Nebelwald.







Nur kurz unterbrochen vom Besuch der Kaffeplantage Coopedeta unter Leitung von Gaby, die uns eloquent über die Produktion und Verarbeitung von Hochlandkaffee informierte, selbst als kurz die Technik streikte.
Zum krönenden Finale der Führung gab es dann einen Eiskaffee, den besten, den ich je hatte !!!









Kurz vor Sonnenuntergang hatten wir den Pazifik und Manuel Antonio erreicht, ein kurzes Bad im Meer war noch drin, dann gings auch schon per Bus zum Restaurant.
Fast alle fuhren mit, mitunter hätte ich mir, was dieses Ritual betraf, aber mehr Flexibilität gewünscht.
Ich bin dann auch mal mit Robert und Maria in eine Pizzeria gegangen, wo es absolut lecker schmeckte.



Am kommenden Tag sorgte eine Mischung aus Wanderung im Nationalpark San Antonio und Badevergnügen im ruhigen kristallklaren Wasser des Pazifiks für Abwechslung. Für alles andere war es auch zu heiß und so relaxten alle bis kurz vor Sonnenuntergang am Strand.







Von der Pazifikküste führte unsere Route danach wieder ins Landesinnere nach La Fortuna und dem Vulkan Arenal, ein letztmalig 1968 ausgebrochener Vulkan, den wir aber wegen schlechten Wetters nicht zu sehen bekammen.
Dafür hatten wir uns als Gruppe außerplanmäßig und zusätzlich zum offiziellen Programm auf eine gemeinsame Krokodiltour verständigt, die Carlos für uns organisierte. Während der jungle crocodile Safari auf dem Tarcoles River bekommen wir dann auch einige der imposanten Reptilien vor die Kamera.













Abends haben die meisten dann aber doch Steak gegessen, nur ich blieb eisern bei casado pescado.
Als wir am nächsten Morgen La Fortuna verließen und um den Arenal-Stausee fuhren, der als größter Energielieferant des Landes gilt, war schon das Ende unseres Costa Rica - Trips in Sicht, die Zeit war unglaublich schnell vergangen.







Wir fuhren vorbei an den Windkraftanlagen von Tilaran und sahen die geothermischen Kraftwerke der Vulkane Miravalles und Rincon de la Veja.

Da ist Costa Rica, was Energiegewinnung betrifft, ein echtes Vorbild. Und die Armee haben sie auch abgeschafft und das frei werdende Geld in Bildung und Gesundheitswesen investiert. BRAVO !!!

Dann haben wir in Monteverde auch noch eine zusätzliche Hängebrückentour gebucht, fand ich persönlich aber jetzt ziemlich unspektakulär. Da hätte man dann doch einen canopy- ride machen sollen, was angeblich in Costa Rica erfunden wurde, und wo man am Seil hängend über den Baumwipfeln schwebt.









Die Lodge, in der wir an diesem Tag abgestiegen sind, habe ich allerdings in keiner guten Erinnerung. Carlos warnt zum ersten und einzigen Mal vor Skorpionen, bei mir wimmelt es jedoch vor Ameisen, die zu 100ten aus der Holzvertäfelung krabbeln. Zur Ablenkung von mir lasse ich vorsichtshalber das Licht an. Irgendwie ging aber auch diese Nacht vorbei und der Höhepunkt geballter Moskitoangriffe sollte noch kommen und zwar am kommenden Tag nach einer laut Prospekt sanften Schlauchboottour in der Nähe von Canas im tropischen Regenwald auf dem Fluss Tenorio.













Dabei war die Schlauchboottour erstmal echt einsame Spitze, viele Tiere gesehen, kleiner Imbiss im Boot, nette guides und dann kam zum Finale ein Naturspektakel der besonderen Art.
Wir waren gerade wieder an Land und wollten gemütlich zum ca. 100 m entfernt geparkten Bus schlendern, als sich der Himmel verfinsterte und Mückenschwärme ohne Ende zum Angriff übergingen.
Da half nur eins, die Flucht nach vorn so schnell wie möglich! Nie habe ich 15 Touristen + 1 guide so durch ihr Schicksal vereint auf ein Ziel fokussiert in Aktion gesehen. Und dann rein in den Bus und Klimaanlage voll auf Kühlschranktemperatur ! Trotzdem hatten die Biester einige Opfer gefunden, vor allem Renate war rückentechnisch für den Rest des Trips gezeichnet.

Übernachtet haben wir anschließend auf einer Hazienda im Nationalpark Vulkan Rincon de la Vieja ohne irgendwelche insektentechnische Störmanöver.





War sogar recht schön dort, wir sind zu einem Wasserfall zum Baden gewandert, und haben am nächsten Tag auch ein Parkareal mit Schlammkegeln und Fumarolen entdeckt, die dampfende und schwefelhaltige Gase ausströmten.







Tja und dann ging es nach Tamarindo, ich kannte es ja schon. Diesmal ins 4-Sterne Hotel Diria Resort, allerdings nicht am Strand, sondern in der 2.Reihe. War vielleicht auch besser, weil ruhiger !



Von Carlos und Juan Carlos haben wir uns alle herzlich verabschiedet, Daniel und Katrin waren vorher schon ausgestiegen und in ein anderes Hotel weiter gereist.

3 Tage zum relaxen am Strand waren angesagt, ich musste aber erst einmal diese bereits erwähnten Flugameisen in meinem Zimmer bekämpfen, und zwar mit allen Mitteln: Chemie, Kälte und brutaler Gewalt ! So nach 2 Tagen hatte ich die Viecher im Griff.



Ein bisschen habe ich es in Tamarindo am Ende wie am Beginn gemacht. Lange Spaziergänge, erste Pläne für den Costa Rica -Blog entwickeln und ansonsten Seele baumeln lassen.
Bei einigen meiner Strandwanderungen haben mich Teilnehmer der DER-Tour begleitet, bei anderen traf ich alte Bekannte wieder, fast wie Zuhause.

Am Sonntag, den 04.Mai ging es dann per Bus mit free wifi von Tamarindo zurück nach San José, wo das wildlife-Abenteuer begonnen hatte.

Mit Renate und Michael bin ich nochmal essen gewesen, mit Robert und Maria dazu habe ich am nächsten Morgen gefrühstückt und ein netter Taxifahrer fuhr mich dann zum Flughafen.

Gegen 13.10 Uhr hob der Flieger von Costa Rica ab, ein Monat voller positiver Eindrücke lag hinter mir, pura vida, der Slogan der Insel, stimmte total !
Hier ließ es sich wirklich gut leben, viel unberührte Natur, freundliche Menschen und eine lockere Lebensart !
Den kleinen mittelamerikanischen Staat kann ich nur wärmstens als Reiseziel empfehlen und preisgünstig leben lässt es sich dort auch.

Fliegt doch einfach mal hin !

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Donnerstag, 9. April 2015
16. HAWAII - Licht und Schatten
Es ist Samstag, der 11.04.15, und ich komm schneller zum Blog Hawaii als gedacht. Seit 2 Tagen bin ich in Costa Rica am Playa Tamarindo und es ist so heiß ( 35 °C ), dass ich zwischen 13.00 und 17.00 Uhr gar nichts anderes machen kann als Blog schreiben.
Allerdings geht das auch wieder nicht drinnen in meinem klimatisierten Zimmer, weil da das Internet nicht funktioniert. Aber im Schatten meiner überdachten Terrasse will ich das Projekt Hawaii dann mal angehen.



Im Zug von Sydney/CircularQuay zum Flughafen fiel mir zum ersten Mal auf, ich hatte mich null vorbereitet auf diese Insel im Pazifik. Irgendwie hatte ich auf meiner Weltreise bis dato immer irgendeine Vorbereitung gehabt oder Guides vor Ort, die das dann übernahmen. Für Hawaii hatte ich nix, noch nicht mal ein Visum für die USA, wie sich bei der Gepäckabgabe bei Quantas Airlines herausstellte. So ging das ja nicht, Gepäck wieder zurück und erstmal Visum besorgen. Das war jetzt kein so großes Problem, online geht ja heute fast alles radikal schnell. 15 Dollar und die Sache war erledigt und ich war wenigstens schon mal den großen Rucksack los. Im Flieger dann Wohlfuelprogramm a la Quantas, mit Speisekarte, Entertainmentprogramm und allem pipapo. Diesmal gab es 'Die Entdeckung der Unendlichkeit' über das Leben von Stephen Hawking, sehr sehenswert.

Viel geschlafen habe ich nicht in der Nacht und hellwach war ich, als uns der Pilot bei der Landung auf Oahu fröhlich mit der Ansage ' Aloha auf Hawaii - es ist Sonntag 06.45 Uhr ' begrüßte.

Wieso Sonntag ???

Ganze Nacht nicht gepennt und viel früher da als abgeflogen ?

Geht alles, wenn der Äquator und damit die Datumsgrenze überflogen wird, sich selbst überholen ist ein Kinderspiel !!! Nur mein Hotel hatte ich erst ab Montag und am Strand wollte ich auch nicht unbedingt schlafen.

Also was tun ?

Dieses kleine kalkulatorische Missgeschick passte übrigens zu anderen ersten Eindrücken, mit der sich Hawaii mir präsentierte.

Keinerlei nur duerftig bekleidete Hulahula-Damen am Start, die mir neckische bunte Blumenketten ueberwarfen, sondern ein etwa 70-jähriger Mann, der immer wieder Aloha kraechzte.

Und dann war es am regnen, ich dachte, ich bin im falschen Film !

Was blieb mir anderes uebrig, als mein Glück als erstes in meiner für den folgenden Tag gebuchten recht teuren Unterkunft zu versuchen.
Mit einem Speedi-Sammeltaxi, 5 anderen Gästen und für preiswerte 15 Dollar ging es in 30 Minuten nach Waikiki-Strand, dem Touristen-Zentrum von Honolulu.
Und je näher wir uns dieser Partymeile näherten, desto mehr dachte ich, ob das jetzt wohl überhaupt das Richtige für mich wäre nach Sydney.
In meinem Hotel Ewa Waikiki war die zusätzliche Nacht dann überhaupt kein Thema, klar, schnell mal 110 Dollar verdient, ohne Verpflegung versteht sich.



Das Hotel war ehrlich gesagt zwar keine Absteige, aber nahe dran. Was sich da so alles abspielte unter der Koordination eines schmierigen Rezeptionisten dürfte von Prostitution, Drogenhandel bis hin zu Escortservice alles umfasst haben.

Egal, sauber war es und ich hatte eine Küchenzeile für die ersten drei Tage. Danach bin ich in ein billigeres aber weitaus besseres Hotel umgezogen, und hatte ein fantastisches Zimmer im 7.Stock mit Blick auf den Honolulu-Golfplatz.



Schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt war mir der Müll am Straßenrand in den Außenbezirken und die Zahl der Obdachlosen in der Innenstadt aufgefallen. Das passte so gar nicht in mein Bild von Honolulu, wie es durch Erzählen-Sagen und TV geprägt war.



Dieser Ambivalenz wollte ich etwas mehr Aufmerksamkeit auch im Blog widmen.

Die hohen Hotelkosten drückten mein tägliches Budget ziemlich, gut, dass ich mich selbst versorgen konnte. Supermärkte australischen Zuschnitts gab es zwar auch, aber auf der grünem Wiese, wie überall. Ich musste in der Innenstadt mit einer der unzähligen ABC-Läden Vorlieb nehmen, mit kleinerem Warensortiment und höheren Preisen.



Dafür gab es die an jeder Ecke. Zum Frühstück gab es also auf Hawaii Cornflakes und nicht zu knapp, musste doch diese Mahlzeit bis ungefähr 17.00 Uhr satt machen.
Zwischendurch immer mal wieder Obst , meistens als Fruchtbecher für relativ kleines Geld inklusive Gabel .
Am frühen Abend dann die warme Mahlzeit, und da waren die sogenannten Food courts in den diversen Shoppingcentern in Honolulu ein Traum. Zu meinem absoluten Favoriten avancierte der Panda Express , eine chinesische Fastfood-Kette, die aber wirklich super lecker Angebote hatte.



4x habe ich mir die Panda-Platte gegönnt, Nudeln und zwei Hauptgerichte für 10 Dollar, da kam keiner der Konkurrenten mit. MC Donalds war zwar günstiger, aber mit bei weitem kleineren Portionen. Durch Teilnahme an einer Online-Befragung habe ich im Panda-Express einmal sogar ein drittes zusätzliches Hauptgericht umsonst dazu bekommen. Da wäre ich nach dem Essen allerdings fast geplatzt.

Verpflegen war also schon mal kein Problem, und Möglichkeiten zu wandern oder Sehenswürdigkeiten zu besichtigen gab es genug. Es war auch nicht zu heiß, angenehme 27 Grad und heiter bis wolkig, eine leichte Brise vom Meer sorgte zusätzlich für ein Wohlfühlklima .

Und so machte ich mich gleich am zweiten Tag auf den Hausberg von Honolulu zu besteigen, den Diamond Head Crater . Am Waikiki Strand ging es in Richtung Süden aus der Stadt raus, in den ersten Vorort von Honolulu, wo definitiv nur die Reichen und Schönen wohnten, und dann links ab, durch einen Tunnel und für 1 Dollar Eintritt den Krater hoch.



Mit mir unterwegs ein Colonel der US-Marines, die mich gebeten hatte, ein Foto von ihr am Waikiki-Strand zu schießen. Sie war auf den Philippinen stationiert und kurz vor ihrer Pensionierung, hatte aber noch eine verdammt gute Kondition und einen strammen Schritt drauf. Jedenfalls hatten wir eine derart angeregte Diskussion über den Sinn von amerikanischen Militärinterventionen überall auf der Welt, worüber ich tatsächlich vergaß ausreichend Fotos zu machen, und die Motive waren grandios. Blieb mir nichts anderes übrig als die gleiche 18 km - Tour 3 Tage später dann nochmal alleine zu machen mit den entsprechenden Fotos.













Alle anderen Hikes waren aufwendiger, da weiter entfernt von meinem Standort. Und da kamen die öffentlichen Busse ins Spiel, dem Fortbewegungsmittel Nummer 1 der Armen. Unzählige andere Anbieter karrten Millionen von Touristen in den neuesten Bussen kreuz und quer über Oahu, ganz vorne weg vor allem Grayline-Busse.

Aber ich musste sparen und das ging nur in den öffentlichen Bussen, wo jedes Ticket, egal, wie weit man fuhr, immer 2,50 Dollar kostete. Irgendwie sympathisch sozialistisch cool !



Okay, dafür hielt der Bus dann aber auch schon mal 58x auf einer Strecke von 35 km und Kūhlschrank-kalt war es in den Teilen, weil die Klimaanlage immer auf höchster Stufe lief. Mein Ziel habe ich aber stets erreicht, durchgeschüttelt, eingequetscht, aber preiswert. Und ohne diese Busse wäre nichts gegangen, Mietwagen waren über Ostern natürlich alle restlos ausgebucht.
So nahm ich morgens um 06.00 Uhr den ersten Bus, es war noch dunkel , und war gegen 08.30 Uhr immer an meinem jeweiligen Ziel.

Vier Hikes konnte ich so realisieren:

1. Den Makapuu Lighthouse Trail , ca. 20 km lang, mit fantastischen Aussichten auf das Meer und Buckelwalen und die Küste im Südosten der Insel. Ich hab diese Wanderung am Karfreitag gemacht und da schleppten tatsächlich Uni-Studenten von der Honolulu-University riesige Holzkreuze auf den Gipfel und zurück.





















2. Kaena Point, ca. 16 km, am westlichsten Punkt der Insel







3. Pali Lookout Trail, mit ca.10 km relativ kurz, aber ebenfalls sehr empfehlenswert.





Und 4. Der Ausflug zu den North Shore Beaches mit den atemberaubendsten Wellen, die ich je in meinem Leben gesehen habe.





 

 

Eine weitere Busfahrt führte mich dann zu einem absoluten Muss auf Oahu, den Pearl Harbor Historical Sites.

 

Die habe ich erst im zweiten Anlauf realisieren können, beim ersten mal kam mein Bus einfach nicht. Und als ich von Pearl Harbor wieder in die Stadt zurück wollte, habe ich sicher 30 Minuten an einer Bushaltestelle gewartet, von der der Bus gar nicht mehr abfuhr. Erst ein netter Taxifahrer half mir da uneigennützig weiter.

Pearl Harbor hat mich stark beeindruckt. Ich war rechtzeitig früh genug da um eins der early bird free tickets zu ergattern und fand mich schon um 08.15 Uhr im Kinosaal des Museums wieder, wo uns in 45 Minuten die Hintergründe des Angriffs der Japaner auf den amerikanischen Militärstützpunkt im Pazifik im 2.Weltkrieg erklärt wurde, mit teilweise schockierenden Bildern und amerikanisch emotional eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Danach gIng es auf eine Fähre,

 

die in kurzer Fahrt das USS Arizona Memorial erreicht, und das wie eine Brücke über das gesunkene Kriegsschiff gebaut wurde.

 





Im Rumpf der USS Arizona befinden sich noch etliche der Opfer aus dem 2.Weltkrieg und Öl gelangt durch ein Leck an die Wasseroberfläche.
Ich habe besonders die japanischen Touristen beobachtet bei ihrem Besuch von Pearl Harbor, aber Asiaten zeigen ihre Gefühle nicht so extrovertiert wie man es von Amerikanern oder Südeuropaäern kennt.
Lange bin ich noch in den anderen Ausstellungsräumen gewesen, die interaktiv und mit viel Liebe zum Detail konzipiert sind.
Hoffentlich bleibt der Menschheit ein weiteres ähnliches Katastrophen-Szenario wie der 2.Weltkrieg für immer erspart !

 

Was nicht mehr zu verhindern ist und in Honolulu an vielen Stellen betongewordene Realität, sind diese überdimensionalen Shoppingcenter, mit allem, was das Herz der shopaholics höher schlagen lässt.





Von Armani über Prada bis Zizzi waren sie alle vertreten, dazu die schon erwähnten Food Courts, immer free wifi und jede Menge Möglichkeiten sich auf Sesseln o.ä. auszuruhen. Der Asiate schlief da auch gern mal ein Stündchen, während seine Frau , Geliebte oder Kinder die Geschäfte stürmten.



Und in der Mitte der Konsumarkaden jeweils die open ain Freilichtbühne für folkloristische Darbietungen aller Art:

Hulalu-Musik oder Tanz, Feuerjonglage, Zaubereien oder Action Painting mit Technomusik.

 





Vieles war einfach nur peinlich, aber als das versammelte Publikum einmal vom Conferencier aufgefordert wurde einen im Trubel verloren gegangenen 5-Jährigen zu suchen und dann auch fand, da machte selbst das Kommerzkasperle-Theater Sinn.

Zwei dieser Kapitalismus-Tempel kenne ich nun ziemlich gut: das Royal Hawaiian Center und das Alona Center.

Nicht weit entfernt vom Waikiki Strand und der Honolulu-Lagune waren sie beide.



 

Und genauso voll war es auch dort immer. Viele wollten surfen lernen, andere spielten am Strand Volleyball, wieder andere wollten sehen und gesehen werden.



 

Zum schwimmen war da fast zu viel Betrieb. Zudem irritierten mich auch aal-ähnliche dünne längliche Fische, die bis in Ufernähe geschwommen kamen.

Direkt hinter dem offiziellen Strandabschnitt konnte man dann auch schon die ersten Verlierer von Hawaii finden, Obdachlose, die in ihren syphigen Schlafsack gemummelt friedlich den ganzen Tag verpennten.
Hin und wieder kam mal die Honolulu Polizei vorbei um Einzelne zu entfernen.





 




Und manchmal mussten sie einfach weg, weil eine neue Folge von 'Hawaii five O' gedreht wurde.



Aber wer dann wie ich viel und früh zu Fuß unterwegs war, der konnte das Elend überall sehen. 3 km vom Zentrum entfernt ganze Zeltanlagen, illegal am Straßenrand, mit den Habseligkeiten im Einkaufstrolley verstaut.
Andere schliefen am Strand oder in bizarren Stellungen gleich da, wo sie es tagsüber als Letztes noch hingeschafft hatten.
Die Aufnahmen dieser Menschen im Blog sind nicht von mir, soviel Würde wollte ich den Betroffenen lassen, aber alles, was die Bilder zeigen, habe ich mit eigenen Augen dutzendfach gesehen.

Im Gespräch mit zwei dieser armen Teufel waren es Krankheit und Arbeitslosigkeit, die die Existenzen jeweils zum Scheitern gebracht hatten. Ohne Geld ist das Leben wie eben überall auch an einem solchen Ort der Welt absolut nichts mehr wert .

Aus die Maus, Hulahula Overkill !

Mich hat das anfangs richtig wütend gemacht, vor allem,wenn ich sah, wie die Amerikaner mit dem Geld nur so um sich schmissen und ihre Pickup-Mietwagen stundenlang im Leerlauf laufen ließen.

Hinterher kam der Gewöhnungseffekt, ich hatte mich wie Honolulu insgesamt mit dieser Tragödie Einzelner arrangiert.
So ambivalent es auch war, Reichtum und Armut in friedlicher Koexistenz auf engstem Raum, lief wie geschmiert !

Und mittendrin ich, low budget Globetrotter, abends aber mit Golfplatzblick auf dem Balkon meines klimatisierten Zimmers im 7.Stock!



Das passte irgendwie auch nicht zusammen, Klischeecrash wuerde ich im Nachhinein sagen.

Hawaii war schon toll, aber die/das im Licht warfen ganz lange Schatten, ich glaube, der erste Ort, den ich kein zweites Mal besuchen wollte.



Und wie zur Verstärkung meines insgesamt melancholischen Gesamteindrucks dann noch eine hammerharte Ausreisekontrolle durch die amerikanischen Behörden: Socken + Schuhe aus, Ganzkörperscan, persönliches Abtasten und wipe-Drogentest - das war das Härteste, was ich bis dato erlebt hatte.

Ole'ea aloha, Hawaii ! - Ich freute mich auf Costa Rica !



 



 

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Sonntag, 5. April 2015
15. CAIRNS - SYDNEY - solo mit Greyhound
In Cairns begann also meine Solo-Retour-Tour und alles andere als dieses bewusste Ansteuern von Zielen, die zyklonbedingt bei wayoutsafari ausgefallen waren oder die im Hinterland der Ostkueste aus anderen Gruenden meine Aufmerksamkeit hatten, waere gar nicht machbar gewesen.

Erstens aus finanziellen Gruenden, mein low budget kam in Australien schnell an seine Grenzen, und zweitens auch aus zeitlichen Erwaegungen, hatte ich doch nur noch einen weiteren Monat fuer down under zur Verfuegung, und davon fast eine Woche zum Schluss in Sydney.

Damit steht natuerlich schon fest, nach Australien muss ich definitiv nochmal, die bucket list ist jetzt schon rappelvoll.

Als Fortbewegungsmittel hatte ich mir den (Greyhound-) Bus ausgesucht, so wie ich ihn von Amerika schon kannte. Damals war ich natuerlich geringfuegig juenger gewesen, war mit 2 Freunden quer durch Amerika gefahren und wir hatten jede Menge Nachtfahrten eingestreut, super im Bus geschlafen und viel Menge Geld fuer Uebernachtungen gespart.

Soweit die Theorie, in der Praxis habe ich diesmal 3 Nachtfahrten gehabt, die erste gleich von Cairns bis Rockhampton, so ca. 900 km. Aber ich konnte nur sehr schlecht schlafen in diesen runtergekuehlt klimatisierten Bussen, welche Position ich auch einnahm.
Und das Schoenste war, um mich herum vor allem die jugendlichen Backpacker, die nach kurzer Zeit friedlich schnarchend im Reich der Traeume waren. Okay, ich hatte ja noch free wifi und alle 3-4 Stunden die Moeglichkeit mir die Beine zu vertreten, wenn der Fahrer meist an riesigen Rastplaetzen eine Zwangspause einlegen musste.
Zum anderen fuhren die Busse natuerlich nach einem Fahrplan, der auf meine individuellen Reisegewohnheiten nicht immer Ruecksicht nahm. Konnte also bedeuten, dass ich schon mal 4-8 Stunden auf einen Greyhound wartete, in einer gottverlassenen Stadt ohne Wartehalle o.ae. Aber puenktlich waren die Busse immer, und zwar alle, auch die lokalen, die mich in Regionen brachten, wo der Greyhound gar nicht hielt. Greyhound befoerderte uebrigens mit uns Passagieren auch immer etwas Fracht im unteren Gepaeckfach, was manchmal laestige Umwege bedeutete.

Aber gut, in Cairns begann mein Individualtrip in der Nacht um 02.25 Uhr in der Naehe der dortigen Lagune. Dort hatte ich es mir auch bequem gemacht und Security kontrollierte das Gelaende im Stundentakt.
Mit mir stiegen so ca. 15 Leute ein, ich hatte eine Bank fuer mich. In Rockhampton kam ich dann um 19.35 Uhr puenktlich und geraedert und knapp 1000 km weiter suedlich an. Ich hatte mir ein Motel in Busbahnhofsnaehe genommen, bin noch zu Macces zum skypen und essen und dann wie tot in einen komatoesen Schlaf gefallen.

In Rockhampton, dem meat centre von Queensland, wollte ich eigentlich gar nichts. Mir war diese Stadt auf dem Hinweg aufgefallen, weil sie so vom Zyklon Marcia getroffen wurde. Fuer mich diente sie nur als Ausgangspunkt fuer einen etwas laengeren Stopp in Yeppoon an der Kueste, diese Stadt war richtig hart erwischt worden und ich wollte mir das mal genauer anschauen.









Am naechsten Morgen bin ich dann mit meinem mittlerweile 21 kg schweren Rucksack die 2 km zur Bushaltestelle nach Yeppoon gelaufen. Mehr ging auch nicht mit dem Gepaeck, ich musste mir da irgendwas einfallen lassen.

Busfahren ist uebrigens in ganz Australien sehr guenstig. Die 40 km kosteten mich 6 Dollar, also 4 Euro, da kann man nicht meckern.

Schon auf der Fahrt nach Yeppoon fiel mir das Ausmass der Schaeden durch den Zyklon auf, und ueberall waren die Aufraeumnungsarbeiten in vollem Gang, die Strassen voll mit Sperrmuell und einige Haeuser schon lerer geraeumt zum Abriss.



In der Stadt auch viel Militaer, stationiert in einem grossen rescuecamp in der Naehe des grroessten Supermarktes vor Ort.
Dort hielt auch der Bus und ich hatte es nicht weit bis zu meiner Unterkunft hier, einem flashpackers, einer Mischung aus backpackers und Hotel.

Dieses Coral Inn Yeppoon war ein Volltreffer, preisguenstig, mit Pool, super nette deutsche Gastgeber und meist Jugendliche aus der ganzen Welt, die Kueche konnte ich mitbenutzen und hatte trotzdem den Vorteil eines Einzelzimmers mit eigenem Bad, besser gings nicht.

Oder doch, denn in Yeppoons Buecherei konnte ich dann auch noch kostenlos meinen Blog ueber die wayoutback-safari-Tour schreiben. Eigentlich immer nur eine Stunde am Stueck, aber die freundlichen Damen aus der Buecherei haben mich dann stundenlang gewaehren lassen.
Um mich herum immer 4 - 6 andere Buerger der Stadt, die ihre Antraege auf Unterstuetzung nach der Zyklonkatastrophe online stellten. Mit einigen bin ich ins Gespraech gekommen, da waren harte Schicksale dabei, bis hin zum Verlust des ganzen Hauses.



Natuerlich habe ich mir auch Yeppoon angeschaut, eine Kleinstadt am suedlichen Rand des Barrier Reef, mit einem riesengrossen Sandstrand, der wohl als erstes nach dem Zyklon vom Treibgut gereinigt worden war.
Allerdings war schwimmen etwas kompliziert, da es lange dauerte, bis man ins tiefere Wasser kam. Ansonsten die ueblichen Verdaechtigen: Fast Food - Ketten, gottseidank war auch Domino's am Start, mit der 5 Dollar Pizza fuer den low budget Touristen unentbehrlich !!! Ausserdem 2 ziemlich grosse Einkaufszentren, wo ich preisguenstig das Noetigste besorgen konnte.
Und so kaempfte ich mich durch den Neusseeland-Blog, erfrischte mich zwischendurch immer mal wieder im Pool, hatte nette Gespraechspartner in der flashpackers, u.a. wieder einen Finnen - Johann aus Helsinki - und organisierte die Unterkuenfte fuer die kommenden Wochen.

Die Zeit in Yeppoon verging wie im Flug und ruckzuck sass ich wieder im Bus zurueck nach Rockhampton, von wo aus es nach Rainbow Beach und Fraser Island gehen sollte. In Rockhampton habe ich dann die laengste Wartezeit auf einen Greyhound-Bus auch irgendwie ueberstanden. Der Transfer von Yeppoon nach Rockhampton war schneller gewesen als gedacht und so hatte ich das Vergnuegen in Rockhampton 8 Stunden und 20 Minuten zu warten. Gottseidank hatte ein freundlicher Greyhound-Mitarbeiter wenigstens meinen grossen Rucksack im storage room eingeschlossen, aber als dann endlich der Bus nach Rainbow Beach kam, kannte ich jedes Geschaeft und jedes Restaurant in Rockhampton.

Genauso vertraut war mir natuerlich auch Rainbow Beach, der Ort, in dem ich mit der wayoutbacksafari-Truppe wegen des Zyklons gestrandet war.





Seine Bedeutung hat der Ort auch nur wegen Fraser Island, dieser riesigen vorgelagerten Sandinsel. Deshalb besteht der Ort zum grossen Teil aus Hotels, Motels und Hostels. Um Geld zu sparen hatte ich mich in Pippie's Beachhouse einquartiert, mit Fruehstueck von 7-8 und Einzelzimmer, ansonsten war das Beachhouse eine backpackers Unterkunft, durchaus akzeptabel und abends nicht zu laut.

Mein Highlight war der Daytrip nach Fraser Island ! Mit einem Allradtruck



ging es zur Faehre und dann quer ueber die Insel zum morning tea am Strand, an einer Stelle, wo Suesswasser von der Insel und Salzwasser aus dem Meer zusammenfliessen.
Das Wasser dort ist etwas geschwaerzt, weil es von den Wurzeln von Teebaeumen an Land gefaerbt wird.



Danach biegen wir ins Landesinnere der Insel ab und gelangen ueber abenteuerliche Pisten zum Lake Mc Kenzie.





Das Baden dort ist ein Hochgenuss, kristallklares Wasser und der Sand am Ufer extrem feinkoernig. Bevor wir uns zur anschliessenden Regenwaldwanderung aufmachen, gibt es ersteinmal ein Wrap-Lunch am Truck, mit einer Riesenechse inklusive.





Am fruehen Abend erreichen wir auf Umwegen wieder Rainbow Beach, da sich ein Touri mit seinem PKW auf der Zufahrtstrasse zur Insel festgefahren hat.
Am naechsten Tag wechsel ich noch fuer einen Tag in das Motel, in welches wir privilegierten wayoutback-Teilnehmer zyklonbedingt upgegradet wurden.

Ich wollte unbedingt noch einmal zu Carlo's sandblow wandern, ein irgendwie magischer Ort, der mich stark fasziniert und super Fotos liefert.







Abends werde ich Mitglied im sunshine surfers club von Rainbow Beach, was mich dazu berechtigt eine der bis dato besten vegetarian pizzas erwerben zu koennen, zum Vorzugspreis versteht sich ;-).






Und dann kommt es zum Wiedersehen mit unserem guide Dave von wayoutbacksafari, der mit seiner neuen Truppe auf dem Weg nach Sydney ist. Bei dem ein oder anderen Bier zeigt er sich von diesem Haufen allerdings schwer genervt und betont noch einmal, wie super wir immer drauf waren. Und Recht hat er, trotz des ganzen Chaos, die Leute waren echt gut drauf.



Am naechsten Tag heisst es Rucksack packen und ueber Brisbane ab nach Toowoomba , diesmal keine Nachtfahrt ! Toowoomba hatte mir Johann in Yeppoon empfohlen, eine mittelgrosse Stadt im Hinterland von Brisbane an der Great Dividing Range, mit vielen Parks und Moeglichkeiten laengere Wanderungen zu machen.







Einquartiert hatte ich mich in das Applegum Best Western Inn Motel, das ich vom Busbahnhof per Taxi erreiche.
Und da fiel mir auf dem Weg schon das Schild an einer Sporthalle auf, das auf Tischtennistrainingszeiten hinwies, eine sehr gute Nachricht, litt ich doch schon unter Entzugserscheinungen.
Und Toowoomba wird mir auch immer wegen dieser zwei super Trainingseinheiten in Erinnerung bleiben.



Einmal am Abend in einer gut ausgestatteten Halle mit 12 neuen Platten, bestem Licht und Leihschlaeger, fuer 5 Dollar war ich dabei.
Die Cracks von Toowoomba staunten dann auch nicht schlecht ueber meine Leistung, nur der Chinese Hiu konnte ein Spiel gegen mich gewinnen. Am Samstag Morgen dann social play, die Halle proppenvoll und Herren und Damen gemischt, 2 Stunden intensives Doppeltraining stand diesmal auf dem Programm.





Zeitgleich tobte draussen der Mob, eine 350 m lange city slide Wasserrutsche war vor meinem Motel aufgebaut und mobilisierte die jugendlichen Massen.

Gewandert bin ich aber auch noch in Toowoomba, so ist das nicht. Es gab wirklich klasse Parks dort und der Australier nutzt die auch intensiv in jeder Arbeitspause und am Wochenende sowieso. Mein Lieblingspark war der Queens Park in der Naehe meines Motels, dort habe ich einige Stunden verbracht und einfach nur dem Treiben zugeschaut.



Ganz tolle Fotos konnte ich dann vom Lookout oberhalb der Stadt ins Hinterland der Great Dividing Range machen.



Auch die Buecherei habe ich in Toowoomba genutzt, allerdings kostete es hier eine Gebuehr und die Benutzung war auch zeitlich limitiert. Die Buechereien in Australien sind allesamt sehr gut besucht und auch immer Kommunikationszentren. Dabei faellt auf, dass Reiche und Arme gleichermassen das Buechereiangebot nutzen.



Auch die Tage in Toowoomba waren schnell vorbei gegangen und damit schon zwei Drittel meiner kompletten Reise um die Welt, unglaublich !

Aber es ging weiter, immer weiter ! Die naechste Etappe hatte es wieder in sich. Mit dem Bus von Toowoomba zurueck nach Brisbane, von dort ebenfalls mit dem Bus nach Sydney zur Grand Central Station, und dann per Zug nach Katoomba in die Blue Mountains.

Dieses 'Naherholungsgebiet' der Stadtbevoelkerung von Sydney bietet alles, was das Herz des Wanderers hoeher schlagen laesst.
Einige der Hikes wollte ich nun testen und ich hatte mich in die lokale YHA einquartiert und konnte mich so selbst versorgen.
Diese YHA haette ich allerdings nicht ueber booking.com buchen sollen, sondern mit meinem internationalen Jugendherbergsausweis, da waere es guenstiger geworden.
Na gut, dachte ich, ein zweites Mal passiert dir das nicht !

Der naechste Schock war das Wetter: es war naemlich ziemlich kalt in den Bergen, als ich ankam und fuer einen Moment habe ich sogar daran gedacht die lange Jeans zu aktivieren.
Aber schon am naechsten Tag wurde das Wetter wieder besser, sonnig und warm.

Die YHA in Katoomba ist ein altes Ballhaus mit viel Tradition und voller Geschichten. Mit offenem Kamin, TV-Raum ( in dem ich morgens die Championsleague-Spiele auf einer Riesenleinwand gesehen habe ), klasse Kueche, Riesenaufenthaltsraum und einem schoenen Terrassen- und Gartenbereich. Hab ich noch was vergessen ? Ach ja, mein Zimmer, einfach aber ausreichend und ruhig gelegen, mit dem Namen Bridal Falls.





Katoomba selbst voll in Touristenhand, selbst ein Aldi war vor Ort. Und in der super ausgestatteten Buecherei habe ich dann so nebenbei den wayoutback-safari-Blog geschrieben. Hier kostete eine halbe Stunde einen Dollar und die Computerplaetze waren heiss begehrt.



Domino's war vor Ort,



es gab ein Kino und zu meiner grossen Freude Tischtennis in einem Nebenraum der apostolischen Kirche. Wieder wurde ich mit offenen Armen zum Training empfangen und kurz danach befand ich mich in einem Turnier mit 15 anderen Spielern.
Ich gab mein Bestes, erreichte auch die Endrunde, musste mich dann aber doch mit Platz vier begnuegen, alles dokumentiert in der oertlichen Presse und auf Facebook.
Irgendwie sind Tischtennisspieler einfach cool drauf und nach dem Turnier wurde wie in Deutschland erstmal ein Bier getrunken.
Am naechsten Tag konnte ich uebrigens kaum noch laufen, das war dann doch etwas zuviel gewesen am Tag zuvor: erst die Wanderung am Vormittag und dann am Abend das Turnier !

Insgesamt habe ich in Katoomba 5 Hikes gemacht: Prince Henry Cliff walk, The Giant Stairway, Leura Cascades to Further Steps, Mermaid Bride und Grand Canyon Track in Blackheath, eine Bahnstation von Katoomba entfernt. Die Hikes waren zwischen 10 und 21 km lang, was deutlich ans Limit ging.
Die schoensten Bilder hier kompakt aneinander gereiht:

























Mit verdammt viel Wehmut bin ich nach einer Woche vom idyllischem Katoomba in die Metropole Sydney weitergefahren.
Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich mehr der Naturfreak bin, was sollte ich eine Woche in einer Grossstadt machen, und dann noch mein 60.Geburtstag mittendrin ???

Und wieder kam alles ganz anders als vermutet. Sydney eroberte mein Herz im Sturm, was sicher auch an meiner grandios gelegenen Unterkunft im Bezirk Kirribilli lag, mit Sicht auf Oper und Harbor Bridge.
Und diese Bruecke faszinierte mich gleich von Beginn an, als mein Taxifahrer mich in 20 Minuten vom Grand Central Station zur Glennferrie Lodge fuhr.





In Sydney stimmte alles: Wetter super, nur einmal heftiger Regen, ansonsten 7 Tage Sonne und 26 Grad ! Herrliche Fahrten mit der Faehre rueber zum circular quay an der Oper und dem Botanischen Garten vorbei,









oder dieser wunderbare Weg ueber die Harbor Bridge in die Stadt,









mit Blick auf den Hafen oder die zahlreichen Museen in der Stadt, die groesstenteils kostenfrei besucht werden konnten.

Am liebsten bin ich zu den anderen Sehenswuerdigkeiten mit der Faehre gefahren, mit der Opal-Card war auch das Bezahlen ueberhaupt kein Problem.



Und gut, dass ich in Sydney Uebernachtung mit Fruehstueck hatte, denn teuer ist alles in dieser Stadt und man braucht 2,3 Tage um zu wissen, wo es etwas guenstiger ist.

Das Fruehstuecksbuffet in der Glenferrie Lodge um 07.00 Uhr bot alles, was das Herz begehrt: Ruehrei, Bacon, Beans, Obst in allen Variationen, Cereals, Toast, guten Kaffee etc. pp.
Mit dieser Grundlage brauchte ich die naechste und letzte Mahlzeit des Tages erst am Spaetnachmittag.
Und auch da gab es in dieser Stadt natuerlich reichlich Auswahl. Pizzaketten, die ganze Fastfoodpalette und Fisch&Chips, verhungert bin ich nicht !

Ein normaler Sydneytag sah also etwa so aus: gegen 09.00 Uhr mit der Faehre, nur 5 Minuten entfernt von meiner Unterkunft, in knapp 10 Minuten rueber ins Zentrum der Stadt, dann Spaziergaenge, Ausfluege und Sightseeing bis zum Spaetnachmittag, Essen gehen und meist war ich so spaetestens 22.00 Uhr wieder in der Glenferrie Lodge !















Auch die Kultur kam in Sydney nicht zu kurz. Ich habe mich auf den intensiven Besuch von 2 Museen konzentriert - der Art Gallery of New South Wales



und dem Museum of Contemporary Art



-, beide ohne eine Eintrittsgebuehr und mit free wifi; -)





Das Opera House von Sydney sollte eine besondere Rolle spielen waehrend meines Aufenthaltes in der 4-Millionen-Stadt, denn zum ersten Mal in meinem Leben habe ich an meinem 60.Geburtstag eine Oper-Vorstellung besucht, und zwar Madame Butterfly von Giacomo Puccini.
Dass diese Frau sich am Ende der Oper selbst ersticht, wusste ich allerdings nicht. Insgesamt konnte man sich das Ganze 2,5 Stunden lang durchaus anhoeren. Und es war deutlich preiswerter als die Alternative Climb the Bridge, mit der ich auch geliebauegelt hatte.









Mein Opal-Ticket brachte mich dann auch reibungslos zu 5 Zielen in der naeheren Umgebung von Sydneys Zentrum:

Darling Harbour,







Cockattoo Island, einer Insel im Hafen von Sydney, auf der im 2.Weltkrieg beschaedigte Schiffe repariert wurden und die jetzt als Touristenattraktion genutzt wird,















Manly Beach, neben Bondi Beach einer der Vorzeigestraende in der Naehe von Sydney,





die Mosman Bay, wo viele der Reichen und Schoenen wohnen, da gehoert ein Boot vor der Haustuer einfach dazu.





und The Rocks, dem Hafenviertel gleich neben dem circular quay







Was habe ich sonst noch so gemacht ?

Klar, 60 bin ich geworden, und dass mein elektronisches Postfach rappelvoll sein wuerde, damit hatte ich ja gerechnet.

Aber auch mehr als ein Dutzend analoge Grusskarten erreichten mich puenktlich weit weg von zu Hause. Da hatte mein Vater seine Haende im Spiel, wie ich spaeter erfuhr. Jedenfalls hatten die Mitarbeiter in der Glenferrie Lodge alle Haende voll zu tun an diesem Donnerstag und jeder wusste Bescheid.



Und beim Frisoer war ich in Kirribilli, nach Bali schon zum zweiten Mal auf meinem Trip um die Welt. War aber nicht halb so schoen, und dafuer auch noch doppelt so teuer !

Tja, und dann hiess es Abschied nehmen von dieser Traumstadt, meiner neuen Nummer 1 unter den Metropolen dieser Welt, noch vor Vancouver. Mit Faehre und Zug zum Flughafen und mit Quantas ab nach Hawaii ! Und was mich da dann erwartete, ist wieder eine ganz andere Geschichte ! Das Kapitel Australien war vorbei, schade schade.




PS: Diesen Blogteil konnte ich mit der Unterstuetzung des Waikiki Sand Villa Hotel-Teams im Businessraum des Hotels schreiben. MAHALO !

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Samstag, 7. März 2015
14. SYDNEY - CAIRNS mit Wayoutback Safari


Als ich an diesem Freitag, den 13.2.15, am fruehen Nachmittag von Auckland kommend in Sydney landete, konnte ich noch nicht ahnen, dass die folgenden 16 Tage meiner wayoutback safari Tour von hier nach Cairns zu dem Chaotischsten meiner bisherigen Weltreise gehoeren sollte.

Doch erst einmal hatte ich einen Tag Puffer zwischen Natur Pur und East Coast Party Trip und mein Weg fuehrte mich wieder mal zu einer Universitaet, diesmal in kirchlicher Traegerschaft.



Das Glebe Space Village vermiete wie ich es schon von Hobart kannte Zimmer in Studentenwohnheimen in den Semesterferien an Touristen.
Diese Uni erinnerte mich irgendwie an die Kulisse der Harry Potter - Romane, der Speisesaal hatte die Ausmasse von dem in Hogwarts



und nachts habe ich mich direkt einmal verlaufen. Eine kleine Chinesin war aber so freundlich mir den Weg zur Maennertoilette zu zeigen. Darueber, warum sie gerade den so gut kannte, habe ich nachts gar nicht erst nachgedacht.

Am naechsten Morgen ein erstes Highlight in einem brandneuen Nebengebaeude: Fruehstueck ueber den Daechern von Sydney mit Blick auf die Skyline der Stadt, diese Studenten wissen zu leben.





Frohgemut machte ich mich per Bus zum PickUp-Point meiner Tour an der Scary Canary Backpackers auf.
Ich war recht frueh dort und hatte noch Zeit mir den Bereich Darling Harbour anzuschauen, bevor ich um 15.00 Uhr abgeholt werden sollte.




Allerdings war kurz vor drei kein anderer Mensch mit Gepaeck vor dem Scary Canary zu sehen, das machte mich doch etwas stutzig. Und es kam auch keiner, telefonisch war der Veranstalter wayoutback safari auch nicht erreichbar, ewig besetzt. So langsam hatte ich die Schnauze voll, die Hafenrundfahrt in Sydney konnte ich schon mal knicken.
Mir blieb nichts anderes uebrig als mit dem Taxi in die erste offizielle Uebernachtungslocation zu fahren, der wake up backpackers.



Von diese Backpackers hatte und sollte ich ja noch viele kennenlernen. Sie sind sehr unterschiedlich, das wake up gehoerte eher zu den schlechten. Sehr voll, sehr laut und im Keller eine Art Disco, wo die meist jugendlichen Gaeste aus aller Welt die Nacht ueber bespasst wurden. An diesem Abend stieg die grosse Valentinsparty mit speed dating, okay, wer`s braucht.
Ich war jedenfalls erst einmal beruhigt, als mich eine Cheryl herzlich begruesste, mir mein Zimmer im 4.Stock gab und das Eintreffen der wayoutback safari Gruppe fuer ca. 19.00 Uhr ankuendigte.

Schon hier in Sydney war ich heilfroh in Deutschland fuer 200 Euro mehr die Doppelzimmer fuer Einzelbenutzung-Variante gebucht zu haben.

Im 4.Stock hoerte man die Baesse der Disco nur noch ansatzweise ;-)
Kurz vor sieben dann das Treffen mit dem Rest der Sydney-Cairns-Tour und guide Dave,


der mir erklaerte, der Pickup-Point sei im Dezember geaendert worden, okay, da war ich in Tasmanien unterwegs, hatte mir keiner gesagt.
Dann ein ultrakurzes personal briefing, u.a. erzaehlte mir Dave, er haette einen brandneuen chinesischen (!!!) Bus fuer die Tour, der sollte noch eine grosse Rolle spielen im Verlauf der kommenden 16 Tage.

Beim Abendessen in der Kellerdisco dann ein kurzes Kennenlernen der anderen Teilnehmer, so ungefaehr 12 Teilnehmer, altersmaessig bunt gemischt, von 18 - 68, ich sollte also nicht der absolute Oldie sein.



H.v.l.:

Jari (Finnland), ich, Carl (England), Barbara (Kanada), Bessie (England), Rebecca (England), Amy (England), Jessica (
England)

V.v.l.:

Nicole (Deutschland/China), Mieke (Belgien), Naomi (England), Izzy (England)

Nach dem Burger-Dinner haben wir dann noch einen kleinen Gang durch Sydneys Chinatown gemacht, bis sich die Gruppe aufloeste und die juengeren Partyfreaks zum speed-dating eilten.



Um 05.15 Uhr bin ich dann noch einmal kurz aufgewacht, vor dem Wake up verabschiedeten sich die letzten Partygaeste in bester Stimmung voneinander und entschwanden in den Fruehen Morgen in Sydney. Gefuehlt kurz danach traf sich unsere Gruppe in der aufgraeumten Kellerbar zum ''Fruehstueck'', eingepackt in einer Plastikbox, dazu lauwarmer Tee oder Kaffee, war aber auch nicht weiter tragisch, da wir mit den Blue Mountains ein erstes Highlight auf dem Plan hatten. Das bedeutete zu dem Zeitpunkt der Tour noch Koffer/Backbags etc. in den hinteren Teil des chinesischen Busses wuchten, da der Anhaenger fuer das Gepaeck erst in Byron Bay geliefert werden sollte, in der Rueckschau koennte man sagen, alles erste Indizien fuer das grosse Disaster mit diesem brandneuen Yutong-Gefaehrt.



Eine dafuer aeusserst gute Idee war der musikalische Start in jeden neuen Tag, Dave hatte dafuer den Song uptown funk von Bruno Mars auserkoren und damit kamen gleich good vibrations in die morgens mehr oder weniger wachen Teilnehmer.








Zurueck zu den Blue Mountains: sie sind so etwas wie die Hausberge fuer die stadtmueden Einwohner von Sydney, nur gut eine Stunde Fahrt entfernt und entsprechend beliebt. Grosse Teile wurden im Dezember 2000 vor allem wegen der Artenvielfalt der Eukalyptusbaeume zum Weltkulturerbe der Unesco erklaert. Die Blaetter des Eukalyptus verdunsten ein aetherisches Oel, deren feiner Nebel ueber den Bergen liegt und bei Tageslicht durch Rayleigh-Streuung einen blauen Schimmer verursacht.






Fuer all das sollte unser Fuehrer kaum zu begeistern sein an diesem Tag, machte doch eine Entzuendung am Fuss einer Teilnehmerin den Besuch des oertlichen Krankenhauses in Katoomba, unserem Quartier in den Blue Mountains, notwendig.
Eher flapsig riet ich Izzy gleich zu einer Amputation, konnte ich da doch noch nicht ahnen, wie ernst die Lage war. In Katoomba bekam Izzy aber erst einmal ein neues Antibiotikum,selbstverstaendlich war da an den Konsum von Alkohol direkt nicht mehr zu denken ;-)





Aber es sollte noch heftiger fuer unseren guide kommen ! Bei einer Wanderung in den Blue Mountains am Nachmittag erlitt Bessie, eine echte Frohnatur aus ......... , beim Sturz auf dem 10000 Treppen Weg in der Naehe der Three Sisters eine Knoechelprellung, die einen weiteren Krankenhausbesuch am folgenden Tag noetig machte. Bessie kam dann zwar bergauf in den Genuss einer Frei-Fahrt mit der steilsten Eisenbahn der Welt, aber irgendwie lustig fand sie das natuerlich nicht.



Die Katastrophenbilanz der ersten beiden Tage war fuer wayoutback safari gewaltig. Die Stimmung am Abend war schon etwas gedrueckt in der sehr schoenen YHA von Katoomba, und nur 3 Teilnehmer schauten sich die nachts eindrucksvoll illuminierte Felsformation Three Sisters an.



Nicht jeden Tag hatten wir lt. Programm Vollverpflegung, aber Woolworth und Dominos Pizza waren nicht weit von der YHA entfernt und so fand jeder schnell sein Dinner der Wahl.

Der naechste Morgen brachte einige schwerwiegende Entscheidungen mit sich. Bessie hatte beim Roentgen Glueck, der Fuss war ''nur'' geprellt, sie konnte die Tour auf Kruecken fortsetzen.
Izzy dagegen musste fuer 2 Tage ins Krankenhaus und war wie wir von dieser Hiobsbotschaft total geschockt. In Brisbane sollte sie wieder zur Gruppe zurueckkehren duerfen.

Die Stimmung im Bus an diesem Morgen war trotz Bruno Mars niedergeschlagen, aber eine Delfin-Tour in der Port Stevens Bay half darueber hinweg.





Mit uns an Bord 100 Chinesen ohne Kontrabass, die besten Plaetze an der Reeling hatte sich aber wayoutback safari gesichert ! Und im Gegensatz zu der eher deprimnierenden Delfin-Jagd auf Bali waren die australischen Delfine tatsaechlich zu sehen und zu fotografieren.





Auf dem Weg zurueck in den Hafen machten es sich die Teenager unserer Gruppe dann beim boom netting in einem knapp ueber der Wasseroberflaeche gespannten grossen Seilnetz bequem, was die groesste Erfrischung im Wasser garantierte.



Eine eher beschauliche Aktivitaet war da am Morgen der Besuch des Koala-Hospitals in Port Macquarie gewesen. Dafuer aber waren absolut alle hin und weg von den poussierlichen kleinen Kletterbaeren, die auf die eine oder andere Art gehandicappt aus ganz Australien zur Behandlung in diesesTierkrankenhaus eingeliefert wurden.







Der eine Koala war vom Baum gefallen, der naechste hatte Huefte, wieder einer konnte kaum noch was sehen. Nach der Genesung wurden diese Koalas alle wieder an der Stelle in die Freiheit entlassen, wo man sie einst gefunden hatte.
Absoluter Star des Koala-Hospitals war allerdings Langzeitpatient Harry, der die Herzen vor allem der weiblichen Teilnehmer im Sturm eroberte. War aber auch putzig anzusehen, wie sich seine Pflegerin und er im Kaefig vergnuegten.

An der Coff''s Coast machten wir dann Station in Surfers Paradise in einem Backpackers-Camp direkt am Strand gelegen. Zum ersten und wie sich dann wegen unguenstiger Wetterbedingungen ergeben sollte einzigen Mal hatte ich das Vergnuegen gemeinsam mit 7 Ladies in einem Schlafcontainer zu naechtigen. Die waren aber alle schon in ihren Betten verschwunden, als ich es mir dort bequem machte, und geschlafen habe ich in der Anwesenheit von solch konzentrierter Weiblichkeit noch besser als sonst !
Ein langer Strandspaziergang, das Baden im Meer, ein kuehles Bier und der leider vergebliche Versuch den Sonnenuntergang zu fotografieren trugen vielleicht auch dazu bei. Jedenfalls habe ich von einer gross angekuendigten Beachparty nichts mitbekommen.







Fuer einige aus der Gruppe stand am Nachmittag auch eine Surf-Einheit auf dem Programm, die Begeisterung hielt sich in Grenzen, da braucht man doch mehr Zeit um ein Erfolgserlebnis zu haben.
Witzig fand ich, wie die Camp-Freaks das Abendessen organisierten. Naemlich mit einem Schreiwettbewerb, je lauter, desto eher - ich war in Gruppe 2, gottseidank, Hunger hatte ich meist wie Harro.
In der Nacht hat es geregnet und der Tag wuerde Ueberraschungen mit sich bringen. Ich bin ziemlich frueh am Strand um einen weiteren Versuch zu starten diesmal den Sonnenaufgang zu fotografieren, aber der Himmel ist bewoelkt, als die ersten Surf-Einheiten fast noch im Dunkeln starten, Ebbe und Flut eben !

Wir fahren heute weiter nach Byron Bay und zum ersten Mal ist ein Zyklon im Gespraech, der sich von Osten der Kueste naehert, Dave wirkt etwas beunruhigt, als er uns nach der Besichtigung des Leuchtturms dann in Byron Bay City fuer 4 Stunden Freizeit absetzt, um seinen Koffer-Bus-Container in Empfang zu nehmen.



Mit Barbara folge ich seinem Rat sofort zum Baden zu gehen, das Wetter soll sich lm Laufe des Nachmittags verschlechtern. Nicht von schlechten Eltern sind dann die Wellen am Strand.



An Schwimmen ist gar nicht zu denken, aber der Kampf mit den bis zu 3m hohen Brechern ist ein hoellisches Vergnuegen, ich haette bloss meine Brille absetzen sollen. Diese verliere ich naemlich fuer immer in den Fluten, als mich eine Monsterwelle von hinten trifft und ich kurz die Kontrolle verliere. Beim Auftaauchen kommt mir gleich etwas komisch vor, irgendwas fehlt, und das ist die Brille. Bei der Drift und der Gischt ist jegliches Suchen zwecklos, gut, dass sich noch die alte Ersatzbrille eingepackt hatte im September !
Und kurz nach dem Brillen-Blackout faengt es an zu regnen, wir verziehen uns zum Lunch in ein Cafe, Naomi schlaeft erstmal auf der Couch ein.

Von dem Abend an der Gold Coast ist mir eigentlich nur noch das Burgerabendessen in Erinnerung, Naomi hatte sich da einen megacoolen Nachtisch ausgesucht und tatsächlich alles verputzt, damit hatte wohl keiner gerechnet 😎.









Brisbane steht auf dem Programm fuer den folgenden Tag, aber nur als Wechselstation fuer einige Teilnehmer: Frances, die sehr nette junge Lehrerin aus Dublin, und die deutsche Barbara, focussiert, ruhig, ehrgeizig und verlaesslich, die in Brisbane ihre akademische Karriere fortsetzt und ein Haus mit anderen anmieten will, verlassen uns nach nur knapp einer Woche.
Dafuer kommt Izzy wieder, mittlerweile geht es ihr deutlich besser und sie wird vor allem von ihren 3 Freundinnen herzlichst begruesst. Und dann ist da auch noch der Finne Jari mit an Bord, der die ersten Stunden im Bus nach der langen Anreise von Europa im Dauerschlaf verbringt, ein sehr netter Typ um die 40, der den Altersdurchschnitt etwas nach oben korrigiert.

Dave ist glaube ich froh, als wir Rainbow Beach, das Tor zu Fraser Island erreicht haben. Mittlerweile regnet es heftig und in TV und Radio gibt es permanent Zyklon-Warnungen !!!





Das alles laesst aber unser workshop-Wiesel in der etwas in die Jahre gekommenen Herberge kalt. Mit staendigen Aufrufen zur konstanten ergebnisorientierten Arbeit am Objekt der Begierde treibt sie vor allem Mieke fast an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Wir sollen jedenfalls einen kleinen Boomerang bemalen, war schon in der Schule nicht meine Paradedisziplin, aber mein Ergebnis kann sich eigentlich ganz gut sehen lassen. Jetzt muss ich das Flugobjekt nur noch heil nach Deutschland zuruecktransportieren !



Wettertechnisch hat sich nichts getan, es regnet und so spiele ich ein wenig Tischtennis mit Carl um die Zeit totzuschlagen. Geplant ist immer noch Fraser Island am kommenden Tag mit Uebernachtung auf der Sandinsel, aber dann kommt alles ganz anders !

Die Hiobsbotschaft trifft uns am fruehen Morgen knueppelhart - ein Ranger teilt uns kurz und knackig mit, dass der Ausflug auf die Insel ersatzlos gestrichen wird, da mittlerweile mit der Evakuierung von Fraser Island begonnen wurde. Bleibt also nichts weiter uebrig, als wieder zurueck ins Bett oder zum spontanen Fruehstueck zu gehen.





Aber es kommt noch dicker - raus aus Rainbow Beach kommen wir auch nicht mehr, da einige Strassen mittlerweile komplett ueberflutet sind. Dave hat wirklich alle Haende voll zu tun um die Lage in den Griff zu bekommen. Fuer Jari und mich heisst das upgrade in ein Motel am Ort, denn unsere Zimmer in der backpackers-Herberge hatten wir ja gar nicht gebucht fuer diese Nacht. Das alles ist umso deprimierender vor dem Hintergrund, dass das Wetter in Rainbow Beach soo schlecht gar nicht ist.
Wir koennen sogar einen kleinen Spaziergang zu Carlos Sandblow machen, einer der Attraktionen vor Ort, bis es dann doch wieder anfaengt zu regnen.











Nachmittags organisiere ich fuer 5 aus der Gruppe eine spontane tea-session in unserem Motel auf dem Balkon, Bessie bringt Gebaeck mit, alles andere ist im Motel ja vorhanden. Abends gibt es Dinner in der Backpackers und Dave erklaert uns beim Briefing am Abend, dass auch der Trip zur Kroombit Cattle Station gefaehrdet ist. Alternativ wollen wir am naechsten Morgen versuchen, uns bis Agnes Water/1770 durchzukaempfen, ein Alternativangebot, dass die australische Reiseagentur ausgetueftelt hat.

Und so geht es am naechsten Tag auf eine 700 km Strecke ohne Air Con, ein Horrortrip, der an einigen immer noch ueberfluteten Strassen vorbei fuehrt.







Zwischendurch sehen wir viel Militaer, das schon zu Aufraeumnungsarbeiten in der Gegend von Rockhampton/Yeppoon ausgerueckt ist, zerstoerte Haeuser, umgestuerzte Baeume und ganz gesperrte Gebiete, in denen es noch lange dauern wird, bis sich die Lage normalisiert hat.

In Agnes Water finden wir mit dem Campingplatz Lala-Land gleich bei unserem ersten Zwischenstopp eine schoene Uebernachtungsalternative fuer 2 Naechte. Wir sind in klimatisierten (!) Containern untergebracht, koennen uns selbst verpflegen und es ist nicht weit nach Agnes Water/1770 mit seinen Sehenswuerdigkeiten, Attraktionen und Geschaeften.









Dave will abends ein Barbecue anbieten, am zweiten Tag ist selbst Kochen angesagt. Und so geht es nach einer ersten Sightseeing Tour die Kueste bei Agnes Water entlang erstmal zum einkaufen, einige buchen auch gleich noch eine Kanutour.

Am Abend dann Fleisch marsch, allerdings loest sich die wayoutback-Runde schnell auf, als Moskitos und Spinnen vor allem die Maedels in die Flucht schlagen. Vor Jaris und meinem Container haben sich zudem ca. 30 Riesenfroesche versammelt, da wir die Aussenbeleuchtung angelassen haben. Im Container erlege ich bei einer wilden Jagd eine ca 10 cm grosse Kuechenschabe, die wir demonstrativ verendet in der Kueche liegen lassen, ab da war im Karton bzw. Container.

Der folgende Tag steht zur freien Verfuegung. Dave bietet shuttle-Touren von Lala-Land nach Agnes Water an, ansonsten macht jeder, was er will oder besser gesagt, was er körperlich verkraften kann bei den deutlich gestiegenen Temperaturen. Nach einem kurzen Spaziergang morgens entscheide ich mich jedenfalls über die Mittagszeit im klimatisierten Container zu bleiben. Habe ihn ganz für mich, da Jari zu einer Kanutour unterwegs ist.





Am Abend nach der Pasta, die wir heute dann auch selbst zubereiten, verschwinden alle ziemlich schnell in ihren Containern, es geht früh los am nächsten morgen und 700 km ohne Klimaanlage bis Airlie Beach müssen irgendwie überstanden werden.
Mir tut Dave dabei am meisten leid, wie der das aushält, ist mir bis heute ein Rätsel.

Wayoutback hat einen zusätzlichen Tag in den Whitsundays spendiert, da ja auch der Programmpunkt Kroombit Cattle Station dem Zyklon zum Opfer gefallen ist.

Nachher habe ich von Dave erfahren, dass es dort wegen Überflutung echt gefährlich wurde für die Mitarbeiter und Gäste.

Irgendwie schaffen wir es aber dann natürlich doch zu unserer Unterkunft, einer backpackers, die auch gleich neben der Rezeption einen Tourenschalter hat und alles verkauft, was man sich so vorstellen kann. Mieke und Nicole entscheiden sich spontan zum skydiving aus 16000 m Höhe !

Den Abend lassen dann mit mir inklusive einige in einem Pub ausklingen, wo ich zum Pong-Champion avanciere. Wahrscheinlich war ich der einzige in der Kneipe , der gar nicht wusste, was das überhaupt ist. Aber mit Tischtennisbaellen kenne ich mich eben aus, und so habe ich 5 davon souverän in Bierglaesern versenkt und meine Partnerin Mieke bis ins Finale gespielt. Mir wurde das Ganze aber dann doch etwas zu langweilig und mein klimatisiertes Zimmer inklusive Fernseher lockte verfuehrerisch.

Am nächsten Morgen haben wir die Reste von 1770 verfruehstueckt, der Kühlschrank in meinem Zimmer war so etwas wie die lebensmittelzentrale der wayoutback-gruppe und führte zu einigen geselligen Zusammenkünften.

Jari und ich haben dann noch versucht eine längere Wanderung am Strand zu machen, aber es war einfach zu heiß und feucht, wir mussten abbrechen, obwohl das Panorama fast surreal schön war.









Entsprechend viele Fotos landeten im Australien -Ordner !!!

Am Abend dann aber ein echtes Highlight: nach unzähligen Burgern und Chips endlich mal ein richtiges Essen im Fish d'vine, War zwar ein wenig teurer, aber super lecker und den Cocktail zum Nachtisch gab es in der gleichen location, besser geht es nicht.




Beschwingt trat eine Gruppe von 8 Teilnehmern den Heimweg an, nicht ohne noch das allabendliche Eis zu kaufen ☺.

Der folgende Tag stand im Zeichen eines Segelttoerns zu den Whitsundays mit Schnorcheln und Baden am Westhaven Beach.





Das ganze mit dem Katamaran Carima, der über 5 Millionen Dollar gekostet hatte, und mit einem 15 m hohen Glasfibermast ausgerüstet war. Mit an Bord eine Gruppe von Kontiki-Reisenden, die ihrem Ruf vor allem Alkohol zu trinken während des Trips absolut gerecht wurden. Es hätte nicht viel gefehlt und der Kapitän hätte die Bar geschlossen.

Das Schnorcheln habe ich verweigert an diesem Tag, man musste als über 50-jähriger etliche Papiere unterschreiben, das fand ich diskriminierend.
Viel verpasst habe ich nicht, ziemlich enttaeuscht kam die Gruppe nach 60 Minuten wieder an Bord, der Zyklon Marcia hatte das Wasser stark aufgewühlt und die Sicht unter Wasser war bescheiden gewesen.

Das Baden am westhaven beach ging auch nur im stinger suit, einem Gummiganzkoerperkondom, um vor den aggressiven Quallen geschützt zu sein, war aber trotz allem herrlich und der Sand am Strand unglaublich feinkoernig.


Ansonsten heisst es eincremen, eincremen und nochmal eincremen, die Sonne brennt gnadenlos. Sehr lecker ist das Barbecue an Bord, ich glaub, ich bin mit Carl dreimal an den Futtertroegen gewesen.

Die Sonne geht schon fast unter, als wir wieder im Hafen von Airlie beach einlaufen. So ein Tag auf See macht einen doch ziemlich muede, viel läuft abends nicht mehr,





und auch der nächste Tag wird individuell vergammelt.
Naomi treffe ich an der Lagune, einem schönen Freibad in der Stadt, einige gehen shoppen, Nicole und Mieke stürzen sich vom Himmel und in meinem Zimmer montieren am Nachmittag 3 Mechaniker einen Flachbildschirm, ungefähr 2 Stunden lang !!!

Auf dem können wir uns aber abends gleich das skydiving Video anschauen und Mieke und Nicole bewundern, Respekt, Mädels !
Mittlerweile müssten die Clips auch auf YouTube weltweit zu sehen sein.

Die 4 Tage in airlie beach am Rande des Grear Barrier Reef hatten uns allen gut getan, okay, Izzy vielleicht nicht ganz so gut, denn ziemlich verkatert lag sie vor unserer Abreise in Richtung Atherton tablelands lang ausgestreckt in der Empfangshalle der backpackers, völlig erschöpft nach 4 Partynaechten in Folge.
Vielleicht ahnte sie aber auch nur, wie hart 600 km Fahrt ohne Air Con vorbei an Tee- und Zuckerplantagen sein können.

Erst in den Tablelands änderte sich die Szenerie, das Hochland südwestlich von Cairns glich Yorkshire und das Wetter war fantastisch. Und auch unser Quartier in Yungabarry, das hostel ' on the wallaby' entpuppte sich als Volltreffer.





Klein, aber fein, ohne Internet, aber mit viel Charme und dann das Barbecue abends mit Kartoffelbrei und Zwiebeln, ich hätte mich reinlegen können!

Ein weiteres Highlight abends, night canooeing - ich war dabei, in einem Boot mit Bessie und dem Finnen.
Am Nachmittag war es uns nich geglückt, den hier heimischen Platypus



zu sichten, nachts sahen wir sie alle:







tree kangaroo, wallaby, bat, kangaroo, oppossum und turtle. Barbara, Carl und Jessica haben dann auch noch Tiere unter Wasser gesehen, als ihr Kanu 10 m vom Ufer entfernt kenterte. Und dann soll da auch noch was mit Nicole und ihrem Ranger gewesen sein, was ich an dieser Stelle ausdrücklich nicht bestätigen will. Mit dem Finnen und Carl habe ich diesen schönen Tag dann im einzigen Pub vor Ort bei dem einen oder anderen Bier feuchtfroehlich ausklingen lassen. Die Erkenntnis am nächsten Morgen war ernüchternd - nur noch 2 Tage, dann war dieser wayoutback-Trip vorbei, ich fragte mich zum wiederholten Mal, wo war die Zeit geblieben ??? Das hieß aber umgekehrt auch alles zu genießen, was noch kam. Und dazu zählten ein erfrischendes Bad im Lake Eacham, die Begegnung mit einer 2m-Python, der figtree, das Abschlussbaden am Wasserfall und den Besuch einer Schokoladenfabrik. Auf dem Abschlussfoto oben am scenic lookout der tablelands konnte jeder sehen, wie gut die Gruppe miteinander harmonierte, obwohl die Einzelnen doch so unterschiedlich waren. Mit diesem Gefühl ging es dann nach Cairns in die große Giligans-backpackers, die ich persönlich nicht wieder buchen würde, zu laut, zu voll und streng durchorganisiert. Das Abschlussessen war lecker, die Verabschiedung von Dave für meinen Geschmack zu knapp und unpersönlich. Dieser guide hätte mehr verdient gehabt, unter den besonderen Umständen eines Schrottbusses und eines Zyklons hat er einen Riesenjob gemacht, alle Teilnehmer werden ihn bestimmt so schnell nicht vergessen ! Aber dann löste sich die Gruppe irgendwie schnell auf und erst am nächsten Morgen trafen sich 8 Unentwegte um nach einem Frühstück im Hafen eine weitere Schnorcheltour ins Great Barrier Reef zu unternehmen. Das Schiff war kleiner, aber diesmal ging auch ich von Bord, und ich habe es nicht bereut ! Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich an das Schnorcheln gewöhnt habe, aber die Sicht auf die Unterwasserwelt am Great Barrier Reef war einmalig. Die Bilder sind nicht von mir selbst geschossen, dazu war ich zu sehr mit meinem Equipment beschäftigt, aber die Fotos zeigen ungefähr das, was ich unter Wasser sehen konnte, ein einmaliges Erlebnis. Carl begleitet mich noch bis zur Cairns Lagune, die etwas größer und professioneller als die in Airlie beach wirkt. Ich brauch sie heute vor allem zum Trocknen meiner nassen Sachen, meinen Rucksack hatte ich morgens im storage room von Giligans deponiert. Als die Sonne untergeht macht sich Carl auf um in einem Steakhaus seinen Hunger zu bekämpfen, er fliegt noch für ein paar Tage nach Melbourne, bevor er nach London in die Heimat zurückkehrt. Carl war ein echt netter Typ, wie überhaupt jeder dieser wayoutback-Teilnehmer sehr sympathisch war, die werden mir alle irgendwie fehlen ! Aber fürs erste muss ich jetzt die Zeit bis 00.25 Uhr totschlagen, da kommt dann mein Nachtbus nach Rockhampton. Also schlendere ich noch ein wenig durch das abendliche Cairns und hole dann um 21.30 Uhr meinen Rucksack von der Giligans-backpackers ab, das organisierte Abenteuer Sydney-Cairns mit all seinen Überraschungen ist zu Ende !!! Jetzt heißt es rückwärts Marsch zurueck nach Sydney und selbst aktiv werden, ich freu mich darauf, einige Dinge intensiver und authentischer zu erleben und nehme mir ganz fest vor den Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen. Meine Route steht fest: Rockhampton - Yeppoon - Fraser Island/Rainbow Beach - Toowoomba - Kattoomba - Sydney

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Dienstag, 3. März 2015
13.Neuseeland - der Hammer !
Diesen Blogteil schreibe ich in Yeppoon, an der Ostkueste Australiens, ca. 40 km von Rockhampton entfernt, und zwar in der dortigen Buecherei. Es ist ein heisser Mittwoch im Maerz 2015, 13 Tage, nachdem der Zyklon Marcia diese schoene kleine Stadt verwuestet hat. Die Aufraeumungsarbeiten sind immer noch in vollem Gang.

Mein Neuseelandtrip mit Iris liegt also schon fast einen Monat zurueck, zwischendurch habe ich mit wayoutback safari eine abentuerliche Tour von Sydney nach Cairns gemacht, zusammen mit 8 Teenagern und 4 Oldies, aber dazu spaeter mehr.

Machen wir also eine kleine Zeitreise ans Ende des
letzten Jahres.



Silvester 2014 werde ich wohl nicht so schnell vergessen, ganz wenig geschlafen hatte ich auf den Flügen von Hobart nach Melbourne und von dort nach Auckland. Der gebuchte Flug nach Melbourne war zudem kurzfristig gestrichen  worden,  aber eine nette Jetstar-Mitarbeiterin sorgte schnell für einen Alternativflug.
Silvester um kurz vor sechs morgens stand ich also in Auckland auf dem Flughafen und gegen 12 Uhr sollte Iris von Singapur einfliegen.



Ich freute mich sehr, sie wiederzusehen, war aber knapp 100 Tage alleine unterwegs gewesen und wusste nicht so recht, wie das Camperleben in unserem Van funktionieren würde.
Aber auch 6 Stunden am Flughafen totzuschlagen ist eine Herausforderung.
Ich habe bei MC Donalds gefrühstückt,  mir ein Billighandy + Sim-Karte gekauft und bin 2x um den Flughafen gewandert.
Und dann landete Iris' Maschine absolut pünktlich und sie kam kurz vor eins aus der großen Glastür bei International Arrivals, mit nur einem Koffer, ich hatte mit mehr Gepäck gerechnet :-) etwas blass um die Nase, aber ansonsten ganz die Alte.

Die intimen Details unserer Begrüßung nach so langer Zeit der Trennung lasse ich im Blog mal weg, ihr könnt eurer Fantasie freien Lauf lassen, Kopfkino Klappe, die Erste.

Mit dem Airportshuttle





fuhren wir in die City zu unserem Best Western President Hotel. 5 Tage hatten wir Zeit Auckland zu erkunden, die erste Nacht gleich mit Feuerwerk, das vom Skytower gezündet wurde, nur 150 m von unserer Unterkunft entfernt.



Es dauerte aber nur 15 Minuten und gleich danach sind wir total kaputt eingeschlafen, dafür waren wir mit bei den Ersten weltweit , die das neue Jahr 2015 begrüßten.  

Wir hatten also ausreichend Zeit uns in Neuseeland zu akklimatisieren, in einer tollen Stadt, wie wir bei unseren Stadtrundgängen schnell herausfanden. Gefrühstückt wurde im Zimmer im Hotel.



Der Supermarkt Countdown direkt neben unserem Hotel hatte auch wirklich alles, was man so brauchte, und das Bezahlen machte man an Selbstbedienungskassen, theoretisch, denn bei fast jedem vierten Produkt, das man einscannte, kam eine Fehlermeldung und da musste der freundliche Supermarktmitarbeiter dann doch persönlich eingreifen. Den Job wollte ich nicht geschenkt bekommen.



Man wird ja während eines Sabbathjahres immer schlauer, und Rührei aus der Mikrowelle ist eine solche nahrungstechnische Errungenschaft, Not macht eben  erfinderisch !

Unser Lieblingslort in Auckland  sollte die waterfront werden, wie alles in Auckland nur einen Steinwurf entfernt und der ideale Ort zum Relaxen.









Hier konnte man das geschäftige Treiben in den zahlreichen Yachthäfen beobachten oder über die Flaniermeile von Shops, Boutiquen, Restaurants und der i-sites wandeln.
Letztere haben uns über ganz Neuseeland begleitet. Sie waren immer erste Anlaufstation, dort gab es die besten Informationen, kompetente Ansprechpartner und meist kostenloses wifi zum skypen mit den Lieben Zuhause.









In Auckland erstreckte sich die waterfront bis Westhaven  zur Auckland Harbour Bridge, mit sensationellen Ausblicken auf Aucklands Skyline.
Hin und wieder machte ein Kreuzfahrtschiff an Aucklands Kai fest und verpestete beim Anlegen und Abfahren die Luft.



Ansonsten bedeutete die waterfront für uns auch die Möglichkeit fangfrischen Fisch preisgünstig essen zu können, was wir im weiteren Verlauf unserer Reise in Neuseeland dann sehr ausgiebig gemacht haben.

Was Aucklands Skytower betraf, da hatte ich einfach Glück und war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Denn als ich am Fuß des Skytower stand und die sich von oben im freien Fall herabstürzenden Touristen  beobachtete, kam ein Mann auf mich zu und fragte mich, ob ich die Skytower - Eintrittskarte seiner Frau Ruth haben wolle, sie traute sich wohl nicht in die Höhe des Turms. Erst später habe ich gesehen, dass das Ticket 28 Dollar wert war, lucky guy .







Der Blick von oben auf Auckland  war super, es gab 2 Aussichtsplattformen, eine davon teilweise mit Glasboden, das war schon etwas gewohnheitsbedürftig beim Fotografieren.

Völlig entspannt dagegendie Spaziergänge durch die vielen Parks in der hügeligen Stadt



und zum Mount Eden, einen 'Steinwurf' vom Auckland Museum

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entfernt. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch an Aucklands Friedhof vorbei, irgendwie deplaziert unter zwei Schnellstraßen.
Am letzten Tag unseres Auckland-Aufenthalts haben wir es uns dann im Boutiquen- und Cafeteria-Viertel der Stadt vergnügt.









Parnell und Newmarket sind nicht weit vom Zentrum Aucklands entfernt und auch sehr beliebt bei den locals. Unsere Hoffnung dort Venus Williams zu treffen, die zu einem Australian Open Pro-Turnier angereist war, erfüllte sich nicht. Und in einem open-air-cafe mussten wir nach 20 Minuten kapitulieren und in die Innenräume wechseln, so heiß war es zwischen 13.00 und 16.00 Uhr.

Kurzum, Auckland hat uns Beiden sehr gut gefallen, die Stadt ist in meiner persönlichen Top 5 Best of Towns gelandet und mit etwas Wehmut sind wir dann nach 5 Tagen mit dem airport-bus-shuttle zurück zum Flughafen gefahren um dort unseren Campervan Mighty zu übernehmen. Da konnten wir ja noch nicht ahnen, dass das Modell Jackpot wirklich der große Hauptgewinn werden sollte.



Unsere Campingerfahrungen lagen ca. 25 Jahre zurück und auf engstem Raum hatten wir zumindest die letzten 4 Monate auch nicht verbracht.
Egal, die Mighty-Übergabe war eine Sache von 10 Minuten. Wir bekamen einen Toyota Hiace self-contained, das heißt mit Toilette an Bord, die haben wir allerdings nie gebraucht. Alles andere kam zum Einsatz, der etwas laute Kühlschrank, das komfortable ausklappbare Bett, unsere Sitzgelegenheit,  der Klapptisch innen und das Equipment für draußen, Tisch und 2 Stühle, dazu eine Geschirr/Besteckkiste, diverse Gepäckfächer und ein Minispülbecken. Gekocht haben wir auf einem einflammigen Gaskocher, also recht bescheiden.

Insgesamt haben wir pro Tag ca. 40 Dollar pro Person ausgegeben, inklusive Sprit, Lebensmittel, Campingplatzgebühr etc. Das ist natürlich nur möglich, wenn man ab und zu freedom camping macht, was in Neuseeland mit self contained campervans erlaubt ist, und sparsam lebt. Wir haben nur 2x am Tag gegessen und die Lebensmittel dafür in Großpackungen eingekauft. Das hatte den Vorteil, dass wir gleich vouchers für den Sprit bekamen, so ca. 4-6 Cent billiger der Liter. Unser Toyota brauchte bleifrei Normalbenzin und davon ungefähr 10 Liter auf 100 km. Auf dem Tachometer waren 254000 km, als wir ihn übernahmen, weitere 6087 km sind wir gefahren auf Nord- und Südinsel.







Mit dem Automatikgetriebe ließ sich der Campervan gut fahren und schaffte 140 in der Spitze. Allerdings waren die meisten Straßen nur mit 60 - 80 km/h zu befahren, große Entfernungen waren da schnell Tagesetappen.
Iris hatte Zuhause eine detaillierte Route für die knapp 50 Tage on the road entwickelt, an die wir uns am Anfang auch gehalten haben. Im Laufe der Zeit wurden wir immer spontaner und haben beim abendlichen briefing vieles neu überlegt. Das war einer dieser großen Vorteile mit dem Campervan, so frei zu sein von Hotelbuchungen u.ä.
Wo es uns gefiel, da sind wir einfach geblieben, manchmal haben wir gegen Ende unseres Trips sogar besonders schöne Stellen ein zweites mal besucht.
Gestartet sind wir aber nach Plan mit der coromandel Halbinsel.



Hier haben wir unsere erste Wanderung gemacht und uns total mit den Zeitangaben vertan; als es schon dämmerte, sind wir sicherheitshalber den gleichen Weg zurück gegangen. Auf der Coromandel Halbinsel haben wir auch das erste mal im Meer gebadet, bei ungefähr 18 Grad,  und auch die ersten Schotterstraßen sind wir dort gefahren. Ohne Probleme übrigens, auf der Südinsel sollte das anders werden, unser Bremssystem zersetzen und 100 Dollar kosten.
Campgrounds zu finden war nur anfänglich ein Problem, als in Neuseeland noch Sommerferien waren. Da haben wir einmal den letzten freien Platz erwischt, zwischen riesigen Caravans mit Booten und Vorzelt. Ansonsten ging eigentlich immer was.





Entweder ein 5-star holiday park ( ca. 30 Dollar pro Person - powered or non powered), ein normaler Campingplatz ( ca. 35 Dollar  )  , ein doc campground 6 Dollar pro Person oder eben freedom camping for nothing. Das ging prinzipiell überall, wo es nicht ausdrücklich durch Plakatierung verboten war.

Unser zweites Ziel auf der Nordinsel war Roturua, bekannt für seine heissen Quellen. Wir sind da auch hingefahren und haben in einem nahe gelegenen See gebadet und ihn umwandert.





Der Eintritt zu diesen heissen Quellen war uns zu teuer. Apropos teuer, also preiswert ist Neuseeland sicher nicht. Mit der Zeit bekommt man mit, wo sich das Einkaufen lohnt, welche Tankstellen am billigsten sind und durch Mundpropaganda hört man auch von dem ein oder anderen günstigen campground. Jedenfalls sind wir von Roturua sehr schnell in Richtung bay of plenty weitergefahren und das war sicher die richtige Entscheidung.
Wunderbare Buchten, tolle Ausblicke, Fotomotive satt  und immer gutes Wetter, sonnig und ungefähr 25 Grad ! Die Küstenstraße von Wangunaui bis Whakatana hat uns so massiv beeindruckt,  dass wir sie einfach weitergefahren sind, über Tauranga und Opotiki  bis zur Hicks bay, super Strecke und oben an der Ostküste dann ein erster persoenlicher Kontakt mit zwei Maori-Teenagern, die dort in den Ferien den Service im Lebensmittelladen ihrer Eltern managten.







Insgesamt war unser Eindruck von den Maoris von Auckland her eher negativ geprägt. Oft saßen sie bettelnd am Straßenrand, übergewichtig und alkoholisiert. Ich denke, mit der weißen neuseeländischen Lebensart können sie nur wenig anfangen. Diese beiden Teenager von der Hicks bay wussten genau, was sie wollten, raus aus ihrem Kaff und die Welt sehen, sicher waren wir nicht, dass das mal klappt.
Genauso wenig vom Erfolg gekrönt war unser Plan am East Cape Lighthouse zu campen, dort hätte man als erster den Sonnenaufgang miterleben können.







Aber das Wetter spielte nicht mit und die Schotterstraße dorthin war wegen Sturms gesperrt, wir mussten umkehren und sind in Richtung Napier weitergefahren.
Diese Stadt hat mir sehr gefallen, wie immer galt unser erster Besuch der lokalen i-site,



dem Informationszentrum mit free wifi, kostenlosen Parkplätzen und sehr bemühten Personal, das den Touristen und Backpackern bei alle Problemen weiterhalf. Wir haben in den i-sites oft ein Kaffee getrunken, hin und wieder geskypt,  mitunter campgrounds vorgebucht und uns Stadtpläne besorgt. Und zur großen Freude von Iris sind wir auch zu jedem scenic lookout gewandert, den es auf Neuseeland gab. In Napier war es dann eben mal der Bluff Hill lookout.







Von der Ostküste ging es aber dann in einer Tagesetappe in die Berge zum Tongariro-national-park. Und Neuseeland ist eindeutig das Land mit dem höchsten Abwechslungsfaktor. 3 Stunden Fahrt und die Landschaft ändert sich komplett. Gerade noch super Küste und dann Bergpanoramen wie in den Alpen. Auf dem kleinen Campingplatz in der Nähe von Papatekai habe ich dann auch gleich die tongariro alpine crossing tour gebucht. Iris war ganz froh mal einen Tag zum erholen zu haben.







Ich wurde um 07.00 Uhr mit dem Bus abgeholt und in 1500 m Höhe ging es los. Dass es dort um die Zeit noch sehr frisch sein sollte, hatte ich völlig unterschätzt, und so musste ich mich durch schnelles Gehen warm halten. Gottseidank kam dann um kurz nach acht die Sonne raus und es wurde ein fantastischer Tages-hike. Vorbei an Vulkanseen, aktiven Kratern, tollen Felsformationen und spektakulären Ausblicken.





Ungefähr 60000 Wanderer gehen die 17 km-Strecke jedes Jahr. Mitunter nicht ganz so einfach, vor allem die Geröllpassagen vor den Kraterseen. Im Schnitt wird mit 6  - 7 Stunden Wanderzeit gerechnet, ich war mit einer Gruppe schwedischer Teenager nach 5 Stunden und 15 Minuten am Ziel, erschöpft aber total beeindruckt von der Landschaft und etlichen Fotos mehr auf dem Tablet.











Zur Belohnung sind Iris und ich dann erstmal nach Burger King zum essen gefahren, als ich wieder auf dem campground war.

Am naechsten Tag ging es weiter in Richtung Whanganui an der Westkueste, einer Zwischenstation auf unserem Weg nach Wellington. Von dort hatten wir viel zu spaet eine Faehre auf die Suedinsel gebucht. Die einzige noch Verfuegbare war eine Nachtfaehre am 16.01.15 um 02.30 Uhr. Schade, denn so konnten wir von der landschaftlich reizvollen Ueberfahrt nach Picton auf der Suedinsel natuerlich nichts mitbekommen.



In Whanganui haben wir dann einen schoenen Spaziergang zum War Memorial Tower gemacht, von dem aus man den besten Blick auf die Stadt am gleichnamigen Fluss hatte.







Ausserdem war auch hier die i-site komfortabel ausgestattet und ich kann mich noch heute an ein leckeres scrambled-eggs-Fruehstueckstoast erinnern.

Einen Badestopp legten wir dann noch so 40 km vor Wellington ein. Ich hatte fuer den letzten Streckenabschnitt eine Abkuerzung durch die Berge nach Lower Hutt vor Wellington ausgemacht und so blieb genug Zeit fuer ein wenig Schwimmen im Tasmanischen Meer. Herrlich bei 25 Grad Luft- und 21 Grad Wassertemperatur.
Dass danach noch ein wilder Hoellenritt durchs Gebirge folgen sollte, ahnten wir da noch nicht.

Vollgetankt und frohen Mutes fanden wir schon den Abzweig durch die Berge erst im zweiten Anlauf und die dann folgenden 20 km Bergstrasse entpuppten sich als das Haerteste, was ich je gefahren bin. Durchschnittlich mit 15 km/h quaelte sich der Mighty die immer enger werdende Strasse den Berg hinauf. Quer durch den Regenwald, in Serpentinen und nirgends eine Spur von Zivilisation. Nach 45 Minuten glaubten wir beide nicht mehr so ganz, dass wir noch auf dem richtigen Weg waren. Aber wie so oft auf unserem Trip, ploetzlich aenderte sich die Landschaft, das Tal wurde breiter und letztlich kamen wir fast im Dunkeln aber sicher auf unserem Campingplatz in der Naehe von Wellington an.
Dieser war verkehrstechnisch gut gelegen, und wir konnten mit dem Bus in die City fahren.





Also Wellington fand ich persoenlich jetzt nicht so berauschend, viel Buerohochhaeuser und wenig Gruen in der Stadt, aber das beste Museum der Welt haben sie dann doch.



Es heisst Te Papa und ist New Zealand's National Museum. Ich habe eine 2-stuendige personal guided tour mit Bill gemacht und er hat mir viel erklaert ueber die Kultur, Geschichte und Fauna und Flora Neuseelands. Ausserdem hat er mir Geheimtipps fuer unseren Besuch der Suedinsel gegeben, er war ein sehr motivierter Englaender, der vor zig Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist. Er bestaetigte uebrigens im Verlauf unserer Tour, dass auch Neuseeland ein immigration problem hat und wir haben lange ueber Parallelen zu aehnlichen Konflikten in Europa diskutiert.
Von Wellington ist mir ansonsten eigentlich nur noch die alte St.Paul Cathedral und ihr neues Gegenstueck in Erinnerung. Tradition gegen Funktionalitaet, kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen.





Abends wird es zum ersten Mal nach 2 Wochen zu kuehl um draussen sitzen zu bleiben, aber auch im Campervan kann es sehr romantisch sein.
Am naechsten Tag brauchen wir keine Uebernachtungskosten einzuplanen, da sind wir auf der Interislander-Faehre nach Picton auf der Suedinsel. Und so entscheiden wir uns tagsueber fuer eine letzte Wanderung auf der Nordinsel, den Pencarrow Lighthouse Trail, ganz in der Naehe unseres Campingplatzes und vis a vis von Wellington auf der gegenueberliegenden Buchtseite. Der Weg ist ca. 15 km lang, mit wenig Steigungen und bietet dafuer abermals fantastische Ausblicke auf Wellington und den East Harbour Regional Park.









Nach 4,5 Stunden sind wir wieder zurueck am Mighty und essen eine leckere Pizza in einem naheliegenden Strandrestaurant.
Und dann heisst es warten bzw. vorschlafen, denn vor 01.00 Uhr in der Nacht brauchen wir nicht am Hafen zu sein. Und tatsaechlich finden wir beide ein wenig Schlaf, bevor uns der Wecker zur Abfahrt mahnt. Auch der Faehren-Check-In ist eine Sache von Sekunden, geht sowieso alles online hier und puenktlich um 02.30 Uhr verlassen wir die Nordinsel Neuseelands nach 16 super Tagen dort. Jeder einzelne davon war ein besonderes Erlebnis, klar, wir sind auch viel gefahren, aber bei derart atemberaubenden Landschaften kam nicht eine Sekunde Langeweile auf.













Die Neuseelaender sind extrem freundlich und offen gegenueber uns Touristen gewesen, immer hilfsbereit und auf der anderen Seite viel risikofreudiger und abenteuerlustiger als wir.

Ganz vergessen zu erwaehnen habe ich diesen Mancarata trail, eine klasse Wanderung im Regenwald oder das Baden im Blue Lake.

Und gut getan hat uns dieses angenehme Klima, nicht zu warm, aber verlaesslich bestaendig gut. Und nach 16 Tagen sind wir Campervanprofis, die miteinander harmonieren und sich sehr auf weitere 29 Tage auf der Suedinsel freuen.

Die Nordinsel hatte uns ja schon maechtig beeindruckt, aber die Suedinsel stellte das alles in den Schatten: wilder, unberuehrter, intensiver, einsamer, jeden Tag mindestens einmal das Gefuehl des Ueberwaeltigtseins von soviel konzentrierter Schoenheit. Klingt pathetisch, trifft es aber ! Fuer alle, die Natur pur suchen, ist Neuseeland die Top-Adresse.

Einige Stellen haben uns so gut gefallen, dass wir gleich 2x da waren. Das betraf den kompletten Bereich von Kaikoura bis Nelson im Nordosten. Zudem gab es dort keinerlei sandflies,



jene kleinen Biester, die maechtig blutaktiv sind und uns in den Bergen sogar einmal zur fluchtartigen Abreise zwangen, und zum anderen ist das Wetter in diesem Teil der Suedinsel bestaendig gut und warm.

Alle, die von der Nordinsel mit der Faehre auf die Suedinsel fahren



landen in Picton. Dieser Ort beherbergt gleichermassen einfache Unterkuenfte fuer Tausende von Backpackern

,

die hier meist im work und travel-Modus unterwegs sind, als auch einige Campgrounds + Holiday Parks fuer die unzaehligen Campervans von Mighty, Lucy, Apollo, Kea und wie sie alle hiessen. Irgendwann koennte das mal ein echtes Problem fuer Neuseeland werden, sind doch viele Fahrer an kniffligen Bergpassagen oft unsicher in der Lenkung ihres Fahrzeugs.

Picton empfing uns mit einem Sonnenaufgang erster Sahne. Es war so kurz vor sechs, als mir vor einer Baeckerei, die von Hollaendern gefuehrt wurde, diese fantastischen Schnappschuesse gelangen.





Sie gehoeren sicherlich zu den bis dato Besten meines Sabbatjahres und haben etwas Surreales + Utopisches in sich.

Beim ersten Mal haben wir Picton recht schnell verlassen und sind den Charlotte Drive entlang gefahren

,

beim zweiten Mal ist man dann doch oft viel schlauer und schaut genauer hin.









Die Momorangi Bay und der Queen Charlotte Track







in den Marlborough Sounds waren fuer uns aber nur Zwischenetappen auf dem Weg zum Abel Tasman National Park.

Dort hatten wir einen Zeltplatz fuer 2 Tage um eine Teiletappe des Abel Tasman Tracks zu wandern und mit dem Wassertaxi zurueckzufahren.















Der Abel Tasman Track gehoert zu den 5 schoensten Tracks in Neuseeland und stellt keine allzu grossen Anforderungen an die Fitness der Wanderer. Wahrscheinlich kann man die 51 km sogar in FlipFlops schaffen. Belohnt wird man mit herrlichen Ausblicken auf die Kueste, Regenwaldabschnitten, versteckten Buchten mit einsamen Straenden. Und wer nur ein Teilstueck geht, kommt in den Genuss der Wassertaxis. Diese sind oft vollgepackt mit Kajaks und anderem Geraet und fahren bei Ebbe vom Wasser direkt auf den Treckeraufleger, der einen dann bis kurz vor den Campervan faehrt, irgendwie verrueckt !



Abel Tasman war uebrigens ein hollaendischer Seemann, der als erster zwischen 1642 und 1644 im Auftrag der Dutch East India Company in Tasmanien und Neuseeland landete.
Wir haben unsere kleine ( Halb- )Insel ganz in der Naehe entdeckt, und zwar Rabbit Island, mit einer Minifaehre von Mapua erreichbar, wo wir 3x freedom camping hatten, direkt vis a vis vom besten fish&chips shop von Neuseeland, dem Mapua Smokehouse.













Der Fisch war erste Sahne, mit einer Riesenportion bester Pommes, und einmal haben wir dann bei unserem Abendspaziergang beobachtet, wie Mapua unter Einsatz einer Kamera-Drohne einen Promotion-Clip fuer seine website benutzte, Hightech in the middle of nowhere ;-)

Unser grosses naechstes Ziel war Cape Foulwind an der Westkueste. In den Bergen hatte es geregnet und so mussten wir unsere Route etwas aendern. Zum Glueck, denn Cape Foulwind war im Lonely Planet Reisefuehrer nur am Rande erwaehnt. Ich finde, da muss man unbedingt hin, dachte wohl auch Captain James Cook im Jahr 1770. Der Cape Foulwind Walkway ist neben dem in Kaikoura meine heimliche Nummer 1 unter den Kuestenwanderwegen und der Sonnenuntergang in Barrytown war soo romantisch.













Der ganze Westkuestenabschnitt von Westport bis Hokitika ist eine Augenweide und man muss sich schon ganz schoen konzentrieren beim Fahren um nicht zu sehr von der Landschaft abgelenkt zu werden.





















Tja, und dann gings ab in die Berge.





Die Gletscher waren unser naechstes Ziel und beim Briefing hatten wir uns fuer den Fox Glacier entschieden. Bei der Recherche in der Hokitika i-site hatte ich meinen Plan einen Hubschrauberrundflug ueber die Gletscher zu machen verworfen, alles vielzu teuer, so ab 350 Dollar aufwaerts.
Aber dann waren wir mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Irgendwo am Fuss des Westland Tai Poutini National Park bei einem Fotostopp



kam ein schwergewichtiger Mann zu uns und fragte, ob wir nicht an einem Helikopterflug ueber Mittelerde interessiert waeren. Er braeuchte dringend Passagiere um eine Maschine aufzufuellen und machte uns einen Sonderpreis, 30 Minuten fuer 250 Dollar.
Da ueberlegte ich nicht lange, und 20 Minuten spaeter hob der kleine gruene Hubschrauber in Richtung Gletscher ab, Iris hielt unten die Stellung.





















Natuerlich wollte auch Iris ihr Gletscher-Erlebnis haben und so sind wir wie am Vortag geplant zum Fox-Glacier gefahren.
Ehrlich gesagt, das war eine herbe Enttaeuschung. Es ist eh schon bedrueckend zu sehen, wie stark der Gletscher in den letzten Jahren abgeschmolzen ist, dazu war der Zugang zur Abbruchkante gesperrt und man konnte die Gletscherzunge nur aus 150 m Entfernung fotografieren. Ganz offiziell wurde uns von einem local guide erklaert, dass die Zukunft Hubschrauberrundfluegen gehoert um das Gletschertal langfristig zu schuetzen.





Mit gemischten Gefuehlen haben wir die Berge hinter uns gelassen, dieser verdammte Klimawandel ist offensichtlich ueberall zu spueren, selbst hier, totally down under.

Eine dagegen vergleichsweise harmlose Irritation von Mutter Natur belaestigte uns auf eine weitaus subtilere Art und Weise. Sandflies, Lars hatte mich schon davor gewarnt, nichts wuerde dagegen helfen. Okay, ich hatte ein wenig Glueck, weil als erstes haben sie immer Iris als Opfer ausgewaehlt. Diese Biester waren eindeutig haeufiger in Bergregionen anzutreffen, kein Wunder also, dass es uns wieder an die Kueste zog, und zwar nach Haast und die Jackson Bay.

Auf dem Weg dorthin konnten wir waehrend einer Wanderung am Beispiel einer suspension bridge sehr genau den Unterschied zwischen europaeischer und neuseelaendischer Mentalitaet feststellen.
Waehrend die Touristen aus Europa brav ueber die Bruecke gingen oder sie im Hoechstfall uebermuetig in Schwingung brachten, liessen sich Neuseelaender von der Bruecke ins eiskalte Wasser fallen und dabei natuerlich filmen, das gehoert ja immer dazu, vor allem bei der jugendlichen Zielgruppe oft unterstuetzt durch astdicke selfie poles.





Zurueck nach Haas, dort in der Naehe haben wir den in Neuseeland sehr beliebten whitebait-Fisch probiert, als pattie in einer Art Garagenimbiss. War jetzt nicht soo ueberragend, aber Fisch ist immerhin gesund und mindestens die Haelfte unseres Speiseplans bestand dementsprechend aus Fischdelikatessen.





Naechster Halt, Doubtful Sound, der kleinere Fjord im Vergleich zum besser bekannten Milford Sound. Der Doubtful Sound wurde uns vor allem von Naturschuetzern waermstens empfohlen.
Und auf einmal keine sandflies mehr, und dann auch noch der beste Campingplatz der Welt !!!
In Manapouri, den werde ich nicht vergessen, Toiletten und Kueche, sauberer als zu Hause, und nur 4 Campervans auf dem Riesengelaende, traumhaft.





Um den Doubtful Sound zu erreichen, muss man erstmal von Pearl Harbour quer ueber den Lake Manapouri zu der West Arm Power Station. Im See haben wir uebrigens mehrfach herrlich gebadet, ein wunderbares Vergnuegen.



Dann 22 km in 40 Minuten mit dem Bus ueber den Wilmot Pass mit herrlichem Ausblick auf den Fjord nach Deep Cove ( Einwohnerzahl: 2 ).



Hier wieder aufs Schiff und einfach nur geniessen, vor allem, wenn in einem Nebenarm des Doubtful Sounds der Kapitaen den Motor ausstellt und nichts mehr zu hoeren ist, ein fantastischer, fast magischer Moment.

















Als wir am Abend nach unserem Ausflug in den Doubtful Sound vor unserem Mighty sassen und uns gegenseitig von diesem Erlebnis vorschwaermten, hatten wir noch keine konkrete Idee fuer die Route der kommenden Wochen.
Kam da ueberhaupt noch was bis Christchurch, und auch diese Stadt koenne man getrost auslassen, hatten uns einige Campervan-Bekanntschaften geraten.

Kompletter Bloedsinn, gerade die Southern Scenic Route von Manapouri bis Invercargill und die sich daran anschliessenden Catlins sind wahrlich eine Reise wert. Nicht so ueberlaufen, durchweg preiswertere Uebernachtungsmoeglichkeiten und beste Gelegenheiten zum Schwimmen, Wandern und Erholen.
Unter anderem sind wir auf dieser Teilstrecke unseres Trips auch den Kepler Track im Fjordland National Park gewandert und ich habe in einem der kristallklaren Bergseen blank gezogen und ein erfrischendes Bad genommen.







Die Bilder davon sind natuerlich nicht in diesem
jugendfreien Blog zu finden, sind aber im Rahmen von travel fundraising bei mir erhaeltlich, ist alles eine Frage des Preises ;-).

Wir haben uns viel Zeit genommen auf dieser Scenic Route, einige Cafes besucht, einsame Wanderwege entdeckt und auf Campgrounds in the middle of nowhere uebernachtet.















Und irgendwann waren wir dann ganz im Sueden der Suedinsel, es gab da 2 Stellen, die das fuer sich reklamierten, den Stirling Post Signpost und The Slope, zur Sicherheit haben wir sie beide angefahren.









Von Invercargill bis Dunedin, wo es dann tatsaechlich das erste Mal auf unserer Reise durch Neuseeland richtig regnete und kuehl und ungemuetlich wurde, selbst im Campervan, sind wir der Catlins Kuestenstrasse gefolgt.

Die Catlins-Landschaften bestehen aus viel Farmland, Wald und menschenleeren Straenden, an denen man wie selbstverstaendlich ziemlich faule Seeloewen sehen kann.









Bekannt sind die Cathedral Caves oder die grossen Moeraki Boulders Felsen, die wie ueberdimensionale Murmeln am Strand liegen.









Ansonsten Natur pur !















In Dunedin war es dann allerdings so kuehl ( 17 Grad ) und regnerisch geworden, dass wir uns bei einer Cafekrisensitzung zur sofortigen Weiterfahrt in den Norden Richtung Picton/Nelson entschieden, wussten wir doch dank unserer Wetter-Apps, dass es da kontinuierlich schoen war und bleiben sollte.

Und so hiess es voll tanken, Heizung an und Kilometer machen. Vorbei an Oamaru, wo wir uns eine Domino-Pizza goennten, wild gecampt kurz vor Timaru, und am naechsten Morgen an Christchurch vorbei bis Kaikoura, einem Tipp von meinem Cousin Markus, und verdammt, der Mann hat einen guten Geschmack.



Die Kaikoura Peninsula und der gleichnamige 4-Stunden-Track sind absolut sehenswert, nicht wegen der seal colony, von denen gibt es weit mehr an anderen Stellen, sondern wegen der ueberragenden Aussichten aufs Meer von den Klippen.









Ich habe lange dort oben gesessen und nach Waalen Ausschau gehalten. Einige schlaue sind naemlich hier sesshaft geworden, sehr zur Freude der Touristen. Die kamen zwar nicht, aber die kontemplative Ruhe auf den Klippen hatte etwas Philosophisches an sich. Super Platz !

Auf dem Weg von Kaikoura nach Blenheim sind mir dann noch folgende Schnappschuesse gelungen. Unverstaendlicher Weise wird dieser Abschnitt an der Ostkueste der Suedinsel mit keinem Wort im Lonely Planet erwaehnt, ist aber vielleicht auch wieder gut so, dann hat das was von Geheimtipp-Charakter. Ich werde die genauen Ortsnamen dann mal auch nicht verraten.













Bekannt dagegen und in jedem Reisefuehrer nachzulesen ist die Cable Bay auf der Suedinsel.



Iris wird sie wegen des steilsten Aufstiegs waehrend einer Wanderung auf Neuseeland sicher nie vergessen. Hier sind Meer und Sound nur durch eine Strasse getrennt und fuer Kajakfahrer und Freeclimber ist die Gegend ein Paradies.







Ich habe dort alleine ein mehrstuendige Wanderung gemacht und war ziemlich einsam unterwegs, ausser ein paar Schafen, die von der grandiosen Landschaft allerdings weniger beeindruckt waren als ich.









Und irgendwo in der Naehe von Cheviot auf dem Weg nach Chistchurch mussten wir einsehen, selbst der laengste und schoenste gemeinsame Urlaub geht irgendwann zu Ende.
Wir hatten zwar noch Christchurch auf dem Programm und ich sollte Pete aus der Afrika-Gruppe wiedersehen, aber es half nichts, Abschied vom zweifellos spektakulaersten Reiseland bislang lag in der Luft.



Schweren Herzens sind wir dann nach Christchurch gefahren. Fuer mich war es vielleicht ein wenig leichter, sollte ich doch Pete wiedersehen, mit dem ich im September 2014 drei Naechte zusammen im Zelt/Hotel im Delta/Victoria Falls untergekommen war.



Stilgerecht haben wir uns in einem Burger-Restaurant getroffen und Pete kam wie erwartet etwas zu spaet ;-) Es war schoen ueber alte gemeinsame Erlebnisse zu plaudern und verabredet haben wir uns auch gleich zu einem weiteren Treffen in Europa naechstes Jahr, zu dem wir auch Moni einladen werden, wir waren schon ein starkes Team in Afrika.

Christchurch selbst war viel interessanter als erwartet. Klar, die Stadt ist erdbebengebeutelt und an allen Ecken und Kanten sind Container und Parkplaetze auf Freiflaechen, wo Haeuser abgerissen werden mussten.







Aber ein Neuaufbau braucht Zeit und es gab viel Bewegung und Hoffnung in der Stadt, wie uns Michael, unser Fuehrer bei einem Stadtrundgang bestaetigte.














Die Rueckgabe des Campervans war dann zeitlich gesehen noch schneller als die Uebernahme, was eine lange Wartezeit am Flughafen zur Folge hatte.
Von Christchurch flogen wir nach Auckland. Dort hatten wir eine Moteluebernachtung gebucht. Ziemlich deutlich merkten wir, dass wir in einer anderen Welt angekommen waren.
Erst fuhr der Shuttle-Bus nicht in die Naehe unseres Motels und wir mussten ein zusaetzliches Taxi in Anspruch nehmen.
Dann war so ein Krach in dem Motel, dass ich im Flur 2x fuer Ruhe sorgen musste. Wie ich das hasse !

Der Abschied am Flughafen in Auckland am naechsten Morgen war fuer Iris der Beginn einer Odyssee. 30 Minuten vor mir startete sie in Richtung Europa, 2x hatte ich schon wieder geschlafen, bis sie endlich zu Hause war, weil ihr Flieger in Singapur zwar gestartet war, dann aber wegen technischer Probleme zurueckfliegen musste.

Und auch fuer mich sollte in Australien am naechsten Tag eine sehr abenteuerliche Reise mit wayoutback safari von Sydney nach Cairns beginnen.

Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte !



- Kiwis, seid ehrlich bei den Entfernungs-und Zeitangaben auf Wanderwegschildern ;-)

- das mit dem free wifi geht noch deutlich besser, Neuseeland !

- unvergesslich: Oppussum macht sich nachts im Mighty am Top of the Lake ueber unsere Vorraete her !

- ( deutsche )Lehrer dieser Welt, es gibt abends mehr als Wein und Wein am Klapptisch vor dem Campervan

- was nuetzen Wasserkraehne, wenn sie nicht zu nutzen sind ?

- MISCHBATTERIEN ???

- Frau Merkel, schon mal ueber flaechendeckende Drive-Through-Liquor-Shops in Deutschland nachgedacht ?

- das Sortiment an schmackhaften Fertiggerichten ist unglaublich vielfaeltig, warum dann soviel Kochshows on tv ?

- man kann den Motor auch mal ausstellen, er springt wieder an !!!

- Klimaanlage muss nicht Gefriertruhe bedeuten

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Donnerstag, 11. Dezember 2014
12. I fell in love with Tassie ♡!💜


Wie bist du denn auf Tasmanien gekommen, haben mich viele gefragt, die an der Planung meiner sabbatical Route  interessiert waren.
Da gibt es doch nur den tasmanischen Teufel und sonst nichts.



Weit gefehlt!

Tasmanien ist zwar touristisch im Moment noch ziemlich unbekannt, das wird sich aber in den nächsten Jahren sicherlich ändern. Die kleine Insel südlich vom Mutterland Australien ist landschaftlich wunderschön

und die Tasmanier sind so gastfreundlich und dem Fremden zugewandt, dass sich ein Besuch dort wahrlich sehr lohnt.

Ich hatte das Glück, die ersten 12 Tage im Dezember bei Dorothea und Marcus



in Legana bei Launceston



im nördlichen Teil von Tasmanien wohnen zu können.



Dorothea ist die Tochter des besten Freundes meines Vaters und hat sich nach ihrer beruflichen Karriere im Weingeschäft am tamar river ein Haus gebaut. Dort lebt sie mit Marcus zusammen, der einst als Backpacker aus Bayern nach Australien kam und bei einer Autopanne Dorotheas Erste  Hilfe bekam und bei ihr wohnen konnte. Mittlerweile leben die Beiden seit mehreren Jahren zusammen und haben ihre Entscheidung in Tasmanien ihren Traum von Freiheit zu verwirklichen nicht einen Moment bereut.

Ich selbst hatte Dorothea vielleicht zweimal in Deutschland gesehen und wusste von meinem Vater nur, dass ich unter anderem als Kind mit ihr in unserer gemeinsamen  Heimatstadt  Hamm-Herringen gespielt hatte. Aber daran konnte ich mich weiß Gott nicht erinnern !
Ein paar Emails hatte ich ihr im Vorfeld meines Besuchs geschrieben und schon lud sie mich in ihr Haus ein.
Ich traf auf paradiesische Verhältnisse: eigenes Zimmer mit super Bett und TV, eigenes Bad und Marcus stellte mir sein Mountain  Bike zur Verfügung,



musste ich mich doch in Form bringen für den 80 km overland track vom Cradle Mountain bis zum Lake St.clair  Mitte des Monats, schließlich  konnte ich auf Bali ja wetterbedingt fast nur faulenzen.

Und so habe ich viele FahrradTouren



entlang des tamar  river gemacht :



flussaufwärts bis Exeter und zurück,  so ca. 20 km. Oder auch schon mal zum Einkaufszentrum woolworths um Milch oder Croissants zu holen.
Übers Essen brauchte ich mir allerdings die wenigsten Gedanken zu machen. Von Langusten



und Haifisch bis hin zu japanischen Delikatessen habe ich alles serviert bekommen und mit Genuss verzehrt , was ich vorher noch nie probiert hatte.
Um mich ein bisschen für  diese Premium Unterkunft zu revanchieren habe ich ein wenig Hausarbeit und Gartenaktivitäten beigesteuert, unter anderem Rosenschneiden, geht alles !
Aber Dorothea und Marcus haben mich nicht nur gut versorgt, sondern sie wollten mir auch möglichst viel von ihrer Insel und ihrem Alltag dort zeigen.

Dorothea zum Beispiel hat die australische Wettleidenschaft adaptiert und so kam ich in den Genuss mehrerer  Kasinobesuche.





beim ersten mal 'nur' zum essen, beim zweiten mal aber dann mehr als 5 Stunden zocken, also nicht ich, das hätte mein Budget schon nach 10 Minuten gesprengt. Aber Dorothea konnte schon mal mehrere Stunden an den Spielautomaten sitzen, ohne Verluste mit viel Freispielen und ab und zu auch Jackpotgewinnen.
Diese Zeit nutzte ich für  intensive Beobachtungen rund ums Kasino in Tasmanien. Das Kasino dort unterscheidet sich grundlegend vom deutschen Vergnügungstempel.
Erstens gibt es keine Kleiderordnung - man sieht sowohl Männer in Shorts als auch Frauen im Abendkleid -, zweitens trifft man sich im Kasino auch zum Essen und drittens gewinnen tun natürlich mehrheitlich immer die Maschinen. Eine der besten Freundinnen von Dorothea hat im Launceston Country Club Casino ihr ganzes Geld verspielt !
Und auch in speziellen Pubs



gibt es immer einen Raum mit Automaten, der Australier hat eine gambling passion.Gut dass man in den Pubs auch Billard spielen und ein gutes Bier



trinken konnte, sonst wäre es Marcus und mir mitunter doch langweilig geworden.

An einem anderen Tag sind wir zu den  dog races  in Launceston gefahren, Wetten für  das Proletariat, aber auch da habe ich nichts gewonnen, war vielleicht auch besser so :


.

Dorothea hatte beim Pferderennen an gleicher Stelle ein paar Wochen vorher eine nicht genannte Summe auf das deutsche Siegerpferd gesetzt und richtig abgesahnt.

Mut zum kalkulierten Risiko hat Dorothea auch mit ihren Immobiliengeschäften bewiesen. So versuchte sie mir mehrfach klar zu machen, dass man nicht sparen solle, sondern das Geld in den Kauf von Häusern investieren müsse, damit man reich wird. Okay, ein Objekt von ihr stand in Launceston schon lange leer und bereitete somit keine echte Freude. Meine Begeisterung in dieser Hinsicht hielt sich in typisch  deutschen Grenzen.

Auf einem anderen Gebiet ließ  ich mich gerne verführen.
Marcus hatte das Weingeschäft von Dorothea übernommen und veranstaltete wine tastings für  europäische Weine auf Tasmanien durch.
Nun muss man wissen, daß es auf Tasmanien riesige Weinanbaugebiete gibt.



Die Qualität  dieser Weine kommt aber oft nicht an die der europäischen Konkurrenz heran. An einem Nachmittag hatte ich das Vergnügen an einem dieser wine tastings teilnehmen zu dürfen. 10 Weine und Schnäpse wurden in einer geselligen Runde von 15 Gästen eines Lehrerehepaars verköstigt  und bei Gefallen bestellt.



Diese Weine kommen von Deutschland über Melbourne nach Launceston, wo sie eine Mitarbeiterin von Marcus' Firma euro wines tasmania ausliefert. Der Hit der Weinprobe war auch an diesem Nachmittag der black  forest devil,  ein Kräuterschnaps mit 51 %, den wollten alle !
Fahren hätte ich übrigens nicht mehr können nach der Weinprobe !



Es gab in der Nähe von Launceston einen Ortsteil mit dem Namen Grindelwald, da hatte jemand aus der Schweiz die Idee ein Stück Heimat architektonisch in den Südpazifik zu verpflanzen. Hart an der Kitschgrenze,  vor allem das Haus mit der extremen Weihnachtsbeleuchtung, die Stromrechnung möchte ich im Januar nicht bezahlen.  :




Apropos bezahlen, ich war ja mit dem Flieger in Hobart  gelandet und mit dem Bus Tassielink für  28 Dollar nach Launceston gefahren, Spezialtarif für  backpacker, egal welchen Alters.



Und auch in Launceston bin ich oft mit dem Bus unterwegs gewesen. Die Strecke von Legana nach  Launceston, so ungefähr 18 km, kostete erst 5,10 Dollar, hinterher nur noch 1,90 Dollar , da musste ich allerdings noch ein kleines Stück laufen




Die Busse waren immer pünktlich und gut besetzt und ein Busfahrer war für  mich der Prototyp  tasmanischer Freundlichkeit.  Er hielt mit jedem Gast  ein Schwätzchen, ob Punker oder Seniorin, kannte jeden und Kommunikation hatte bei ihm Vorrang vor sklavischer Pünktlichkeit. Klasse, der Mann, für  viele vielleicht  der einzeige Ansprechpartner am Tag.

Ganz schnell ins Gespräch über Gott und die Welt kommt man in Tasmanien/Australien auch auf den farmers markets, die meist am Wochenende veranstaltet werden.
Es handelt sich dabei um eine Mischung von Flohmarkt  und einer Vielzahl von Marktständen, die Obst und Gemüse,  aber auch Delikatessen aus aller Welt anbieten. Als freiwilligen Eintritt zählt man ein paar Cent



und lässt sich dann mal einfach so durch das Marktgeschehen treiben.
Ich habe mit Marcus  und Dorothea zwei dieser Veranstaltungen besucht, am Samstag den in Launceston und am Sonntag den in Evendale.




Klar hatte ich den Vorteil,  dass meine Gastgeber natürlich viele Bekannte und Freunde trafen und alle wissen wollten, wer ich denn sei und was ich so machte, aber auch ohne Begleitung hätte sich schnell das eine oder  andere Gespräch ergeben. In Evendale auf dem Land war es rustikaler und das Flohmarkt-segment dominant, in Launceston in der Stadt ging es mehr ums essen, sehen und gesehen werden. Beide Märkte haben mir gut gefallen, sehr lebendig, authentisch und volksnah. Da sitzt der Yuppie neben dem Arbeitslosen und schon sind die Klassenunterschiede zumindest für einen Moment ausgeblendet. Eigentlich genau dass, wozu der Markt von seinem Ursprung her gedacht war.



Launceston hatte neben dem Markt noch eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten zu bieten, das Museum for old and new arts, cruises auf dem tamar river,



die wetlands,




eine marina,



und vor allem die gorge, eine Schlucht, die unmittelbar von der Stadtmitte schnell zu Fuß zu erreichen ist. Am Ende der Schlucht eine suspension bridge und ein Freibad,





natürlich ohne Eintritt, sowie aufdringliche und immer hungrige, Freilauf-Pfauen, die einem schon mal den Kuchen  vom Teller klauen. In der Schlucht ist freeclimbing ausdrücklich erlaubt und viele Bürger von Launceston nutzen die Schlucht in ihrer Mittagspause für  einen kleinen Spaziergang.

Mit Marcus habe ich aber auch den Norden von Tasmanien näher kennengelernt.  Er hat mich auf eine Auslieferung von Wein an Kunden im Nordwesten der Insel mitgenommen und mir danach einige besonders schöne Stellen an der Küste gezeigt. Auf dem Weg waren mir schon die vielen poppy-Felder aufgefallen,  die sich hervorragend  zum Fotografieren eigneten.



Dass sie eingezäunt und mit Warnschildern 'Betreten verboten' versehen  waren, ist mir gar nicht aufgefallen. Erst als Marcus mir vom Opiumanbau Tasmaniens erzählte, wurde mir so einiges klar.
Wir haben an diesem Tag noch table cape, Burnie und Penguin besichtigt.






In Penguin kommen bei Einbruch der Dämmerung die kleinen Pinguine an Land, wir haben uns im Hellen einen Riesenburger geleistet und Fotos neben einem Weihnachtspinguin geschossen.




Dorothea hat mir dann einen Teil des Nordostens von Tasmanien gezeigt. Wir sind den tamar river entlang flussaufwärts gefahren und haben ihn über  die bat bridge überquert.



Von dort war es nicht mehr weit bis nach Georgetown und die pilots bay, wo der tamar river in die bass strait mündet.





Im coxwain Café habe ich dann meine ersten anzacs biscuits gegessen, sehr lecker und eine der australischen Spezialitäten.



Auf der Rückfahrt  nach Legana haben wir  dann ab und zu einen Zwischenstop eingelegt um Käse, Wein, Schokolade oder Eis zu probieren. Diese Verköstigungsstationen sind sehr beliebt bei den Australiern und immer gut frequentiert.







Mir ging es also wirklich einmalig gut bei Marcus und Dorothea in Legana, aber ich freute mich dennoch tierisch auf den overland track,  den Marcus am liebsten mitgemacht hätte.





Back to nature, kein Strom, kein Internet, keine Toilette, kein Fernsehen, und alles selber schleppen, das war die Ansage unserer guides beim Briefing in einer Lagerhalle im nördlichen Teil  von Launceston. Unsere guides Lilly und Will kontrollierten sehr genau unsere Ausrüstung und intuitiv entschied ich mich für den Ruck- und Schlafsack  von tasmanian expeditions sowie einen walking stick. Wie gut diese Entscheidung war, konnte ich da noch nicht ermessen.
Als ich mich von den anderen sehr netten Teilnehmern der 80km-Wanderung als Erster verabschiedete, um den letzten Bus zurück nach Legana zu bekommen, konnte ich noch nicht ahnen, dass die größte Herausforderung meines Lebens auf mich wartete. Ich dachte noch, härter  als Afrika  kann das eigentlich nicht werden - keine wilden Tiere, Wetter nicht zu heiß und eine kleine Gruppe  von 10 Teilnehmern, was sollte da schon passieren ?



Am nächsten Tag um 7 Uhr wurde es dann ernst. Mit einem Taxi fuhr ich zum verabredeten Treffpunkt und dann weiter mit einem Bus zum basecamp am Cradle Mountain, es war merkwürdig still während der Fahrt, einmal ein Zwischenstopp noch, der letzte richtige Kaffee und eine ordentliche Toilette.





Nach 2 Stunden dann der erste Knaller , Rucksack aufsetzen, ich dachte im ersten Moment, die 17 kg hauen mich glatt um, aber um die Balance zu halten, hatte ich ja den walking stick.
Und dann ging es los, vorne abwechselnd Lilly  oder Will, der/die andere entsprechend am Ende der Gruppe. Und das Feld der Wanderer konnte sich schon mal bis auf 20 Minuten auseinanderdividieren.
'Jeder nach seinem Tempo', hatte Will uns eingebläut. 
Ich bin gern mit Will oder Tim gelaufen, meistens vorne weg, Will immer voll durch die tiefsten Schlammlöcher, der Natur wegen, sagte er, es hat ihm aber auch richtig Spaß gemacht. Er hatte ja auch sündhaft teure wasserdichte Schuhe, in meinen fühlte sich das nach kurzer Zeit so an, als würde ich Wassertreten  mit Socken machen. Und das ging nur, wenn man in Bewegung blieb, jede Pause war der Horror !
Aber gottseidank hatten wir ja erst einmal 3 Tage richtig gutes Wetter, an denen ich mir voll die Ohren verbrannte, wer denkt auch an die Lauscher beim eincremen ?





Zur Streckenführung werde ich im Blog keine Details nennen, das könnt ihr alles unter

http://www.tasmanianexpeditions.com.au/index.php?section=trips&id=282

nachlesen, ich werde meinen Bericht allerdings mit den Fotos aus der Gruppe ergänzen, Google drive sei dank.





Der overland track ist sehr abwechslungsreich, Kletterpartien, Regenwald, Sumpfgebiete, Hochplateaus, Seen, Wasserfälle - eigentlich von allem etwas dabei und das macht auch den Reiz dieser Aktivität aus. Und mit Lilly und Will hatten wir zwei Naturexperten dabei, die auf all unsere Fragen die Antworten hatten.





Lilly hatte Journalistik und Englisch an der university of tasmania studiert und  kam aus Beauty Point an der Nordküste. Irgendwie passte das, denn sie sah echt verdammt gut aus, selbst in Wandersocken und wenn sie lächelte, ging die Sonne auf.
Vor allen an den Regentagen hat sie mich damit oft zum Durchhalten motiviert, danke dafür,  Lilly!





Will war ebenfalls  eine Granate. In seinem Facebook-Account schreibt er von sich, er hätte  den bachelor of procrastination, mit anderen Worten, Studium abgebrochen ;-). Genau das ist Will, astreiner  Humor, manchmal etwas sarkastisch, aber total gut drauf, der Typ. Und immer in kurzer Hose, schlies immer unter freiem Himmel, ein sehr guter Beobachter und Geschichtenerzähler, kochen war ihm eher lästig.





Ja und dann waren da ja auch noch die anderen neun Freunde, zu denen die anderen Gruppenmitglieder schnell wurden.
Mein Zeltpartner Stefan, ein Doktor aus Frankfurt, so um die 40, gut ausgerüstet und wie ich Biker und Frühaufsteher. Oft waren wir vor den guides am Start. Ist aber auch kein Wunder, wenn man um 21.00 Uhr in den Schlafsack kriecht.





Es waren außerdem noch 6 weitere Singles am Start:
Tim, dünn wie Harro aber zäh und eher schweigsam. Er stand oft minutenlang in sich versunken da und hat die Natur aufgesaugt. Am Ende plagten ihn Rückenschmerzen.
Dann G aus Sri Lanka, der jobbedingt in Sydney wohnte und arbeitete, irgendwas mit Computern. Er machte super Fotos und war der Google drive Experte. Ausserdem mutierte er zum wombat und wallabee - Flüsterer für Carrie.  Auch er hat nicht viel gesagt, ruhte wohl in sich selbst.
Dazu Tom, ein Marine aus Australien, sehr humorvoll und kommunikativ, ein echter Kumpeltyp, ich glaub, dem konnte es gar nicht wild genug werden. Ich hab ihm meine Apfelchips geschenkt. Tom hatte ein Einzelzelt  und war meistens der Letzte morgens, oft suchte er auch etwas.
Frauen hatten wir natürlich auch dabei:
Michelle, Jung- Lehrerin für Mathematik aus Melbourne, sehr nett und unkompliziert. Wir haben uns viel über Schule und andere Dinge unterhalten.
Dann noch Dana, die mit ihrer Mutter Maureen aus Hobart angereist war. Dana hatte große  Probleme mit ihrem Knie, die Stefan aber soweit behandeln konnte, dass sie nicht mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden musste. Wir haben einmal ihr Gepäck unter uns  aufgeteilt. Dana arbeitete als Trainerin bei einer Fluggesellschaft.
Ihre Mutter Maureen war eine Seele von Mensch, sehr freundlich und zugewandt, man konnte klasse mit ihr plaudern. Sie quälte sich von uns allen  am meisten, fand aber letztlich ihr Tempo und erreichte das Ziel.
Fehlen noch Carrie und Paul aus Queensland, ein Lehrerehepaar, seit 23 Jahren verheiratet. Oft habe ich mich gefragt, wie hält Paul das aus ? Carrie war ein Vulkan, immer am reden und gestikulieren, fast eine all-time Show diese kleine Frau, sicher die Lieblingslehrerin bei ihren Schülern.Sehr sympathisch, wissbegierig und emotional. Sie hat fotografiert wie der Teufel, bin mal auf ihren Google drive Beitrag gespannt.
Und zu guter Letzt Paul, der mich immer an Paul Griffin aus unserem Kollegium erinnert hat. Mit einer stoischen Ruhe ausgestattet musste er sich ganz schön anstrengen,  das Ziel hat auch er mit Bravour erreicht.





Was machte also den Reiz wie gleichermaßen auch die Herausforderung unserer gemeinsamen Wanderung aus ?

Zum einen sicherlich das unberechenbare Wetter, 3 Tage zu Beginn waren wir auf der Sonnenseite,  die lucky ones, herrliche Panoramaaussichten, nachts nicht zu kalt und tagsüber nicht zu warm, selbst baden konnten wir im lake  windermere.
Dann wurde es kälter und nasser, und die Idylle mutierte zum survival training . Wer Campingerfahrung hat, weiß,  nichts ist unangenehmer als Wassereinbruch in Schuhen und Zelten, da darf man nachts nicht aufwachen, weil wieder einschlafen bei 2 - 4 Grad ist nicht ganz so leicht, selbst für  einen ausgewiesenen Backofentyp wie mich. In der letzten Nacht bin ich dann auch um 02.00 Uhr mit Sack und Pack vom Zelt in die Hütte gewechselt. War zwar hart ohne Matratze, aber wenigstens trocken.

Zum anderen waren sicherlich auch die langen Strecken anspruchsvoll , die wir mit dem schweren Rucksack bewältigen mussten. Auf einen langen folgte allerdings immer ein kurzer Trip, auch wenn bei Will aus 1 km schnell mal 3 km wurden :-).

Was uns immer wieder aufgebaut hat, war die Verpflegung durch die guides.  Unfassbar, was die so täglich noch zusätzlich geschleppt haben. Ein Teil wurde ja von tasmanian expeditions Mitarbeitern zu den Hütten gebracht. Und ein anderer Teil wurde am Morgen in food packets an uns ausgegeben. Früh gab es dann Müsli oder porridge,  Tee und Kaffee.  Zum Lunch meist delikate wraps und zum dinner Spaghetti,  Pasta, Reisgerichte oder  mushroom  stroganoff + Dessert.  Alles war sehr lecker, selbst porridge habe ich gegessen. Zwischendurch hin und wieder Schokolade oder Kekse. Jeder einzelne hatte noch einen Vorrat an Müsliriegeln und eine Tüte mit Nüssen und Süßigkeiten. So ausgestattet kam man eigentlich ganz gut durch den Tag. Wasser bester Qualität hatte man unterwegs immer.
Schwieriger gestaltete es sich  da schon mit der Hygiene vor Ort. Die Toiletten waren okay, meist als auf Holzpfosten  gesetzte Plumpsklos im Doppelpack,  die Exkremte fielen dann ca. 2 m tief und wurden im Anschluss  ans Geschäft mit einer Art Sägespäne abgestreut. Und von Zeit zu Zeit wurde der gesamte Toiletteninhalt per Helikopter  als landfill benutzt. Neben den Toiletten waren immer die Regenwassertanks platziert, an denen man die Katzenwäsche erledigen konnte. Das Wasser war glasklar und von bester Qualität und wurde natürlich  auch  zum Auffüllen unserer Wasserflaschen benutzt.
Die richtigen Campingfreaks waren allerdings alle mit infusionsbeutelartigen Plastikbehältern mit Trinkschlauch ausgestattet und konnten so bequem während des Wanderns Flüssigkeitsverluste ausgleichen. Ich musste immer erst den Rucksack absetzen, das überlegt man sich gut.
Auch für  die Nacht gab es 1. und 2.Klasse Equipment. Meine Stirnlampe hatte ich mir von Marcus geliehen, sie war schon etwas älter und gab nicht viel Licht ab. Andere Modelle von den Profis waren die reinsten Scheinwerfer und leuchteten auch in rot. Gerade bei Toilettengängen in der Nacht und beim Besuch einer alten Mine waren die Besitzer solcher Fluter klar im Vorteil.

Ansonsten macht zelten bei gutem Wetter einfach viel Spaß und gibt einem das Gefühl  von Freiheit.  Bei Regen und Kälte  hat es sich aber schnell mit Romantik, klamme Finger,
Magnums an den Schenkeln und undichte Stellen im Zelt machen die beste Stimmung kaputt, sollte man meinen.

Aber irgendwie war es dann doch anders. Wir mussten über unsere Grenzen gehen, viel aushalten als Gruppe und das hat uns stolz gemacht und geholfen immer weiter zu wandern. Ich hab oft an den Spruch von Oliver Kahn gedacht: weiter, immer weiter ! Raus aus der Komfortzone,  zum wiederholten mal, es lohnte sich und diese herrlichen Landschaften machten das Ganze mehr als erträglich. 
Als wir unser Ziel am lake st.clair erreichten, war die Stimmung bei allen fast euphorisch, und das nicht nur, weil Lilly  uns einen Hamburger versprochen hatte. Spontan verabredeten wir uns zu einem Pubbesuch am Abend in Launceston, und 9 von 12 aus unserer Gruppe ließen sich  dann auch abends geduscht, rasiert und gut riechend das ein oder andere Bier schmecken.

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Wir waren uns alle einig, der overland  track ist eine der schönsten erlebnisse, die man auf Tasmanien haben kann.
Wie gut, dass mir Herr Dönnecke von der Flugbörse in Lippstadt  davon erzählt hatte !  

Am Samstag Morgen hieß es dann früh aufstehen, Rucksack packen und auf zum transit centre von Tassielink in Launceston.



Die zwei oder auch drei Biere vom Vortag wirkten noch nach und so genehmigte ich mir kurz vor der Abfahrt  des Busses in Richtung Hobart noch 2 Spiegeleier auf Toast. Im Bus konnte ich dann endlich in Ruhe mein Tagebuch vervollständigen, das mir beim Blogschreiben eine große Hilfe ist. Gerade die kleinen  Details geraten  allzu schnell  in Vergessenheit.
Von Hobart City waren es dann nochmal 20 Minuten Busfahrt in Richtung Norden in den Ortsteil Moonah, wo das Martin Cash Motel mein Quartier für  die Tage über Weihnachten sein würde.  Das Motel lag am Rande des Gewerbegebiets Derwent Park an der main road. Was für  ein Unterschied zum overland  track.  Hatte aber auch Vorteile, in unmittelbarer  Nähe  gab es alle preiswerten Restaurants zum Überleben: dominos  pizza, china diner, kfc,  MC donalds,  praties,  fish&chips, Burger und zum einkaufen woolworth,  target  & coles. Im Motelzimmer war ein Wasserkocher und ein Toaster vorhanden, die Lebensmittel kaufte ich mir im Supermarkt. Der Toaster löste X2 den Feueralarm aus, eine unmittelbare Reaktion darauf habe ich nicht wahrgenommen.
Der andere Standortvorteil des Motels bestand in der Anbindung zur Innenstadt über den cycleway. Nach ca. 8 km hatte ich Hobart  City erreicht, zurück  nahm ich hin und wieder den Bus, bezahlt wurde mit der Green card, die individuell aufgeladen werden konnte. So habe ich vom Motel aus alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß erkundet:





den salamanca market, battery point und den Botanischen Garten und das Mona, Museum für alte und moderne Kunst.
Vom overland  track war ich das Laufen ja noch gewohnt, in Hobart sind noch einmal so 120 km dazu gekommen. Meist war ich am späten Nachmittag  wieder im Motel,  holte mir den täglichen Internetvoucher und schrieb den Blog. Auch in Hobart traf ich auf sehr kontaktfreudige Menschen, mit denen  ich  immer mal wieder ins Gespräch kam und die mir wertvolle Tipps zu Hobart verrieten.







Was mir allerdings arges Kopfzerbrechen bereitete, war die Frage meines Quartiers vom 26.12. - 30.12.14.
Alles ausgebucht im mittleren Preissegment, hieß  es da immer wieder. Auch meine alternative Mietwagenvariante mit angedachter Übernachtung im Auto  wurde ein ums andere  Mal  storniert. Es war zum verzweifeln, ich sah mich schon unter der Brücke  schlafen.
Und dann hatte ich doch Glück bei einem meiner letzten Besuche in der Tourist Information von Hobart. Die total erkältete nette Dame am accomodation Schalter konnte in Sachen Mietwagen auch nichts machen, ein Porsche und ein Audi TT für  230 Dollar pro Tag waren die einzig verfügbaren Autos auf ganz Tasmanien, unglaublich !
Aber was eine Unterkunft betraf, kam die Info-Frau auf die Idee mal in der Uni von Hobart nachzufragen, ob da nicht noch Zimmer von Studenten frei wären, die in den Semesterferien nicht in der Stadt waren. Ich also gleich los und vor Ort nachgefragt. Und mit Hilfe einer Frau vom institute of teaching and learning gelang es am Heiligabend in der Uni ein single room für 220 Dollar zu buchen. Das war wie ein Weihnachtsgeschenk zur rechten Zeit ! Beschwingt machte ich mich zu Fuß auf den Rückweg ins Motel, nur um kurz zu duschen, wollte ich doch um 23.00 Uhr noch die Mitternachtsmesse in der anglikanischen st.david's church besuchen



Ich hatte recherchiert, dass das durchaus per Bus möglich  sein  sollte.  Cathy von der Rezeption warnte mich allerdings vor nächtlichen Busfahrten , da käme es schon mal zu Pöbeleien und Randale von meist jugendlichen betrunkenen Teenagern. Aus meiner Zeit als Sozialarbeiter kannte ich dieses Phänomen gut und ließ mich davon nicht abschrecken. Die Fahrt nach Hobart verlief problemlos,  der Bus war nur halb gefüllt. Die Messe mit Chor begann im Dunkeln und wurde dann durch eine Kerze jedes einzelnen Besuchers illuminiert,  sehr stimmungsvoll untermalt von silent night, präsentiert vom gemischten Chor. Die Predigt hatte stark politischen Charakter, Australien/Tasmanien befindet sich zur Zeit in einer wirtschaftlich angespannten Situation und viele Familien müssen mit wenig Geld auskommen.
Nach der Messe befanden sich an der Bushaltestelle nur 2 Jugendliche, die gerade von der Polizei kontrolliert wurden, wahrscheinlich wegen Alkohol. Das fängt ja gut an, dachte ich, um dann nach 15 Minuten Warten festzustellen,  dass der Bus nicht kam. Immerhin war jetzt auch in Australien christmas day und damit galt der Feiertagsfahrplan, hätte ich mir auch denken können!
Mir blieb nichts anderes übrig als mit dem Taxi für  15 Euro ins Motel zu fahren.Die Stadt war so menschenleer, dass mein indischer Taxifahrer Feierabend machte, nachdem er mich im Martin Cash Motel abgesetzt hatte. Nur in  Zimmer 17 brannte noch Licht.
Dieser christmas day stellte mich dann noch vor eine weitere Herausforderung. Auf meiner morgendlichen Wanderung in die cornelian bay hatte ich schon registriert, dass einkaufen oder essen gehen selbst in Australien doch Grenzen hatte, eine war heute. Ich machte mich prophylaktisch schon einmal mit dem Gedanken vertraut, die Reste aus dem Kühlschrank im Motel essen zu müssen.
An der cornelian bay fiel mir Hobarts Zentralfriedhof auf und mit einem älteren Ehepaar kam ich bei der Betrachtung der in streng West-Ost-Richtung positionierten Gräber ins Gespräch  über  die Sinnlosigkeit von Kriegen. Das Ehepaar stammte aus England und war während des 2.Weltkiegs vor den Deutschen fliehend aus England ausgewandert.Ich erzählte ihnen von der Flucht meiner Eltern aus Polen und wir waren uns einig, dass die Kinder dieser Welt in den Schulen zu friedliebenden Menschen erzogen werden müssen.
Habe dann abends tatsächlich doch noch etwas Warmes zu essen gefunden. Im China diner war man sich über die Gunst der Stunde im klaren und servierte ein monopolistisches Asia Buffet.
Mit schwerem Gepäck  machte ich mich am folgenden Tag auf den Weg zur Uni Hobart



und dann die letzten 500 Meter den Berg hoch bis zu den Studentenwohnheimen per pedes .



Der Blick über  die sandy bay entschädigte für  den strapaziösen Aufstieg, mein Zimmer klein aber fein, mit Kochgelegenheit und Dusche vis auf vis auf dem Flur



2x noch  ging ich an diesem Tag runter ins Tal, einmal zum einkaufen und dann in eine Pizzeria, mehr ging nicht mehr, und da ich keinen Fernseher hatte, kam ich endlich dazu in meinem neuen Buch zu schmökern.






Übrigens konnte ich von meinem Zimmer aus den Zieleinlauf der Yachten des Rolex Sydney-Hobart Rennens 2014 beobachten und fotografieren.




:

Von diesem neuen Uni-Standort hatte ich natürlich  extrem bessere Möglichkeiten vor allem den salamanca market und battery point  von Hobart zu erkunden. Beides sind die Highlights am Samstag,  wenn der Markt Tausende von Einheimischen und Touristen von außerhalb in die Stadt lockt.




Meine Idee den Blog Tasmanien in der Bücherei von Hobart zu vollenden, musste ich allerdings canceln, die war dann doch geschlossen zwischen den Jahren. Aber mit dem Erwerb einer bluetooth-Computermaus und eines big air -Internettickets der Uni wurde auch das bloggen sehr komfortabel.








Letztlich blieb sogar noch Zeit den Mount Wellington zu besteigen, das Wetter war an diesem Sonntag super, Sonne pur und angenehme 24 Grad schon am frühen Morgen.
Ich hatte mich entschieden den Weg über die pinnacle und zizag trails zu nehmen, musste aber erst einmal die Landstraße bis zur fern tree tavern auf Asphalt bewältigen,  da so früh keine Busse fuhren.
Der wunderbare Wanderweg und vor allem der atemberaubende Ausblick auf Hobart vom Gipfel des Mount Wellington entschädigen aber für  alle Strapazen.
Auf dem Rückweg gönnte ich mir eine Pause in der fern tree tavern mit Cola und ham&cheese Sandwich. Auf den Bus in die Stadt wollte ich dann nicht warten, dafür ging ich viel zu gern zu Fuß.
Nach 6,5 Stunden hatte ich dann doch genug und ließ es mir in einem Fischrestaurant  an der sandy beach bay schmecken. Der Weg hoch zur Uni war dann allerdings etwas beschwerlich und meinen eigentlich für  abends noch geplanten Besuch des Festivals 'Taste' verschob ich spontan auf den nächsten Tag.

Auch der gab wettertechnisch alles, beim Blogschreiben morgens saß ich im Slip am Schreibtisch,  so knallte der Lorenz auf die Uni.

 

Und am Nachmittag auf der 'Taste' das gleiche Spiel.



Die 'Taste' ist so eine Mischung aus Oktoberfest, Festival und Farmers market. Alles was laufen kann ist auf den Beinen, welch ein Unterschied zur Ruhe während  der Wanderung am Vortag. 5 Stunden habe ich mir diverse Bands angehört, einige tasmanische Delikatessen probiert oder einfach nur so dem Trubel zugeschaut.





Dann bin ich ein letztes mal den Berg hoch in mein Quartier, morgen sollte ich Tasmanien nach mehr als 4 Wochen in Richtung Iris und Neuseeland verlassen.

Habe ich es eigentlich schon geschrieben: hier komme ich auf alle Fälle noch mal hin, ein Land zum verlieben, und Iris wartete in Auckland auf mich !!!





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Sonntag, 16. November 2014
10. Die Perlen Indonesiens II. - BALI ... mit Gebeco Laender erleben


Um es vorweg zu verraten, Bali hat so ziemlich alle von meinen Erwartungen an diese kleine Insel erfuellt !

Unser Java-Fuehrer Prima, der Dental-Drag-King - eifrige blog-Leser erinnern sich - , hatte zum Schluss auf Java mehrfach mit einem leicht abfaelligem Unterton darauf hingewiesen, Bali sei ja eine internationale Insel und damit wollte er uns sagen, eigentlich nicht so richtig indonesisch. Und man kann die Zahnfee moegen oder nicht, aber auch das stimmte.
Prima begleitete uns noch zur Faehrueberfahrt



von Java nach Bali und bis ins erste Hotel am Lovina Beach. Wir tauschten Visitenkarten, uebergaben unsere gesammelten Trinkgelder an ihn und die Fahrer und weg waren die drei, im Gegensatz zum Beginn der Erlebnisreise mit Gebeko in Jakarta ein wahrhaft unspektakulaerer Abgang !

Nach ein paar Worten zu Bali im Allgemeinen werde ich mich in diesem Blog-Teil mal an die Chronologie der Ereignisse, wie im Reiseverlauf von Gebeko beschrieben, halten. Es ging ja auf Bali von Anfang an geruhsamer zu, fast erholsam und damit fuer den Blogger leichter nachvollziehbar.

Bali wird in allen mir bekannten Reisefuehrern als ueppig gruene Insel , Aussteigerparadies



oder Insel der Goetter und Daemonen



beschrieben. Es gibt ein Kastensystem ( Beamte arbeiten prinzipiell nur 4 Tage, eigentlich nur 3,5 - und das sollte ich bei meiner Visumsverlaengerung in Denpasar am eigenen Leib spueren !, Blogkapitel 11 ) und ein in sich schluessiges Konzept der Wiedergeburt; da kann man bei Fehlverhalten im aktiven Leben beim zweiten Mal dann auch schon mal Pech haben und als Kleintier neu starten muessen, nach dem Motto 'rat reloaded'.

Ueber allem schwebt das philosophische Streben nach innerer und aeusserer Harmonie und das sehr deutlich sichtbare dreigeteilte geografisch-spirituelle Kosmoskonzept. Zur Erklaerung, im Meer wohnen die Daemonen, Hexen und Geister, auf den Vulkanbergen residieren die Goetter, Naturgewalten und Geister der Ahnen. Dazwischen liegt die Welt der Menschen, permanent im Widerstreit von Gut und Boese. Jede der drei Welten hat einen Tempel in jedem Dorf !!! Im Prinzip wird in jedem Dorf irgendwie immer an irgendeinem Tempel gewerkelt.Und wo Tempel sind, gilt es Opferzeremonien abzuhalten, also basteln und verteilen - meistens balinesische Frauen - mehrfach am Tag Opfergaben,



waehrend die Maenner beim Tempelbau aktiv sind.

Rituale spielen eine besondere Rolle auf Bali, ein Geburtsritual werde ich an spaeterer Stelle ausfuehrlich beschreiben.
Ein anderes, der allseits auf Bali beliebte Hahnenkampf, ist zwar illegal, damit aber umso populaerer, vor allem bei der maenlichen Bevoelkerung.




Und die balinesischen Frauen ? Auf die Gefahr hin es mir mit ihren europaeischen Schwestern zu verscherzen, die allermeisten auf Bali sind auch ungeschminkt wunderschoen und dann dieses Laecheln, kein Grinsen, das hat schon was.



Mittlerweile sind sie den indonesischen Maennern gleichgestellt und verwalten die Finanzen in den Familien, was oft nicht leicht ist.
Die lange Zeit weit verbreitete Polygamie ( nach dem Motto ' so viele Frauen, wie man wuerdig unterhalten kann' ) ist laengst nicht mehr die Regel.

Apropos Regel, waehrend dieser wird die Frau auf dem Land noch oft von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Man sieht, wie widerspruechlich sich vieles auf Bali gestaltet.

Im Bali-Chill out-Blogteil koennt ihr dann Gedanken dazu finden, wie Bali mit den westlichen Einfluessen vor allem im Bereich Tourismus umgegangen ist und sein Hippie-Insel-Image aufpoliert hat.

Aber zurueck auf LOS. Die Java-Faehre brachte uns in ca. 90 Minuten nach Bali. Das Schiff war klein und schon etwas in die Jahre gekommen, hinderte aber 2 Balinesen nicht daran sich massagetechnisch waehrend der Ueberfahrt natuerlich zu ueberteuerten Preisen um unsere weiblichen Gebeko-Gaeste zu kuemmern, vielleicht auch mal eine Idee fuer die Langeoog III im ostfriesischen Wattenmeer.

Gleichzeitig machten sich ein paar Jugendliche gefaehrlich nahe im Bereich der Schiffsschraube daran nach Muenzen zu tauchen, die wir ueber Bord warfen.



So bespasst verging das Inselhopping wie im Flug !

Danach empfing uns eine gut ausgebaute Kuestenstrasse und ohne Stau (!) schaffte es der Bus in Rekordzeit die 90 km nach Lovina.
Unsere Gruppe war direkt bei der Ankunft auf Bali getrennt worden. Die meisten der ,Abtruennigen, hatten noch drei Tage Strandurlaub und flogen dann zurueck nach Deutschland.

Auch wir "Balinesen" konnten in Lovina zum ersten Mal eigentlich seit ueber einer Woche so richtig relaxen.



Am Strand mit schwarzem Sand war nicht so viel los, bis auf die Massagefrauen, die wie aus dem Nichts auftauchten und ihre Koerperknetkunst feil boten. Das konnte einem auf Dauer schon auf den Geist gehen !



Stefan, Gerd und ich hatten am 2.Tag unseres Aufenthalts in Lovina eine morgendliche Delfintour gebucht, die sich als Treibjagd entpuppte. Anders kann ich es nicht nennen, wenn 30 oder mehr Boote mit je 3-4 Touris besetzt versuchen die besten Schnappschuesse von den Delfinen zu bekommen.




Und ich hatte den Eindruck, es waren ueberhaupt nur so 15 Delfine unterwegs. Jedenfalls sind wir fast eine Stunde in Richtung offenes Meer gefahren, und als die ersten Tiere gesichtet wurden, ging die wilde Hatz los.
Hat mich nicht so angeturnt, ein schoenes Foto ist dabei trotzdem entstanden.



Da wurde es am Spaetnachmittag schon interessanter. Wir waren zu der Zeit ja fuehrerlos und mussten uns den taeglichen Restaurantbesuch selbst organisieren.
Ich hatte von der Buda Bakery bei tripadvisor gelesen, der Besuch sehr lohnenswert stand dort geschrieben, also wir per pedes zu diesem kulinarischen Kleinod etwas abseits gelegen, aber dafuer gaumentechnisch der Burner.
Vor allem der selbstgebackene Zitronenkaesekuchen war ein Gedicht !



Am naechsten Morgen holte uns dann der neue Fuehrer in einem Kleinbus ab.




Der Bali-guide hiess Roman ( der 4.Sohn ), war mal Bauer gewesen und im Vergleich mit Java-Prima nicht nur optisch eine ganz andere Nummer. Er legte viel Wert auf sein Aeusseres, brachte bei Tempelbesuchen eine ganze Kollektion von privaten sarongs mit und hatte die Ruhe weg.
Auch er hat uns einige schoene warungs zum Essen gezeigt, u.a. haben wir bei der Gelegenheit das Fischgericht mahi mahi probiert, in einem warung, was vom ersten aeusseren Eindruck sicher keinen von uns zum Besuch animiert haette. Aber der Fisch war saulecker, selbst fuer Oskar wurde es ein mi goreng freier Tag.



An anderer Stelle hat Roman allerdings gepatzt, er wollte uns in den Genuss eines Spanferkelessens kommen lassen, einer ausgewiesenen Delikatesse auf Bali.



Aber die im Fenster des Strassenlokals drapierte Sau machte mich schon gleich stutzig, sie sah irgendwie traurig aus. Okay, wird manch einer sagen, sie war eben auch tot, aber das war es nicht. Die Frage war eher, wie lange schon ?.
Jedenfalls kam dann fuer mich geschmackstechnisch der Supersaugau, die Kruste-eigentlich ja das Glanzstueck eines wohlgeratenen Spanferkels- schmeckte mir wie Flipflops aus der Mikrowelle, kurzum, da habe ich dann doch gestreikt, zumal bei gefuehlten 35 Grad im Schatten.

Aber davon mal abgesehen, der Roman war echt nett und fuhr mit uns am naechsten Tag dann erstmal fast wieder die ganze Strecke von vor 2 Tagen in Richtung Osten zurueck, diese geografische Fehlkalkulation verstand auch nur Gebeko.

Jedenfalls haben wir uns den West-Bali-Nationalpark erwandert und zwar ca. 50 - 100 m links und rechts von der Kuestenstrasse ! Dort gibt es einen Regenwald und die Gelegenheit die scheuen Makaken-Affen in freier Wildbahn zu beobachten, die sich dort in den hoechsten Baumwipfeln aufhielten ( auf den folgenden Bildern erst die Makaken, scheiss Name uebrigens, und dann ich beim Bewerbungsfoto fuers naechste Dschungelcamp )




Von dort sind wir nach dem Besteigen eines Aussichtsturms in Kuestennaehe



und dem Besuch des Wasserfalls in der Naehe von Permuteran






durch eine herrliche Berglandschaft







nach Munduk weiter gefahren. Die Fahrtstrecken auf Bali waren ueberschaubar und wir sollten laut Gebeko in diesem kleinen Dorf in den Bergen den Alltag der Balinesen hautnah miterleben. Davon hatte sich vor allem Gerd der Fotograf viel versprochen, wollte er doch seine Portraitbildersammlung um Menschen bei der Arbeit auf den Reisterrassen o.a. fotografieren.

Daraus wurde dann aber gar nichts, vielmehr wurden wir in einem ruralen workshop in die Kunst der Opfergabengestaltung eingewiesen.



Eine indonesische Fachfrau von der Innung ,Pflanzen und Feinmotorik, brachte uns bei, wie aus einfachen Naturmaterialien die 15x15 cm grosse Opferschale gewerkelt wurde, ein Brueller fuer die Grobmotoriker, das Ganze im Schneidersitz, da nach 30 Minuten wieder hochzukommen war schon der Hit, diese Schalen haben wir allerdings tausendfach auf Bali gesehen.



Wie dieser workshop hatten auch die Zimmer in dem Munduk-Hotel ihren ganz besonderen Charme, alles etwas in die Jahre gekommen und am Nachmittag ein Konzert von Froeschen und Grillen, dass man befuerchten musste, nachts keine Minute Schlaf zu bekommen.
Ging dann aber doch, nachdem uns 4 Maedels mit der welcome dance Vorfuehrung ins Reich der Traeume geschickt hatten.

Am naechsten Tag ging es dann weiter in Richtung Ubud, das Hotel verabschiedete sich von uns mit einem Kaffeeproben-Geschenk, das fanden wir alle sehr aufmerksam !



Auf dem Weg zu unserem Tagesziel Ubud machten wir Station oberhalb des Bratansees, wo man nicht nur einen herrlichen Ausblick sondern auch die Gelegenheit hatte sich mit allerlei Getier fotografieren zu lassen: Python, Riesenwaran und Flughunde standen zur Auswahl, hat aber keiner von uns gemacht.





Danach besichtigten wir den Hindu-Seentempel Ulun Danu, der im Jahr 1663 gebaut wurde.






Oberhalb des Sees lag der Botanische Garten Kebun Raya, der neben den tropischen Pflanzen auch durch einen hinreissenden Ausblick auf die Umgebung bestach und sonntagsbedingt das Ausflugsziel vieler Balinesen war.

So um die Mittagszeit haben wir dann Ubud erreicht, unser Ziel fuer die naechsten 2 Tage. Hier begannen wir die Erkundung der Stadt im Agung Rai Museum of Art, dem einzigen Ort, wo man Werke des deutschen Malers und Musikers Walter Spies sehen kann, der in den 1930er Jahren die Kunst und Kultur Balis nachhaltig beeinflusste.





Den Abschluss des touristischen Teils dieses Tages war dann der Besuch des Affenwalds von Ubud, ein zweifelhaftes Vergnuegen.
Das liegt allerdings nicht an den dort halbwegs frei lebenden Affen, sondern an den Besuchern aus aller Welt, von denen sich einige einen Spass daraus machten die Tiere mit Kaugummi und Eis zu fuettern !





Also ich habe den Affenwald mit einem mulmigen Gefuehl im Magen verlassen, das hatten einige Affen dann abends wohl auch.

Fast schon zum Ritual (!) war es auf Bali geworden, dass unsere Gruppe abends wann immer moeglich zusammen essen ging, und der Geschmack der Ubud-Pizza war wirklich richtig gut !!!

An unserem zweiten - eigentlich freien Tag - hatten fast alle eine optionale Mountainbike-Tour gebucht. Hier ein Tipp vom Blogger, bucht solche Arrangements nicht zu Hause, sondern bei den oertlichen Veranstaltern. Erstens ist es dann nur halb so teuer und zweitens profitieren bei diesem Verfahren wirklich nur die Balinesen von den Touristen. Sorry Gebeko,aber die Mountainbike-Tour war spitze, aber viel zu teuer.

Am Morgen ging es erst einmal per Kleinbus ganz hoch hinauf bis zu einem Aussichtspunkt in Kintamani, an dem wir die volle Selbstverantwortung fuer die Tour per Unterschrift uebernahmen.




Dann wieder mit dem Kleinbus ein Stueck runter vom Berg zu den Mountainbikes, kurze Einweisung und von dort nach Aussagen der guides immer nur noch bergab. Das stimmte die australische Grossfamilie, die mit uns am Start war, gleich versoehnlich und bester Dinge. Sie hatten schon beim Transfer im Minibus lustige Lieder intoniert. Ihre Laune sollte sich dann aber waehrend der Fahrt latent verschlechtern.

Wir also mit Helmen ausgestattet auf die Piste und nach kurzer Zeit erster Stopp am Rande eines Dorfes.
Dort machte uns der guide auf Gefaesse an Baeumen aufmerksam, in denen die Plazenta von Neugeborenen haengend aufbewahrt wurden, in der Hoffnung dem Baby damit eine glueckliche Zukunft zu verschaffen. Das haette ich ja nie gedacht und waere achtlos an der merkwuerdigen Apparatur vorbeigeradelt.
Total betroffen machte mich dann spaeter im Verlauf der Fahrradtour die Aussage einer der guides, als er im Gespraech mit mir erwaehnte, dass seine Frau vor 4 Monaten eine Fehlgeburt gehabt haette.

Danach fuhren wir weiter durch gruene Taeler und an diversen Tempeln und Tempelbaustellen vorbei,



bis der guide realisierte, dass uns/ihm ein australisches Teenagermaedel abhanden gekommen war, der sicherheitstechnische Supergau, hatten wir doch mittlerweile durchaus wieder Verkehr auf der Strasse. Es dauerte ein wenig, man telefonierte hektisch und dann wurde die Aussiebraut von Freunden zu unserer Gruppe eskortiert.
Hat die einen Einlauf von ihrem Vater (?) bekommen, davon hatte sie sich noch am naechsten Morgen beim Fruehstueck nicht erholt. Ehrlich gesagt, sie tat mir da schon wieder leid.
Am Ende der Mountainbiketour gab es dann ein Lunchbuffet im Elefantenpark mit der Moeglichkeit mit voller Wampe auf den Dickhaeutern zu reiten und sie in einer Show zu bestaunen.






Unsere kleine Gruppe wollte aber doch zurueck nach Ubud um noch einmal den Flair dieser balinesichen Kleinstadt zu geniessen.

Am naechsten Morgen ging es erst einmal auf den Markt in Ubud. Wir waren ziemlich frueh dort und konnten mit Hilfe des guides einige der dort auf dem Obstmarkt angebotenen exotischen Fruechte verkosten.




Andere kauften sich preiswerte Bintang-T-shirts ( Stichwort: Bier )



oder schlenderten einfach nur so durch den offenen und ueberdachten Teil des Marktes. Ich frage mich bis heute, wird da ueberhaupt mal abeschlossen, und wenn ja wie ? Da lagern ja Millionen von Kleinteilen und Gedoens, Inventur kann man da, glaube ich, gar nicht macchen. Aber handeln, und da zeichneten sich vor allem die Damen in unserer Riege als wahre Meister aus. Das heisst, soweit ich mich erinnere, hat Gerd beim 'Kauf' seines Bintang-Shirts noch was rausgekriegt, er war kurz vorm Platzverweis und hat mindestens 3 Verkaeuferinnen in den balinesischen Wahnsinn getrieben !

Dann war aber wieder ernsthaftes Programm angesagt, die Elefantengrotte Goa Gajah, ein Hoehlen- und Quellheiligtum, das seinen Namen aufgrund der Ausgestaltung des Hoehleneingangs erhielt. In den Fels ist eine gigantische Daemonenfratze gehauen, im Inneren der Hoehle kann man einen Elefantengott sehen und in einer der 15 Nischen steht ein vierarmiger, knapp 1m hoher Ganesha, der den Hindus als elefantenkoepfiger Sohn des Gottes Shiva gilt.



Dazu Phallussymbole aus Stein, die Shivas Zeugungskraft versinnbildlichen. Vor der Hoehle ein 1000 Jahre alter Badeplatz, schon kurz Eintauchen in das Wasser sollte angeblich Glueck bringen.

Nach diesem ganzen Sexkram die 'Mutter aller Tempel', Purah Besakih ( 950 m hoch ), ein Terrassenheiligtum an den Haengen des hoechsten Vulkans von Bali, dem Gunung Agung, 3031 m hoch.







Das hiess, Sarong marsch, und Glueck hatten wir auch noch, denn wir konnten einige Festgesellschaften beobachten, die im Tempel lokale Opferzeremonien durchfuehrten.
Einmal im Jahrhundert ist Besakih allerdings der Mittelpunkt der Eka-Dasa-Rudra-Zeremonie, deren Zweck die Reinigung und Stabilisierung des gesamten Kosmos ist.





Von knapp Tausend Meter Hoehe ging es dann auf Null nach Candidasa an der Ostkueste von Bali.



Wie viele aus meiner Gruppe habe ich mich gleich in diese Ort und vor allem die Hotelanlage Candi Beach Cottages verliebt. Und so habe ich im Anschluss an die Gebeko-Bali-Tour, einen Kurzaufenthalt in Kuta und 2 Wochen Sanur den halben November erneut in Candidasa gechillt, Blog geschrieben und vieles mehr, ueber das ich euch dann aber in Teil 11 berichten werde.

Der naechste Tag war schon der letzte auf Bali mit Programm, man merkte das auch an der Einstellung der guides. Pflichtgemaess brachten sie uns noch zum Unterweltentempel Goa Lawah, so ein bisschen die Fledermaus-Variante zum Vortag mit den Elefanten.




Danach ins Dorf Bucuan, wo wir lt. Gebeko das Spielen auf Gamelan-Instrumenten ausprobieren sollten. Wir sind dann auch in einer Werkstatt gelandet, wo u.a. diese Riesengongs, andere Bronze- und Bambusinstrumente angeferigt wurden, im Normalfall, denn Vertreter der Arbeiterklasse waren nicht anwesend, hatte was von Streik !





Aber so richtig gejuckt hat es da schon keinen mehr, jeder war voll bis Unterkante Oberlippe mit balinesischen Impressionen und wollte nur noch schnell ins letzte Hotel in Sanur in Flughafennaehe.
Die guides auch, nicht aber ohne sehr offensiv mehrfach darauf hinzuweisen, es gaebe ja noch Tringeld zu verteilen.
Das fand ich ehrlich gesagt ein bisschen neben der Spur und hat bei mir nicht dazu gefuehrt den Obulus ueppiger zu bemessen.
Letztendlich waren wir dann so frueh im Hotel in Sanur, dass unsere Zimmer noch gar nicht fertig waren !
Immerhin gab es Poolkarten, damit war die Sache fuer Oscar zumindestens geklaert, drei, vier Stellen seines Alabasterkoerpers waren noch nicht tiefengebraeunt ;-)
Am Strand dann ein Wiedersehen mit Michael, der eine Woche im Anschluss an Java in Sanur Badeurlaub gemacht hatte und uns in die Restaurantszene von Sanur einwies.
Aber es war Sabine, die uns dann in ein warung mit super leckerem Essen fuehrte, wobei der Weg dahin weiter als erwartet war und wir Gerd dabei aus den Augen verloren, shit happens.

Tja, am naechsten Morgen ging dann alles blitzschnell - Stefan, Oscar, Gerd, Iris und Lukas flogen am Nachmittag ueber Singapur nach Deutschland, Sabine und Lydia hatten noch drei Tage Badeurlaub in Nusa Dua, das man von Sanur aus schon sehen konnte und ich bestellte ein Taxi um nach Kuta zu fahren, wo ich mein naechstes Quartier im Voraus gebucht hatte.

Und ich war dann auch der Erste, der mit Sack und Pack verschwand, von Oscar, Gerd, Sabine und Lydia konnte ich mich wenigstens noch persoenlich verabschieden.

Auf dem Weg nach Kuta freute ich mich auf 4 Wochen Chillen !

Bali, vor allem aber Java, waren ganz schoen anstrengend gewesen. Gebeko als Lightversion von Meiers Weltreisen sollte vielleicht expliziter darauf hinweisen, dass eine Erlebnisreise eben kein Zuckerschlecken sein kann ! Koffer rein in den Bus, Koffer raus aus dem Bus, lange Fahrten ueber Land und oft sehr frueher Start und spaete Ankunft in den durchweg attraktiven Hotelanlagen.

Die guides beide sehr bemueht, kompetent und engagiert, aber bitte mal einen Sprachkurs Deutsch fuer Auslaender in Deutschland spendieren, die guides werden sich freuen und die Gaeste auch, eine klassische win-win-Situation !

Jedenfalls war ich randvoll mit Erlebnissen, Eindruecken und Erfahrungen, die mir in ihrer Dichte und Nachhaltigkeit erst beim Blogschreiben nach und nach wieder praesent wurden.

Die 2 Wochen hatten es in sich gehabt und die kommenden vier ? Ging das ueberhaupt jetzt, von 100 auf 0, so gar nichts an Programm, Fruehstueck von 7 - 10, ansonsten abhaengen ?

Ich freu mich schon Teil 11 zu schreiben, das wird sicher eine Herausforderung !

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Sonntag, 2. November 2014
11. CHILL OUT BALI - sind die Hippiezeiten endgültig vorbei ?


Da saß ich nun also in meinem Taxi und träumte von einem langen Strandurlaub mit allem, was dazu gehört und musste dann doch als erstes dafür die legale Grundlage schaffen und mein Visum fuer Indonesien verlängern lassen.

Stefan und andere aus der Gebeco-Reisegruppe hatten mir dringend dazu geraten um Komplikationen bei der Ausreise nach Australien/Tasmanien Anfang Dezember aus dem Weg zu gehen.

Die zustaendige Behörde, das immigration office,



lag glücklicherweise fast auf dem Weg zu meinem nächsten Quartier in Kerobokan, einem Vorort von Denpasar in der Nähe von Kuta. Da sollte ja der Bär tanzen mit endloser Partymeile und Traumstränden.



Nach 20 Minuten Taxifahrt hatten wir das immigration office um 11.55 Uhr erreicht und eine Beamtin hielt mich zur Eile an, denn man schließe nicht wie von mir im Netz recherchiert um 16.00 Uhr, sondern um 13.00 Uhr, also in 45 Minuten ! Stimmt, das hatte uns ja schon Prima auf Java verklickert, dass diese Beamten nicht gerade workaholics sind.

Fing ja gut an, brauchte ich doch noch einige Kopien meiner bestätigten Flüge und vom Reisepass. Nicht dass ich die im immigration office anfertigen konnte, nein, da musste ich erstmal in den Supermarkt nebenan und dann - wie sich das gehört - eine Wartenummer ziehen. Habe ich alles irgendwie in der Zeit geschafft, und fand mich dann in einem nicht klimatisierten, proppevollen Warteraum mit Dutzenden anderen Antragstellern wieder.
Permanent kamen über Lautsprecher Durchsagen, welche Nummer sich an welchem Schalter einfinden solle, ein höllisches Inferno.
Letztlich war auch "Ulrich Rudolf Gustav" dran, 7 Minuten vor 13.00 Uhr. Toll dachte ich für einen Moment, das lief doch wie geschmiert. Dann nahm mir der Beamte freundlich aber bestimmt meinen Pass ab und bestellte mich für Montag zum biometrischen Fototermin. Na ja, ging wohl nicht anders, die Putzfrauen rückten schon an.

Draußen war ich nur froh, dass mein Taxifahrer mit meinem Gepäck im Kofferraum gewartet hatte. Mit einem Lächeln im Gesicht gab er mir zu verstehen, das sei aber schnell gegangen bei mir. Was er damit meinte, habe ich dann erst am Montag gecheckt.

Nach weiteren 30 Minuten Fahrt mitten durch Denpasar, teilweise bei Überholmanövern auf dem Bürgersteig (!), hatten wir nach Auskunft des Fahrers mein Ziel erreicht. Eine belebte Strasse, im Hinterhof eine Baustelle und von Strand oder anderer Idylle weit und breit keine Spur.



Egal, erstmal positiv an die Sache rangehen und der Empfang durch den jungen Hotelmitarbeiter war auch okay. Nicht so mein Appartement im ersten Stock hinten rechts, direkt neben der Baustelle.
In mein Zimmer hatten sich Monsterkakerlakken
und Ameisen geflüchtet, wohl auch, weil die Klimaanlage nicht funktionierte !!! Und dann versagte auch das w-lan den Dienst, und das brauchte ich zum Blogschreiben ja am allerdingendsten.

Mein Entschluss diese trostlose Herberge so schnell wie möglich wieder zu verlassen, reifte innerhalb von Sekunden und konnte auch nicht durch das schmackhafte Essen am Abend in dem dem "Hotel" angeschlossenen Restaurant revidiert werden. Irgendwie taten mir die Leute vom Hotel fast leid, als ich ihnen meine Entscheidung noch am Abend mitteilte und ein Taxi für den nächsten Morgen bestellte.
Bezahlen müsste ich aber trotzdem, meinte man, hab ich dann auch erst, nach Beschwerde bei booking.com wurde mir allerdings der Betrag rückerstattet.

Ich hatte also in dem Moment keinen Pass, kein Hotel aber wenigstens eine Idee, wo ich erst einmal unterkommen könnte. Dies sollte nicht allzu weit entfernt vom immigration office sein, dachte ich, als ob ich geahnt hätte, dass ich da noch mehrfach auflaufen müsste.
Blieb also eigentlich nur Sanur, und im Swiss Belresort Hotel von Sanur quartierte ich mich dann unter Vorlage meines Personalausweises ein, wie sich im Laufe der 2 Wochen, die ich dort logierte, herausstellte, ein ausgesprochener Glücksgriff.





Der Taxifahrer, den mir die Absteige in Kerobokan zum Abschied spendiert hatte, bot gleich seine Transferdienste für Montag an und war dann auch pünktlich zur Stelle.

Beim zweiten Besuch war ich natürlich schlauer und früher da. Dachte ich ! Nummer ziehen und Bezahlen ( 350000 IDR ) war angesagt, ich hatte die 118 und eine Frau mit Nummer 52 ging gerade ins Fotostudio, ein winziger Raum, nicht klimatisiert und entsprechend heiß und stickig. Das konnte ja heiter werden, und wurde es dann auch. Das Nummernsystem war eigentlich nicht schlecht im Ansatz, wurde nur durch sogenannte 'Agenten' ad absurdum geführt, die für ihre zahlungskräftigen Kunden mit höheren Nummern unter Einsatz von Geldgeschenken die Biometrie-Baracke vor mir betreten durften. Meinem Ärger konnte ich mit einer Reihe Gleichgesinnter ungefähr 2 Stunden Luft machen, dann endlich war ich dran. Foto, Fingerabdrücke und mit dem Stempel zu Schalter drei, Hoffnung keimte auf - wieder umsonst !!! Der gleiche freundliche aber bestimmte Beamte vom letzten Donnerstag teilte mir jetzt mit, am Mittwoch wäre dann passport pickup. Ich war zu genervt um mich in diesem Moment darüber ernsthaft aufzuregen. Nur für eine Millisekunde dachte ich, der arbeitet mit der Taximafia zusammen. Mein Fahrer, die treue Seele, fuhr mich ins Hotel zurück, kassierte etwas mehr als sonst und ich ging sofort in den Pool um mich abzukühlen.
Im immigration office hatte ich übrigens die ersten 'Hippies" gesichtet, braungebrannte Surfertypen, Alt-68er, Ganzkörpertätowierte und Frauen in Latzhosen mit kleinen Kindern auf dem Arm, die wohl alle solange wie möglich auf Bali bleiben wollten.

Am Mittwoch, den 05.10.14, war es dann soweit !
Mit einem Lächeln im Gesicht überreichte mir der freundliche aber bestimmte Beamte meinen visumsverlängerten Pass, als wollte er sagen, geht doch, oder !? Und irgendwie war es ein fast feierlicher Moment dieses deutsche Dokument wieder in den Händen zu haben.



Darauf habe ich mir dann abends erst einmal ein Bintang mehr gegönnt.



So begann am folgenden Tag eine Zeit der echten Erholung und des vertieften Kontaktes zur einheimischen Bevölkerung, wie er sich automatisch einstellt, wenn die comfort zone einer begleiteten Tour fehlt.
Was habe ich eigentlich so gemacht die letzten 4 Wochen, werden sich zu Hause bestimmt viele fragen, und jetzt - Ende November - wo ich darüber schreiben will, kommt mir das schon selbst unglaublich vor, wie dieser Monat schon rum sein kann. Und dabei hatte ich mir extra geschworen, mit Disziplin den Tag zu strukturieren.
Morgens war das recht einfach. Fruehstueck war von 7 - 10, ich war immer mit einer der Ersten am Freiluftbuffet, denn wer will beim Essen schon Temperaturen haben, die höher sind als das an der egg station liebevoll von Asmara zubereitete Omelett komplett. Anfangs war ich sogar noch im Pool vorm Frühstück, aber das schlief dann schnell ein.
Der Frühstücksbereich am Pool war open air und in Buffetform, und es gab nichts, was es nicht gab. Für die asiatischen Gäste die ganzen warmen Gerichte, für Australier und Amerikaner das Steak-Segment, für die Briten ein 1a English breakfast und für den Rest Müsli, Brot in allen Variationen, Wurst, Käse - eben alles.
Und dazu zwei Sonderangebote, die allseits beliebte egg station mit Omelette plain or complete, scrambled eggs usw. und ein pancake-Stand, kurzum, wer da nicht fuendig wurde, war selber schuld.
Und zum Finale gabs da ja auch noch ein üppiges Früchtebuffet, mit Obst, das ich anfänglich überwiegend gar nicht benennen konnte, schmeckte aber hervorragend. Vor allem Jackfruit, Mango, starfruit, pineapple und melon-Variationen hatten es mir angetan. Bei Passionsfrucht und Salak dagegen hielt sich meine Begeisterung in engen Grenzen, andere räumten diese Exoten tellerweise ab.
So ein Drei-Gänge-Frühstück - English -Continental-Fruit- dauerte dann auch schon mal locker 1-1,5 Stunden.

Oft musste ich mich beeilen rechtzeitig am beach shuttle um 09.30 Uhr zu sein, wollte ich doch wenigstens zuvor noch einen Blick in die Jakarta Post werfen.



Unter anderem fand ich da auch die Notiz, dass Bali gerade den heissesten November seit 100 Jahren Wetteraufzeichnung hätte, Klimawandel weltweit also !
Zur Fahrt mit dem Shuttle musste man sich am Vorabend an der Rezeption bei Gili anmelden und erhielt dann vom Fahrer einen Voucher über ein Handtuch + eine Flasche Wasser.
Im Shuttle waren wir um 09.30 Uhr immer ungefähr zu sechs Personen, eine weitere Möglichkeit des Transfers zum Strand gab es um 13.30 Uhr.
Die Shuttlefahrt dauerte etwa 10 Minuten und während dieser Zeit habe ich mich mit einem der jüngeren Fahrer, Manik, immer über aktuelle Musikbands- und Trends in Indonesien ausgetauscht und seine Empfehlungen das ein oder andere mal auf Facebook gepostet. Er war total fasziniert von Ecosmiths und ihrem Song 'Cool kids', lief dauernd im indonesischen TV und Radio und gefiel mir auch ganz gut.
Der Parkplatz am Sindu Beach machte nicht gerade einen sauberen Eindruck, überall Müll, aber der Strand war bewacht und picobello in Schuss.




Dass die 'Sonnenschirme' dort übrigens so gut wie sämtliches Sonnenlicht nur ansatzweise gefiltert bis zur Haut durchließen, habe ich gleich am ersten Tag sehr drastisch an meinem Oberkörper und der lichten Kopfregion gespürt. Den ganzen Abend und die halbe Nacht musste ich die entsprechenden Körperzonen mit kalten Tüchern von gefühlten 65 auf 37 Grad runterkühlen, an Schlaf war da nicht viel zu denken. Am nächsten Tag und von da an immer (!!!) kam das Bandana von Iris zum Einsatz und das Problem damit gelöst.

Mitunter war die Überraschung morgens am Strand groß, wenn gar kein Meer da war, in Sanur herrschten nach einem von mir nicht erklärbaren Tidenkalender Ebbe und Flut, wie an der Nordsee.
Viele von den Pauschaltouristen hielt das allerdings nicht davon ab, sich bei Ebbe stundenlang in den verbliebenen Wasserlöchern sitzend zu sonnen.

Frage mich jetzt noch, wie die das hauttechnisch verkraftet haben.

Und wenn es stürmisch war, konnte es sein, dass der eine oder andere Müll im Meer schwimmend das Badevergnügen schmälerte. Kam aber nicht oft vor und die Stunden am Strand gingen sehr schnell vorbei, es gab immer was zu gucken.






Der Hund war mein treuer Gefährte am Strand. Sobald ich am Horizont auftauchte und meinen Sonnenplatz soweit hergerichtet hatte, kam Beach - diesen Namen fand ich irgendwie passend für ihn - und legte sich unter die zweite Liege meines Sonnenschirms. Und verließ das schattige Plätzchen auch erst dann, wenn ich um Nachmittag zu Fuss zurück zum Hotel spazierte.



Ein Sonntag-Nachmittag ist mir in besonderer Erinnerung geblieben, da sich dort am Strand ein wenig der asiatischen Lebensart offenbarte.
Asiaten spielen gerne im Rudel und mit voller Begeisterung auch Wettspiele mit einfachsten Mitteln. Die älteren Blogleser werden sich noch an die deutsche TV=Show 'Spiel ohne Grenzen' erinnern, so ähnlich ging da die asiatische Post ab, mit Einpeitscher, mikrofonverstärkt, und 2 Mannschaften, die das Spektakel mit voller Begeisterung bis zur Ekstase trieben. Eigentlich ging es nur darum, wer ein Plastikrohrsystem am schnellsten unter Zuhilfenahme von 2 Wannen und 4 Eimern mit Meerwasser füllt. Wenn man bedenkt, dass die Aktion um die Mittagszeit bei 30 Grad im Schatten über die Bühne ging, ziehe ich heute noch mein Bandana !



Die Balinesen sind eben gut drauf und fröhlich bis Unterkante Oberlippe, mit vollem Elan bei der Sache, auch lautstärkenmäßig. Und genauso schnell wie die Show begann, verzog sich die versammelte Festgemeinde dann wieder in den Schatten um sich vom anstrengenden Wettkampf zu erholen.
Auch im Hotel gab es am Wochende immer Poolpartys mit Livebands und Karaoke, das war wohl ein Muss vor allem für die asiatischen Gäste !

Mein Rückweg vom Strand zum Hotel hatte nebenbei gesagt auch immer etwas Wettkampfmäßiges.
Die ersten Meter waren anfänglich durch permanente Angebote verschiedenster Taxifahrer etwas mühsam, hinterher kannten sie den blonden Deutschen ja und lächelten nur noch enttäuscht vom Strassenrand herüber.
Die Massagefrauen am Strand haben früher bei mir aufgegeben mich auf die Liegen zu bekommen, wahrscheinlich sind deren Blicke für willige Kunden geschulter.
Nach 35 Minuten hatte ich schweissnass den ersten Supermarkt erreicht um mich mit einem Eis zu belohnen und andere Kleinigkeiten einzukaufen.
Am Hotel angekommen wurde ich nach kurzer Zeit mit grossem Hallo begrüßt, erst von den security-Leuten, dann von der kompletten Rezeptionscrew.
Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es aus Mitleid oder Begeisterung geschah, aber außer mir ging da glaube ich keiner zu Fuss.
Danach war der Tag schnell gelaufen: Pool, Blog, Essen gehen und hin und wieder skypen, die Tage verflogen nur so.
Das Blogschreiben konnte ich im business room des Hotels unter semiprofessionellen Bedingungen erledigen. Der ungefähr 18qm große Raum neben dem Souvenir-und Lebensmittelladen war mit 2 Computern, einem Drucker und einer in die Jahre gekommenen Klimaanlage ausgestattet, die, wenn sie erst mal lief, ganz schnell für eisige Temperaturen sorgte. Gottseidank war ich aber nahezu immer alleine in diesem Arbeitssektor, so dass ich die Raumttemperatur selbst regulieren konnte. Viel geholfen hat mir am Anfang das Mädchen aus dem Shop nebenan. Tiana übersetzte mir einschlägige indonesische Computerbefehle ins Englische und half mir auch immer dann mit großem Engagement weiter, wenn ich nicht mehr ganz genau wusste, welches Bild denn jetzt welchen Tempel zeigte.

Mehr als 2 Stunden Bloggen ging nicht, dann kam der große Hunger und Sanur bot da einiges an hervorragenden warungs. Einige habe ich bei tripadvisor bewertet, mein Lieblingslokal war das 'Little Bird'.

Ein ganz junges Team, oft Livemusik, lecker und saupreiswert. Ich denke, so 6x bin ich dort wohl insgesamt indonesisch essen gewesen. Aber es gab auch Pizza, Chinesisch, vegetarisch und was man sich sonst noch so vorstellen konnte. Mit einem Bintang-Bier klang der Abend dann aus und trotz wenig körperlicher Anstrengung bin ich meistens rechtschaffen müde in einen komatösen Schlaf gefallen.

So verging Zeit in Sanur wie im Flug ! Vergessen will ich nicht die vielen honeymooner aus aller Welt im Pool, die ihre sonnenverbrannten jungen Körper ineinander verkeilt mitunter stundenlang durchs Wasser schoben. Muss Liebe schön sein, dachte ich, und schwamm beharrlich um die in sich versunkenen Pärchen herum. Und dann der selfie-hype, außerhalb des Pools, aber auch im Wasser oder im Meer unter Zuhilfenahme von langen Stangen, die auch schon die ersten indonesischen Händler am Straßenrand anboten. Ich wusste erst gar nicht, wofür man die brauchen könnte. Digital native, eben !

Am Ende beim Auschecken aus dem swiss belresort war die Stimmung bei mir dann auch ambivalent - auf der einen Seite freute ich mich auf Candidasa, wie schön das dort war,wusste ich ja, aber in Sanur hatte ich zwei sehr erholsame Wochen verlebt und kannte mich gut aus. Und Gili weinte, als ich mich von ihr verabschiedete, obwohl meine Abschlussrechnung im Hotel nur aus 2 Kaffees bestand. Dadurch konnte ich mein tägliches Budget auf ein Minimum senken, so um die 8,50 € ! 😎

Am 14.11.2014 pünktlich um 12.00 Uhr kam wie aus dem Nichts mein Fahrer aus der Garage vorgefahren, lud mich ein und wir fuhren ca. 50 km die Küstenstraße in Richtung Norden bis Candidasa.
Der kleine Ort liegt in einer Bucht und gilt unter Bali-Kennern als optimaler Standort für die Erkundung aller Sehenswürdigkeiten der Insel, die ich ja aber schon gesehen hatte.

Warum investierte ich also relativ viel Geld für indonesische Verhältnisse in gut 2 Wochen Urlaub dort ???
Zum einen, die Hotelanlage candi beach cottages ist ein Traum.








Gepflegter oekologischer Luxus, betreut von einem Team unzähliger Gärtner , Poolboys, Masseure, Restaurantmitarbeiter




und Elizabeth vom bali conservancy, einem Anbieter, der umweltgerechte Touren auf Bali anbot, von denen ich 3 selbst ausprobiert habe.



Zum anderen aber hoffte ich , dass es mir im kleinen Candidasa gelingen würde, intensiveren Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen. Der Plan ging auf, drei Beispiele will ich an dieser Stelle mal etwas ausführlicher beschreiben.

Ich fang mit Elizabeth an, weil sie irgendwie immer ihre Finger dabei im Spiel hatte. Elizabeth hatte ihr Büro in der riesigen open air Eingangshalle des Hotels und war ein travel agent.
Am 3.Tag meines Aufenthaltes machte ich mit Elizabeth einen morning walk durch Candidasa und sie zeigte mir die guten Restaurants, erklärte mir die verschiedenen Tempel, wies mich auf 2 kleine Geschäfte hin, die hier Parfum und Seife produzierten und machte mir 2 Trekkingtouren schmackhaft.






Und bei dem morning walk war mir unter anderem eine open air TISCHTENNISHALLE mitten im Ort aufgefallen. Das gibt's doch gar nicht, dachte ich bei mir,sollte ich hier etwa zu Trainingseinheiten kommen ???
Das Sportlerschicksal meinte es wirklich gut mit mir, denn schon am nächsten Abend ergab sich die Gelegenheit zu einer Trainingseinheit in genau dieser location. Ich hatte gegenüber im warung padang kecag




gerade lecker Mi Goreng gefuttert, als mir die Idee kam einfach mal zu den trainierenden Teenagern rueberzugehen und ihnen ein wenig beim Spiel zuzuschauen. Gesagt, getan !
Aber beim Zuschauen blieb es nicht lange, man gab mir einen Schläger und ab ging die Post . Schon nach 10 Minuten zog ich mein T-shirt aus, sonst hätte ich es nach 15 Minuten auswringen können. Für mich als Europäer war das ein echtes Härtetraining bei ungefähr 28 Grad und 85 % Luftfeuchtigkeit.
Die Jugendlichen hatten schnell gemerkt, dass ich für sie zu spielstark war und per Handy den ca. 40-jährigen Yudit angefunkt, der kam dann auch auf seinem Fahrrad und wir begannen ein richtiges Match, 5 Gewinnsätze war die Vorgabe. Yudit und ich waren ungefähr gleich gut, allerdings sollten Yudit in letzter Konsequenz seine 10 - 15 kg Übergewicht zum Verhängnis werden. Nicht aber bei diesem ersten Match, da siegte er in 55 minuten mit 5:3 und ich war absolut ausgepowert ! Als ich mir im Supermarkt auf dem Rückweg ins Hotel noch ein Eis holte, hätte die Verkäuferin am liebsten die Ambulanz gerufen, so fertig sah ich wohl aus.
Im Hotel habe ich erst 15 Minuten kalt geduscht und bin dann noch in den Pool um meine Körpertemperatur wieder einigermaßen auszubalancieren.
Am nächsten Abend war ich besser vorbereitet: Wasserflasche dabei und Socken, eine Blase unterm linken grossen Zeh hatte ich mir nämlich am Vortag auch noch eingehandelt. So präpariert lieferte ich mir mit Yudit noch einige hart umkämpfte Duelle, welche ich dann immer klarer gewann, was Yudit richtigerweise mit seinem eingebauten Kartoffelkeller erklärte, er wolle ab sofort nur noch Reis essen ! Zum Abschied versprach ich ihm einen meiner alten Schläger nach Bali zu schicken um seine Vormachtstellung in Candidasa zu zementieren. Yudit war ein netter Typ und wie viele in Candidasa ansonsten mit der Betreuung von Touristen beschäftigt, fuhr die Gäste durch Bali, bot auch seine Dienste als guide bei Trekkingtouren an und war bekannt wie ein bunter Hund.
Auch mein Lieblingsrestaurant in Candidasa, das bereits erwaehnte warung padang kecak, hatte mir Elizabeth empfohlen. Dort traf sich abends um spätestens 18.30 uhr die kulinarische Elite unter der versammelten Gäste im Ort und ließ es sich gut schmecken.
Die Besitzerin war wiederum verwandt mit meiner Supermarktkassiererin und verkaufte wie viele im Ort auch Souvenirs und Textilien. Gleichzeitig beaufsichtigte sie ihre Kinder bei den Hausaufgaben und verteilte die Opfergaben, sie hatte also echt alle Hände voll zu tun, war doch ihr Restaurant von 11.00 - 23.00 Uhr durchgehend geöffnet.
Aus Gründen der lokalen Verteilungsgerechtigkeit bin ich aber auch noch in 4 anderen warungs von Candidasa eingekehrt, unter anderem in einem Gartenrestaurant, sehr romantisch und toll illuminiert sowie bei Dollar, rein optisch ein ex-Hippie, und seiner Frau, die spitze Fisch zubereiten konnte.



Dazu gab es in der Nähe des Hotels noch eine kleine Perfum- und Seifenmanufaktur, wo ich bei einer Besichtigung einige kleine Präsente kaufte.




In den Ortskern zu laufen war ein Weg von ca. 2 km und das überlegt man sich gut bei den Temperaturen auf Bali.

Geschickter war es da, Mitfahrgelegenheiten oder ähnliches zu nutzen um wichtige Dinge in Candidasa City zu erledigen. Und so eine Chance ergab sich für mich auf dem Rückweg von der white sandy beach Trekkingtour. Ich hatte mit bali conservancy eine 2-stündige Wanderung zu einem auf Bali ansonsten sehr seltenen weißen Sandstrand gemacht







und meinen Fahrer auf dem Rückweg gebeten im Ortskern Candidasa am ATM zu halten um mir ein wenig Bargeld zu ziehen.Ganz nebenbei hatte ich ihm erzählt, dass ich unbedingt auch noch vor meinem Flug nach Tasmanien zum Frisör wolle. Da kenne er jemanden, wahrscheinlich irgendwie Verwandtschaft, und brachte mich gleich hin. Und so saß ich kurzerhand bei Dewi in ihrem spa & salon und sie machte einen wirklich guten Job.



Alles wurde von ihrer Tochter wayan, die gerade ihre Ausbildung zur Friseurin erfolgreich bestanden hatte und jetzt bei Mutti ins Geschäft eingestiegen war, mit meinem Tablet dokumentiert. Erst nach der Frisur wurden mir dann überraschenderweise die Haare gewaschen und ich wollte schon bezahlen, als das Beste erst noch kam. Denn Dewi bot mir eine Massage an und ich fühlte mich gerade in der richtigen Stimmung dazu. Und so wurde mein frisch frisierter Alabasterkörper nach allen Regeln der Kunst eingeölt und durchgeknetet. Es war eine echte Wohltat, Dewi verstand ihr Handwerk und so entspannt wie lange nicht kam ich an diesem Sonntag ins Hotel zurück.

Und dann kam der folgende Montag und sollte für mich nicht so ganz optimal weiter gehen. Das fing schon damit an, dass ich um kurz nach fünf aufwachte, viel zu früh um ins Meer zum schwimmen zu gehen, was ich sonst jeden Morgen vorm Frühstück machte. Aber ich wollte ja sowieso mal einen Sonnenaufgang fotografieren, so schnappte ich mir das Tablet und machte mich auf den Weg zum Strand. Um die beste Stelle zum fotografieren zu erreichen musste ich über eine ca. 4 m hohe Steintreppe an den Nachbarstrand von unserem Hotel. Und dann ging die Sonne so um viertel vor sechs im Osten auf.



Die Fotos waren schnell gemacht und mit den Gedanken schon beim Frühstück wurde mir der Rückweg zum Verhängnis, als ich auf der besagten Steintreppe ausrutschte und der Länge nach runterstürzte. Wenn ich in dem Moment nicht einen besonders guten Schutzengel gehabt hätte, waere es das Aus meiner Weltreise gewesen. Das Tablet fiel mir aus der Hand und knallte auf die Treppe, danach ich mit Hüfte, Ellenbogen, Handgelenk und Fußgelenk der linken Seite. Meine erste Sorge galt meinen schönen Fotos, aber Gott sei dank die Kamera funktionierte und den Dreck und das Blut von den Schürfwunden spülte ich mir im Meer runter, brannte ganz schön ! Laufen konnte ich noch, gute Bilder hatte ich auch im Kasten, nur die Harten kommen in Garten ! Erst am nächsten Tag fühlte ich mich wie vom Lkw touchiert und konnte auf der linken Seite nicht liegen, aber 3 Tage später waren nur noch ein paar Schürfwunden zu sehen, die mich ab dem Tag zu mehr Vorsicht bei meinen Abenteuern ermahnten.
Viel länger hätte meine Regenerationsphase auch nicht dauern dürfen, denn das absolute Trekking - Highlight von Bali stand ja noch auf meinem Programm , die Mount Agung sunrise Tour '.




Dieser Vulkan hatte die stattliche Höhe von über 3000 m, was einen early morning pick up um 02.00 Uhr erforderlich machte, erklärte mir Elizabeth, als ich den Ausflug bei ihr buchte. Im Preis von 85 Dollar wären der guide, der Transfer Hotel-agung -Hotel, eine Trekkingausrüstung und ein sunrise breakfast inklusive. Und dann kam wieder alles anders. vom Hotel abfahren sollen hätten wir eigentlich um 01.00 uhr, und so weckte mich mein Fahrer per Telefon um 01.35 Uhr und fragte mich höflich, wo ich denn bliebe. Das kannte ich schon von Java , deshalb ließ es mich auch relativ kalt. Der Fahrer raste dann wie ein Besenkter durch die dunkle Balinacht, höher, immer höher auf den agung hinauf. Vereinzelt sah ich Menschen am Wegesrand, insgesamt hatte ich aber das Gefühl, der Einzige zu sein, der heute dieses Abenteuer wagte, obwohl das Wetter ganz okay war, sternenklarer Himmel und angenehme Temperaturen. Um 02.36 erreichten wir den temple agung,




in dem im November ein mehrwöchiges Opferfest gefeiert worden war. Wären wir 8 Minuten später angekommen, hätte ich die Wanderung knicken können, meinte der guide, jetzt würde es knapp mit dem timing und ob wir den Sonnenaufgang rechtzeitig schaffen würden, liege an mir und meiner Kondition.Ich solle mal meine Ausrüstung holen, alles andere würde er mir auf dem Weg erklären. Welche Ausrüstung? Die hatten der Fahrer und sein Begleiter, dessen Funktion mir bis heute nicht hat klar ist, im Hotel vergessen. Eine Stirn-Lampe gab mir der guide Dartha, auf Stöcke musste ich eben verzichten. Und dann ging die Luzie ab, von 1500 auf 2300 m Höhe im Dunkeln, das Gelände anspruchsvoll und steil, der guide 30 Jahre alt und ich immer hinter ihm her. I have to push you a little bit, meinte Dartha mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.





Zudem verschlechterte sich das Wetter zusehends und wir hatten kaum noch Sicht. Zum Schluss bin ich auf allen vieren hinter Dartha auf felsigem Gestein hergekrochen! Und irgendwann fiel mir dann auf, das alles musst du ja auch wieder runter 😞. Ich habe nicht lange gezögert und Dwartha gestoppt. Ohne eine reelle Chance auf sunrise photos machte die ganze Schinderei für mich keinen Sinn mehr und so schloss ich mit Dartha einen deal: Abbruch des Aufstiegs und als Alternative ein romantisches Lagerfeuer-Frühstück an der Steilwand am Berg. Im ersten Moment war Dartha ziemlich perplex, aber er zeigte Größe und versuchte erst gar nicht mich zum weiterklettern zu überreden. Er sei Hindu und Yogalehrer und der Wunsch des Kunden hätte für ihn allererste Priorität. Nach einer kurzen Meditation mit Räucherstäbchen machte er sich ans Holz sammeln und 15 Minuten später brannte das Lagerfeuer und es gab Kaffee, Kuchen, Salzgebäck und andere Leckereien. Gut, dass er etwas mit hatte,meine breakfast Box lag ja im hotel.




Und dann haben wir uns bis zum Hellwerden 1 Stunde über Gott und die Welt unterhalten. Dartha hat mir seinen Lebensweg beschrieben, ich habe versucht ihm viel über Deutschland und mich näher zu bringen. Er hatte eine bewegte Karriere im Restaurantbereich hinter sich, mit Aufenthalt in Amerika und einem Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff. War aber letztendlich alles nichts für ihn und so arbeitete er jetzt als einer von 8 guides für einen balinesischen Trekkinganbieter. Er freute sich, dass ich ihm trotz der gescheiterten agung-Gipfelmission eine sehr gute Bewertung auf TripAdvisor schreiben wolle.
Nach 2 Stunden begannen wir den Abstieg, trafen dabei Darthas Onkel,



der mit 2 Kanistern den Berg hochsprintete um heiliges Wasser zu holen und hatten sogar noch Zeit den agung temple zu besichtigen. Mittlerweile war das Wetter besser geworden und mir glückten sogar einige schöne Schnappschüsse.





Gegen neun Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt der Wanderung, einen Teil des Abstiegs hatte uns mit einem gebührenden Sicherheitsabstand ein Affe begleitet.




Mein Fahrer ließ sich seine Verwunderung über meine etwas frühzeitige Rückkehr nicht anmerken, er fuhr mich zurück nach Candidasa, ich erließ den roomboys die Reinigung meines deluxe rooms 118 und ging gleich ins kuschelige Bett. Erst um kurz vor eins ging ich dann ins naheliegende dwi warung um mein mahi mahi fisch Lunch zu essen, was in der Tour inklusive war.
Am nächsten Morgen taten mir zwar alle Knochen einzeln weh, aber dieses ,sunrise' trekking werde ich mein Lebtag nicht vergessen.
Und das hippiefeeling? Spielte eigentlich gar keine Rolle mehr, klar ist der balinese spiritueller eingestellt, ohne Drogen versteht sich. Aber es geht auf Bali wie bei uns auch für den Durchschnittsbürger permanent ums tägliche Überleben, da muss viel organisiert werden und das passt ja so gar nicht zur flower power Mentalität. Sind also frangi pangi und die anderen prächtigen Blumen auf Bali sowie dieses permanent gute Wetter das einzige, was an die 60er erinnert ? Das muss jeder für sich entscheiden, es gab Momente auf Bali ,vor allem in Candidasa, da fand ich dieses sich in den Tag hinein treiben lassen super, an anderen war ich froh Struktur zu haben, sonst wäre der Blog zum Beispiel nie fertig geworden.
Als Massenphänomen ist die Hippiezeit auch auf Bali endgültig vorbei, als Nischenkultur kann man sie bei intensiver Suche wie überall aufder Welt vielleicht noch ausfindig machen, wenn man das will.
Ich kam als Tourist nach Bali und bin nicht als Hippie nach Tasmanien weitergereist und trotzdem haben mich die zahlreichen Begegnungen mit der asiatischen Art zu leben beeindruckt und sicher auch verändert, wie nachhaltig, wird sich zeigen.

Es blitzte und donnerte, als mein Flieger in Richtung Australien abhob. Dartha hätte vielleicht gewusst, was es zu bedeuten hätte !



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9. Die Perlen Indonesiens I. - JAVA ... mit gebeco Länder erleben


Indonesien empfing mich mit einigen Paukenschlägen der besonderen Art. Das fing schon mal gleich bei der Passkontrolle an, ich hätte ja gar kein Visum, stellte der Beamte lächelnd aber bestimmt bei meiner Kontrolle der Reisedokumente fest. Und Recht hatte er, ausgefüllt hatte ich den 30- Tage Antrag im Garuda-Flieger ordnungsgemäß, aber woher sollte man wissen, dass vor der Passkontrolle auch die 25 US-Dollar an einem sehr mickrigen Schalter im Terminal entrichtet werden mussten. Also ich und etliche andere Touris wieder zurück, Geld abdrücken und dann gings ja auch.
Aber nur kurz, denn bei der Organisation meines Taxis zum Hotel in der Innenstadt geriet ich in die Fänge einer Gruppe von 4 Personen. Einer trug meine Tasche und wollte natürlich auch Trinkgeld dafür, einer war der Fahrer, 2 andere tauschten meine US-Dollar in IDR um und verschwanden erstmal mit 100 USD im Gewühl des Terminals. Ich saß im Taxi ohne Klimaanlage und es war richtig heiß. Nach 20 Minuten kamen die Beiden dann aber doch wieder, hatten das Geld umgetauscht, die Hälfte behalten und dann fuhren wir los. Der Fahrer war definitiv kein professioneller Taxifahrer, sondern ein Familienvater, der sein Auto für Transfers zur Verfügung stellte. Ich saß zwischen 2 Kindersitzen und es roch säuerlich nach Erbrochenem in dem Auto. Dass sich die Kinder bei dem Verkehr in Jakarta







wohl schon einige Male übergeben hatten, könnte ich mit jedem Kilometer besser nachvollziehen. So ein Chaos hatte ich noch nie erlebt. Jeder fuhr wie er wollte , permanent Stau und dazu diese Millionen von Motorrollern, die das Ganze noch verschlimmern.
So brauchte mein Taxifahrer für die ca. 16 km sage und schreibe 94 Minuten, war nassgeschwitzt und musste ja auch noch zurück. In der Endphase der wilden Jagd durch Jakarta hielt er auch noch permanent an um sich zu orientieren und Dutzende Leute nach der Adresse von meinem Mercure-Hotel zu fragen. Trotzdem immer am laecheln und total freundlich, ich hab ihm ein extra Trinkgeld gegeben.

Im Hotel war ich also schon mal. Aufgefallen unterwegs sind mir die Tausenden von Warungs am Strassenrand, Garkuechen,




die nicht nur die Buergersteige komplett in Beschlag nehmen, sondern aus denen es auch so abenteuerlich gut riecht, dass man alle nasenlang Hunger hat. Gleichzeitig raten alle Reisefuehrer auf den Besuch der warungs zu verzichten, man wisse ja nie ! Alles Quatsch, das beste Essen habe ich immer in den warungs bekommen, bis auf einmal, aber die Spanferkelgeschichte stammt von Bali und kommt spaeter.

Im Hotel keine Spur von meiner Reisegruppe, die ja aus Deutschland kommend ueber Singapur anreiste.
Ich hatte mich uebrigens sehr kurzfristig zu dieser Studienreise 'Die Perlen Indonesiens' vom Veranstalter Gebeko entschieden, weil ich in Afrika ueber die guides die allerbesten Insider-Infos bekommen hatte und mir Aehnliches auch von den indonesischen Strategen erwartete. Zudem sollte meine Gruppe nur aus 8 Teilnehmern bestehen und immer ein Hotel abends, Luxus pur also.
Am besagten Abend blieb mir also nichts anderes uebrig als erstmal in den Pool zum schwimmen zu gehen. Der war glaube ich im 3.Stock und erst nach 10 Minuten habe ich gemerkt, wie mir 20 Bauarbeiter von der dem Hotel gegenueberliegenden Baustelle mit Begeisterung zuwinkten und mich anfeuerten, froehlich sind sie die Indonesier, da beisst die Maus keinen Faden ab. Um 18.00 Uhr immer noch keiner von Gebeko da, okay, dachte ich, dann gehst du erstmal was essen und zwar in einem der Pizza Huts von Jakarta, wo man die Jugend Indonesiens trifft.



Ani vom Jakarta Pizza Hut lotste mich durch die Speisekarte und es war saulecker, was auch immer der Belag war. Um ca. 20.00 Uhr war ich wieder zurueck im Mercure-Hotel, keine Gebeko-Reisegruppe zu sehen. So langsam kamen mir Zweifel, ob das denn alles so richtig war. Nachher sollte ich erfahren, dass die deutschen Gaeste ihren Anschlussflug in Singapur verpasst hatten und somit verspaetet im Hotel eingetroffen waren. Ich ging dann mal schlafen, nochmal in den Pool am naechsten Morgen und fruehstuecken, immer mit einem Auge auf der Suche nach deutschen Gaesten - aber da waren keine !
Und dann, um 08.06 Uhr , ich mitten in einem grosseren Geschaeft in der Toilette meines Zimmers, kam der Anruf:

Ein Prima



wollte wissen, wo ich, Juergen, denn bliebe, der Bus von Gebeko warte schon auf mich vor dem Hotel, bereit zur Abfahrt.

Dieser Satz ist fuer den Aussenstehenden nur als Beispiel absurder Literatur zu verbuchen. Hier meine Aufklaerungsversuche:

1. Prima war unser guide auf Java, ein echtes Unikum. Sein Aeusseres war gepraegt von einer desolaten Kauleiste, im Prinzip gab es nur noch einen Zahn, der in Form einer erdbebenbedingten Tempel-Ruine die Mundhoehle seines Besitzers wahrlich nicht fuellte. Prima, er muss so zwischen 50 und 60 gewesen sein, war Kettenraucher und der deutschen Sprache nur ansatzweise maechtig, obwohl er mal in Deutschland studiert hatte. Er bemuehte sich uns so viel wie moeglich ueber Java zu vermitteln, aber die Mikrofonanlage im Bus war mittelpraechtig und so gaben die aelteren Gaeste schnell auf und schalteten ihre Hoergeraete auf stand by.

2. Wieso mich Prima bis fast zum Ende der Tour immer Juergen nannte, wird mir ein ewiges Geheimnis bleiben, ich war fuer ihn Juergen, basta. Manchmal habe ich es dann schon selber geglaubt.

3.Der Bus von Gebeko war vom Indonesienpartner Asia Link gechartert und mit einem Banner 'Pariwisata' am oberen Rand der Frontscheibe als Touristenbus ausgewiesen, bestueckt mit professionellem Fahrer, Hilfsfahrer, zustaendig fuer Koffer, sauber machen und Kuehltruhe mit Mineralwasser fuellen, und Prima eben.

4. Und dann waren da ja auch noch 24 !!! deutsche Gaeste, Durchschnittsalter 50 , Singles und Paare in einer gesunden Mischung. Gebeko hatte kurzerhand eine Sumatragruppe mit einer Javagruppe gekoppelt, was einige Teilnehmer schon in den nicht-militanten Widerstand fuehrte.

Ich also hatte genau 20 Minuten um meinen Kram zu packen und diesen Bus zu entern - ich schaffte es in 12 Minuten und wurde im Bus mit grossem Hallo empfangen, leider praegten sich auch viele der Anwesenden den Namen Juergen ein.
Ohne das Briefing, dass die Anderen am Abend zuvor noch hatten, ging es dann fuer mich auf die Strasse. Im Nachhinein bedauere ich es noch jetzt, dass ich meine Stuetzstruempfe fuer die Fluege im grossen Rucksack tief unten verstaut hatte, denn oft fuhren wir mehr als 5 nicht enden wollende Stunden mit dem Bus ueber voellig verstopfte Strassen, immer eingerahmt von Hunderten von Motorrollern, die bei dem Chaos immer schneller ans Ziel kamen.
Pro Tag werden uebrigens 10000 Motorroller gebaut, auf Bali darf man sie sogar schon ab 10 Jahren fahren und teilweise sitzen ganze 5-koepfige Familien auf einem dieser Roller.



5 ist die maximale Staerke einer indonesischen Familie, mehr Kinder sind nicht gefragt und wenn es mit Kindern auch bei der 4.Frau nicht klappte, muss auch da Schluss sein, die hat dann eben die A-Karte oder auch nicht, jeh nachdem, wie man das so interpretiert.

Ich habe mich entschieden Java und Bali getrennt zu dokumentieren, da sie in meiner Wahrnehmung unterschiedlich auf mich gewirkt haben.




Zu Beginn ein paar Zahlen zu Indonesien, vor derem Hintergrund meine Ausfuehrungen einzuordnen sind.
Indonesien ist eine der groessten Nationen der Welt, seine 18108 Inseln umspannen ein Achtel des Erdumfangs, ich habe 2 Inseln besucht.
Mit 240 Millionen Einwohnern belegt Indonesien den vierter Platz der weltweiten Bevoelkerungsliste, und mein Eindruck war, dass die alle immer unterwegs sind.



Indonesiens Geschichte reicht bis zum Beginn der Menschheit zurueck, die kulturelle Vielfalt ist einzigartig. Buddhisten, Hindus und Islamisten pflegen eine halbwegs friedliche Koexistenz.




Das Klima ist feuchtheiss und tropisch und auch Indonesien leidet unter dem Klimawandel, auf Bali war es in der Zeit, in der ich da war, so heiss wie seit 100 Jahren nicht mehr.
In Java und Bali sind die landwirtschaftlichen Bedingungen guenstig. Eine glueckliche Kombination von fruchtbarer Vulkanerde



und ausgewogenem Klima erlaubt laengere Anbauperioden auf trockenem Boden sowie bewaesserte Reisfelder,



wegen dieser landwirtschaftlichen Bluete sind Java und Bali allerdings auch dichter bevoelkert als die Niederlande und Japan. Lange hatte Indonesien unter den diversen Kolonialherren aus Europa geltten, allen voran Portugiesen und Hollaender. Erst 1908 erwachte eine neue Form von antikolonialem Widerstand . Es folgten lange Jahre der Neu-Orientierung mit vielen Rueckschlaegen, Inflation und Menschenrechtsverletzungen.
In den 90er Jahren erreichte eine Finanz- und Wirtschaftskrise Indonesien und es brachen landesweite Unruhen mit 1200 Opfern in der Bevoelkerung aus.
Nach vielen Parlamentswahlen seitdem konnte ich waehrend meines Aufenthalts in Indonesien ganz aktuell die Amtseinfuehrung des neuen unabhaengigen Praesidenten Joki Widodo live am TV miterleben.



Viele Indonesier setzen grosse Hoffnungen in diesen Mann, der Korruption und andere Missstaende ernsthaft bekaempfen will.

Fuer meinen Java-Blog habe ich mir 6 Schwerpunkte gesetzt:

Jakarta und Maerkte, die diversen Tempel, Vulkane und Wasserfaelle, Tanz und Musik, die wunderschoenen Landschaften und Zugfahrten und etwas ueber die Menschen/Frauen, sofern wir direkten Kontakt mit ihnen hatten.

Ich glaub, mit denen fange ich auch mal an, nach einem ganz kurzen Kommentar zu unserer Gebeko-Reisegruppe.
Ich beschraenke mich dabei auf die Experten, mit denen ich die komplette Route bis Sanur auf Bali teilen durfte.



Ihr Sumatra-Freaks, seid mir nicht boese, aber eine Woche Java war einfach zu kurz um euch richtig kennenzulernen.

Das war bei den 'Balinesen' schon etwas besser moeglich, zum Schluss haben wir fast alles gemeinsam gemacht.

Danke dafuer an Oskar, 55, den geschiedenen Werkzeugmacher aus Bayern, der mir oft erzaehlt hat, wie frei er sich nach der Trennung von seiner Frau den Fernreisen nach Asien gewidmet hat ( aber keine Angst, Iris ! ), eine ganz ehrliche Haut, sehr sympathisch, immer bemueht sich so weit wie moeglich auf die indonesische Kultur und ihre Menschen einzulassen, mit Gesten, der Sprache und einem permanenten Laecheln auf den Lippen. Er hat ungefaehr 15 x Mi Goreng gegessen und jede Stelle seines Koerpers in abenteuerlichen Positionen gebraeunt, wann immer es ging. Das Wort Schatten gibt es offenkundig nicht in Oscars Wortschatz.
Oder Stefan, 35, auch aus Bayern und Systemadministrator von Beruf, Single und leidenschaftlicher Fotograf mit einem super Auge fuer klasse Motive. Er stellt seine Bilder bei google drive zur Verfuegung, damit wir alle davon profitieren koennen. Einige davon findet ihr dann sicher auch im Blog.
Nicht zu vergessen Rentner, Hesse und Ex-Berufskolleglehrer Gerd, 68, ein Asienexperte, der ohne seine Frau schon mehrfach mit Gebeko unterwegs war und alle Menschen fotografiert hat, die nicht bei drei auf der Palme waren. Auch von ihm einige Portraits im Blog, wirklich toll die Aufnahmen, und nicht nur von den Frauen, wie ich faelschlicherweise dachte.
Dann Sabine und ihre Freundin Lydia,35 und 55, die beide bei der Bundesbank arbeiteten und sich mal waehrend eines Urlaubs kennengelernt hatten. Sabine aus Oldenburg mit diesem friesischen Charme und Lydia aus Muenchen-Schwabing, wenn ich mich recht erinnere. Die Zwei habe ich eigentlich immer im Doppelpack wahrgenommen, also 200 % nett !
Ein Ehepaar war auch dabei, Iris und Lukas aus Muenchen - ich war ziemlich umzingelt von Bayern, stelle ich jetzt fest - die hatten die Ruhe weg und buchten ad hoc noch eine freiwillige Vulkanbesteigung extra, Respekt !

Mit mir also 8, ein eingespieltes Team mit aehnlicher Mentalitaet, die Chemie stimmte. Und wir 8 waren uns eigentlich auch in der Einschaetzung darueber einig, dass Gebeko den Jakarta-Stadt-Aufenthalt aus der Tour streichen sollte.

Jakarta ist ein urbaner Albtraum, 10 Millionen Einwohner in der Innenstadt, weitere 10 Millionen in den Aussenbezirken, es ist stickig, die Luft abgasbedingt schlecht und die Slums mit der ganzen Kriminalitaet und den sozialen Kontrasten haben wir noch nicht einmal gesehen.

Uns praesentierte man den Marktplatz von Old Batavia




und den malerischen alten Hafen Sunda Kelapa mit den Frachtenseglern, das Museum Bahari





sowie den Fischmarkt, der fuer europaische Nasen allerdings grenzwertig war.






Es gab dort auch nicht nur Fische sondern auch anderes Getier wie Huehnchen,



bei deren Anblick man den Verzehr der beliebten satay-Spiesse sofort in Frage stellte.

Uebrigens aehnlich grausam war der Besuch des Vogelmarktes in Malang, etwas Heftigeres kann man sich als Tierfreund gar nicht vorstellen.






Unertraegliche Kaefighaltung auf engstem Raum !!!
Auch auf Bali habe ich 2 Beispiele von Tierschutz-Ignoranz gefunden, den Affenwald in Ubud und der im Geheimen nach wie vor praktizierte Wettkampfsport des Hahnenkampfs, beides grausam und ethisch fuer mich nicht korrekt.

Damit hat sich es aber auch schon mit kritischen Bemerkungen zu Java, das Land hat ansonsten viel zu bieten und Gebeko wollte uns alles zeigen, einmal sogar 3 Tempel an einem Tag, was definitiv zu viel war und einen weiteren early morning start erforderlich machte.
So um 6 Uhr sind wir - glaube ich - von unserem Stadthotel in Jogyakarta abgefahren und um 7 waren wir wieder zurueck, total beeindruckt, aber auch platt wie ein Broetchen.
Wir haben den Buddha-Tempel Borobudur besichtigt, dann eine Fuehrung im Sultanspalast von Jogyakarta gehabt und letztendlich den Hindutempel Prambanan erkundet.




Eins vorweg, alle local guides waren Spitze, jeder auf seine Art und so ein Sarong, wie er bei einer Tempelbesichtigung fuer Maenner natuerlich Pflicht ist, hat etwas Luftiges und stand uns allen recht gut. Diese 3 Tempel machen auch nochmal deutlich, wie prinzipiell friedlich die Religionen in Koexistenz praktiziert werden koennten.





Borubudur ist eine kolossale neunstoeckige Stufenpyramide und wurde zwischen 750 und 850 erbaut. Das buddhistische Ritual schreibt vor, dass Pilger im Uhrzeigersinn den Schrein 3x umrunden, bevor sie sich ihm naehern. Ich habs dann mal gemacht, vielleicht bringt es ja Glueck oder die Erleuchtung.



Was sonst noch auffiel war, dass vor allem die indonesischen Kinder unbedingt Fotos mit uns haben wollten, so ein Bleichgesicht ist eben eine echte Raritaet hier auf Java und in Asien generell.





Vom Sultanspalast ist mir vor allen das ohrgewoehnungsbeduerftige Gamelan-Orchester in Erinnerung geblieben, live gespielt klingt es ganz okay, aber nach 20 Minuten hat es dann etwas von Folter.
Ansonsten schien mir der Sultan seiner Gemahlin irgendwann den Auftrag gegeben zu haben seine Privatgemaecher von saemtlichen Gastgeschenken auslaendischer Staatsgaeste zu entruempeln und das ganze Gedoens dekorativ im Palast zu platzieren. Haben die Touris was zu gucken, und das machen sie dann auch seitdem.

Der Hindutempel wurde in der Mitte des 9.Jahrhunderts erbaut und die drei Haupttempel symbolisieren die hinduistische Trimurti ( Dreifaltigkeit ): Candi Brahma, Candi Visnu und Candi Siwa. Beim grossen Erdbeben von 2006 wurden grosse Teile des Tempels zerstoert, die Besichtigung ist aber wieder moeglich.




Insgesamt verschimmen die Eindruecke eines solchen Tages zu einem religioesen Kaleidoskop und das koennte ja auch ein Modell sein fuer ein friedliches Nebeneinander. Mir sind jedenfalls keine religioesen Ressentiments auf Java und Bali aufgefallen, verschleierte Frauen, Sarongs, Turbane - das geht alles parallel und juckt hier keinen in Indonesien. Vielleicht auch eine Konsequenz der sehr radikalen Reaktion der indonesischen Regierung auf die Terroranschlaege der Islamistischen Gruppen von 2010. Alle Terroristen wurden zur Todesstrafe verurteilt.



Wenn wir fuer unseren heissen Tempeldreier um 5 Uhr aufstehen mussten, dann wurde das bei der Bromo-Vulkan-Expedition locker getoppt !





Um 01.00 Uhr warteten 24 Gaeste mit Gepaeck in der Lobby auf den 'Prima'-Fuehrer, der wohl verpennt hatte. Ich uebrigens leicht angeschlagen, hatte mir doch ein heftiger Durchfall den halben Vortag versaut. Aber Dank zweier Pillen, die mir eine liebenswerte Frau aus Leipzig ueberlassen hatte, ging es halbwegs wieder. Als unser guide dann kam, habe ich ihn erst gar nicht erkannt. Dick eingemummelt in eine Art Parka mit Skimuetze !!! Es sollte ja in den Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark gehen bis auf eine Hoehe von 2329 m und da war es dann auch nur noch 6 Grad warm. Also wir erst einmal mit unserem Bus auf 1300 m. Dann in Jeeps mit je 5 Personen besetzt den Rest der Strecke. Die Jeepfahrer waren alle mal Bauern, haben aber schnell erkannt, dass mit Jeepfahren schneller an Geld zu kommen ist.
Der Bromo ist der kleinste, aber immer wieder aktivste Vulkan auf Java und alle wollen ihn beim Sonnenaufgang sehen, so auch an diesem Tag mit uns gefuehlte 1000 andere Vulkanier. Da war es schon schwierig ein perfektes Foto zu machen. Aber seht selbst !








Nach dem Sonnenaufgang ging es noch in die Tengger-Caldera-Hochebene, bevor die Rueckfahrt durch Reislandschaften diesen Tag beendete.

Neben diesem noch aktiven Vulkan lag auch Tangkuban Perahu auf unserer Route, ebenfalls noch aktiv und gleichermassen touristisch komplett durchorganisiert, mit Souvenirstaenden, diversen Moeglichkeiten den Kraterrand auch per Pferd oder Esel zu erreichen und einem modernen Informationszentrum.







Es will eben jeder etwas abhaben vom Tourismuskuchen in Indonesien. Natuerlich gab es auch noch viele andere landschaftliche Highlights , an dieser Stelle will ich nur den Coban Rondo Wasserfall



, die Tee- und Reislandschaften



und die fantastischen Bergregionen erwaehnen, die leider viel zu kurz kamen. Aber mehr war in einer Woche Java auch gar nicht machbar.

Zum Glueck sind wir nicht nur mit dem Bus unterwegs gewesen, sondern auch im Zug.





Und das war eine tolle Alternative der Fortbewegung, komplett ohne Stau, und in durchaus mit europaischen Standards vergleichbaren Zuegen. Alle 2 Stunden ungefaehr wurden sogar die Bremsen sehr gruendlich kontrolliert, auch weil die erste Strecke von Bandung nach Jogyakarta von West - nach Zentraljava quer durch herrliche Bergregionen an Reislandschaften und Vulkankegeln vorbei zu den schoensten Zugfahrten der Welt zaehlt. Im Waggon der 2.Klasse wurde man von Servicekraeften der Bahngesellschaft liebevoll betreut und der Sitzkomfort war definitiv besser als im Bus. Ein zweiter weniger spektakulaerer Bahntrip fuehrte uns von Malang nach Kertosono. Unser Bus wurde derweil mit dem Gepaeck zu den Zielpunkten gefahren, wobei die Fahrer nachts am Strassenrand im Bus schliefen.


Dass man in Asien als Europaer natuerlich sofort als solcher erkannt wird, ist klar. Indonesier auf der anderen Seite sind fasziniert von unsererem Teint und wollen diese bleiche Haut auch anfassen, oder noch besser, ein Foto machen. Und das mit diesem Laecheln, das man den Menschen diesen Wunsch auch nicht abschlagen kann. Ich moechte nicht wissen, auf wie vielen Facebook-Seiten diese Bilder von uns Touris dann zirkulieren, vor allem die 8 - 13-jaehrigen Kinder waren da grenzenlos aktiv. Die Freundlichkeit, Hoeflichkeit und Zugewandtheit erschlaegt einen fast, diese Distanzzonen, an die man sich so gewoehnt hat in Europa, werden einfach weggelaechelt. Und jeder Wunsch wird erfuellt, mit teilweise sehr kreativen Mitteln. Als einem unserer Teilnehmer einmal schwindlig wurde und er kurz ohnmaechtig war, kam erst das Eis aus der Bar im Handtuch zum Einsatz und dann das gruenliche Riechoel unseres guides, inklusive guten Zuredens und Hintergrundkontrolle. Auch fuer meine Durchfallattacke hatte der guide ein Mittel ( Diapet ) parat, dass ich zwar nicht einsetzen musste, weil ja schon die Medizin aus Deutschland gewirkt hatte. Ich habe es mir dann aber doch in einem dieser 24- Stunden Supermaerkte gekauft, 6 Pillen fuer 0,79 Euro und spaeter an ebenfalls einschlaegig Betroffene weitergegeben.





Im Strassenbild dominieren eigentlich die Maenner, viele von denen, die nicht im Tourismus arbeiten, sind permanent damit beschaeftigt Transport- oder Tourendienste abzuwickeln. Der Platz der Frau scheint mir staerker als bei uns in der Familie verankert zu sein, morgens wird gekocht, die Opfergaben muessen gebastelt und verteilt werden, in jeder Familie gibt es ja auch mindestens drei Kinder, oft mehr, um die es sich auch zu kuemmern gilt. Der Kindergarten zum Beispiel ist nur vormittags fuer drei Stunden geoeffnet und kostenpflichtig !
Und dann gibt es natuerlich noch die Frauen, die an jeder Ecke Massagedienste anbieten, wirkt erst mitunter aufdringlich, bei einer klaren Ansage ist dann aber auch schnell Schluss mit Anbaggern.





Auf den Maerkten will der Indonesier handeln, 30 % sind immer drin, wobei der Tourist wohl auch dann wahrscheinlich de facto noch zu viel bezahlt ;-).



In Kombination mit dem Klima bietet uns die fantasievolle Freundlichkeit der indonesischen Menschen meines Erachtens nach die Chance mal runterzukommen und in den chill-modus zu wechseln. Ich habe es bei mir selbst festgestellt, ich gehe langsamer, ich esse intensiver und bewusster und trotz aller Langsamkeit/Entschleunigung frage ich mich abends oft, wie schon rum der Tag ? Macht ja aber auch nichts ! Das Hier und Jetzt geniessen, das passt zumindestens gut zum Sabbatjahrfeeling.

Eine letzte Bemerkung noch zur Musik und den Tanzvorfuehrungen, die wir auf Java und vor allem dann Bali gesehen haben.

Zum einen den Panyembrahma welcome dance, bei dem 4 Frauen/Maedchen in bunten Kostuemen und grell geschminkt zur Musik und einem Szenario tanzen.



Wie diese Taenzerinnen ihre Koerper und Gliedmassen beherrschten, war schon einmalig. Eine hat uns dann zum Mittanzen animiert, ich war so froh, dass Oscar sich 'geopfert' hat, da haette ich mich nur blamieren koennen !

Noch mehr fasziniert war ich allerdings vom Kechak- oder Affentanz, einem Trancetanz, in dem ein Taenzer Verbindung zu den Goettern oder Vorfahren aufnimmt.



Das alles ohne Musik, der Begleitchor besteht nur aus Maennern, deren Singen eine hypnotische Wirkung hat. Und ganz zum Schluss dann auch noch ein fire walking act, mein Pyromanenherz schlug hoeher, lange nicht so eine intensive Show gesehen !

Habe ich noch etwas ueber Java vergessen ?

Klar, unsere Hotels wurden von mal zu mal besser ,




teilweise mit Freilufttoiletten und/oder Freiluftduschen, Gecko und Lurch immer dabei und mitunter auch im Zimmer, die poussierlichen Tierchen, Essen durchweg sehr lecker, als man nach zwei, drei Tagen wusste, was es ist und das Einzige, was so gar nicht laeuft auf Java, ist der Verkehr.

Bin gespannt, wie der neue Praesident das in den Griff bekommt.

Das konnte auf Bali nur besser werden !!!

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8. SINGAPUR - EINE GANZ ANDERE WELT
Afrika schweren Herzens verlassen und in einer ganz anderen Welt angekommen, dazwischen 3879 Meilen bis Doha in Katar, ein weiterer Megaflughafen, und dann 6198 km von Doha nach Singapur.

Mein Air Berlin Meilenkonto auf der Topbonus Card fuellt sich, bald werde ich wahrscheinlich mit einem upgerade in den business lounges von Spezialkraeften der jeweiligen Airlines verwoehnt !
Auf diese Stewardessen komme ich uebrigens nochmal zurueck in diesem Blogteil. Hatte eine Erfahrung der ganz besonderen Art mit 2 dieser meist wunderschoenen Damen.

Die 5 Tage Singapur hatte ich als Erholungspuffer nach der Afrika-Campingtour eingplant und mir dafuer ein 4-Sterne Hotel zentral in der Innenstadt genehmigt, das Furama Riverfront Hotel.





Und da hinkommen ging total easy. Taxifahrer in Singapur haben verpflichtend alle Taxameter, sind extrem freundlich und duerfen nur das nehmen, was der Taxameter auch anzeigt.

Klasse, Abzocke unmoeglich ! Und am Flughafen wird dem Touristen gleich eine Nummer am Taxistand zugewiesen und dieses Taxi faehrt einen dann auch, basta. Das koennten sich andere Laender ( Indonesien zum Beispiel !!! ) mal als Vorbild nehmen.

Seit 2 Jahren hat Singapur zusaetzlich das Thales-Verkehrsleitsystem fuer Megacities installiert und so rollt der Verkehr, so gut wie ohne Stau. Ausserdem alles klinisch sauber, viel Beton, Wolkenkratzer,





wenig Natur auf den ersten Blick, und dann der Hammer, eine Luftfeuchtigkeit, die mir fast den Atem nahm. Was heiss war, wusste ich ja von Afrika, aber 32 Grad und 75 % Luftfeuchtigkeit sind dann doch gewoehnungsbeduerftig fuer den Mitteleuropaer.
Und ich wollte doch alles zu Fuss machen in Singapur !?!
Im Taxi war uebrigens ein Banner und das sagte mir ueber Singapur:
A UNIQUE BLEND OF THE BEST OF THE MODERN WORLD AND RICH CULTURES TO DELIVER ENRICHING EXPERIENCES !

Erste verlaessliche Manuskripte ueber Singapur datieren aus dem 14.Jahrhundert, da hiess Singapur noch Temasek und trieb Handel mit der ganzen Welt. 1819 kam dann dieser Stamford Raffles von der British East India Company vorbei und revitalisierte den Handelsposten Singapur, das Raffles Hotel




ist Topadresse und nach dem Englaender benannt, der mit seinem Geschaeftsviertel Boat Quay die Wall Street von Singapur auf den Plan rief um den Hollaendern businessmaessig die Stirn zu bieten.



Das heutige Singapur ist also ein Schmelztiegel der Rassen und Kulturen, Traditionen und Innovationen, gepraegt von asiatischen und westlichen Werten und Lebensstilen.

Meine kulinarischen Erfahrungen auf diesem Hintergrund fingen schon gleich am ersten Abend an, was sollte ich essen ? Zuviel SG$ wollte ich nicht ausgeben, das meiste von den Speisekarten sagte mir nichts und das Angebot an Restaurants war gigantisch.
Mein Hotel lag direkt am Singapore river






und dessen Ufer entpuppten sich in der Nacht als eine einzige Restaurantstrecke. Der Singapore river ist die Wirtschaftsader der Insel und erwacht abends zu naechtlichem Leben in den vielen einheimischen Fresstempeln.
Ich landete dann aber am ersten Abend doch in der naechstgelegenen Pizzeria, schmeckte auch mal wieder gut nach soviel afrikanischen Gerichten.
An den anderen Abenden habe ich dann aber chinesisch ( pork sweet and sour ), indonesisch ( satay spezial ) und indisch ( chicken curry )gegessen, Singapur ist melting pot in jeglicher Hinsicht.

Uebrigens habe ich in Asien immer nur sehr gut gefruehstueckt und dann dinner gegen 18.00 Uhr gehabt. Dazwischen ein wenig Obst oder auch mal ein Eis, und viel, ganz viel trinken. Ganz viel trinken heisst aber auch ganz viel schwitzen. Im botanischen Garten von Singapur haette ich meine Sachen auswringen koennen, aber wer geht da auch schon zu Fuss durch die Stadt hin, hoechstens bloody Germans !
Mein Hotel war uebrigens eine echte Wohlfuehloase, Riesenpool im 5. Stock, mein Zimmer im 12., ganz lecker Fruehstueck mit famoser egg station und Riesen Obsttheke sowie mit warmen und kalten Gerichten , gute - wenn auch kostenpflichtige = Internetverbindung - also da haette man es auch tagsueber gut aushalten koennen.

Aber ich wollte ja etwas sehen von der Stadt und so habe ich abends Plaene gemacht und am naechsten Tag so weit es ging/ich gehen konnte in die Tat umgesetzt.

Mit leichtem Gepaeck, Kappe und 2 Liter Wasser startete ich meistens so um 09.30 Uhr meine Expeditionen in die Stadt. Die Orientierung war kein Problem, weil, wenn man sich verlief, war das Taxi zurueck ins Hotel sehr preiswert, also egal.

Klar, ich war in Chinatown, aber das hat mich nur maessig angetoernt. Finde ich in London attraktiver.

Ich war auch in Little India und da hatte ich Glueck, Die Inder feierten ihr Theemidhi/das Fire Walking Festival, der ganze ethnische Bezirk war im Ausnahmezustand,ich wurde Zeuge, wie die Hindus barfuss ueber ein Bett aus gluehenden Holzkohlen gingen. Nach Wochen des Fastens und ausschliesslich vegetarischem Essen erfuellen die Glaeubigen ihre Geluebde bei dieser jaehrlichen Zeremonie zu Ehren der Goettin Draupadi.







Gut gefallen hat mir auch der Fort Canning Park mit seiner Gedenkstaette fuer den 2. Weltkrieg ( battle box )



, nicht nur, weil es nicht ganz so weit weg war von meinem Hotel. Es gibt dort einen grossen Bunker , in dem Generalleutnant Percival am 15.Februar 1942 die Entscheidung traf sich den Japanern zu ergeben.
Gleich nebenan ist das Singapore museum, ich muss gestehen, der Kuchen in der Cafeteria hat mich am meisten beeindruckt.

Dass auch der Botanische Garten von Singapur zu meinen Highlights in dieser Stadt zaehlt, mag viele Blog-Leser ueberraschen, habe ich doch weder einen ausgepraegten gruenen Daumen noch irgendein Ikebanagen in mir, dachte ich.








Aber erstens war ich so stolz, dass ich den Weg zum Botanischen Garten auf Anhieb gefunden hatte und dann war das auch eine echte Oase mitten in der Stadt, 147 Jahre alt schon, mit ueber 10000 Pflanzen und einer sehr coolen Orchideensammlung.
Den Besuch des Cool House musste ich dann streichen, siehe oben, ich war mit meinen Kraeften kurzfristig am Ende. Aber mit mir Hunderte anderer Besucher und was macht der Asiate in einer solchen Extremsituation, richtig - Qigong auf der Wiese und ich mitten drin, sehr entspannend und ruckzuck war der Akku wieder voll und ich in der Orchard Street, der Shoppingmeile im Schatten tropischer Baeume, aber aus den Geschaeften wehte der eiskalte business-Hauch der multifunktionalen Klimaanlagen, ich nahm mir ein Taxi und liess mich zum Hotel zurueckfahren, hier hatte ich nichts verloren.

Am naechsten Tag liess ich mich von dem SIA Hop-on-Doppeldecker-Bus kreuz und quer durch Singapur fahren, zweimal gleich, dann war ich Experte fuer die Stadt. Fuer Singapore Airlines-Kunden ist der ganze Spass auch noch kostenlos !

Bleibt das letzte Highlight aus Singapur, was mich auch echt am meisten beeindruckt hat, die Gardens by the Bay. Man kommt da ganz automatisch hin, wenn man dem Singapore river Richtung Kueste folgt, ich glaub im September war da auch ein Teil der Formel 1 - Strecke von Singapur, Reste der Tribuenenaufbauten konnte ich noch ausmachen.

Wasser zieht mich ja sowieso immer magisch an, und kurz hinter Singapurs Wallstreet hat sich die Stadt eine futuristisch anmutende Attraktion fuer die Touris an die waterfront platziert, wie ich sie noch nirgendwo sonst gesehehen habe.
Meine Kamera lief auf Hochtouren, das Wetter war Spitze und so sind die folgenden Bilder vom Sands Skypark ( 23.00 S$ ) und den Gardens by the Bay ( 5 S$ ) entstanden.








Dabei faszinieren vor allem der Cloud Forest mit den Supertrees, die in 22 m Hoehe besichtigt werden koennen. Hab ich auch gemacht und eine Chinesin gerettet, die sich wegen einer Schwindelattacke auf den Skyway gekauert hatte und nicht mehr in der Lage war den rettenden Fahrstuhl selbststaendig zu erreichen. Ihrem Mann/Freund/kuenftigen ehemaligen Lebensabschnittspartner erschien das wohl sehr laecherlich, er machte keinerlei Anstalten zu helfen und dann kam mein Einsatz, one man German skyway rescue team, eingehakt und abgefuehrt die Frau. Sie wollte mich gar nicht mehr loslassen, die Chinesin, auch im Fahrstuhl nicht, und da wurde es mir wiederum unheimlich, und ihrem Begleiter dann endlich auch.






Mit den Chinesen hatte ich es in Singapur sowieso ! Mit 2 Juengeren dieser Spezies Asiatinnen hatte ich im Hotel mal eine ganz heisse Nacht. Fing um 01.23 Uhr an und dauerte bis 03.44 Uhr. Die beiden haben wirklich alles gegeben. Giggeln, Baden, Selfies machen = alles nur nicht mit mir, sondern ein Zimmer neben mir, wie mir Li ( auch eine Chinesin ? ) von der Rezeption am naechsten Morgen bei meiner Nachfrage, was das denn fuer ein Laerm in der Nacht gewesen sei, bereitwillig erklaerte. Die beiden waren Stewardessen von Air China, in der Nacht in Singapur gelandet, eingeckeckt und konnten natuerlich nicht sofort schlafen, wie ich eigentlich immer. Am selben Tag um 14.00 Uhr flogen sie schon zurueck nach China und das Zimmer neben mir wurde daraufhin nicht wieder belegt, was auch seine Vorteile hatte.

Aber zurueck zum observation deck des Sands Skypark, da war sie wieder praesent, die Spaltung der Gesellschaft, also auch hier in clinically clean Singapore.




Eigentlich ist der ganze Komplex ja eine Hotelanlage mit Zimmerpreisen von 350 - 700 S$ pro Nacht. Aber so ein kleiner Abschnitt auf Tower 3 ist fuer die Touristen aus aller Welt reserviert, zum Fotoshooting







und neidisch werden, denn die Infinity Deckpools von Tower 1 und 2 sind unbestritten erste Sahne !!! Jedenfalls habe ich mich abends in meinem Mittelklassehotel in der Innenstadt an den tollen Bildern vom Sands Skypark berauscht, man muss ooch joenne koennen.








Ganz zum Schluss von meinem Singapurtrip stoerte dann doch noch eine Kleinigkeit das ansonsten perfekt arrangierte Szenario und schuld war ein Taxifahrer. Er brachte mich naemlich zum falschen Terminal, hatte aber den Vorteil, dass ich auch mit dem Changi Flughafen Air Train fahren durfte, bevor mich die Garuda Indonesia Fluggesellschaft am 14.10.2014 in gut einer Stunde nach Jakarta flog, und da ging das Abenteuer weiter ......

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7. Afrika - ... und was es mir bedeutet !


In Asien ueber Afrika schreiben koennte schwierig werden, hab ich erst gedacht.
Hier im TV CNN Honkong laeuft immer so ein Spot " The people from Asia see the things differently ", ich glaub, die Afrikaner auch.

Die ich getroffen habe, waren alle voller Optimismus, bis hin zur happy, happy, happy = Maxime unserer Nomad guides. Das kann doch nicht nur Selbstbetrug oder Durchhalteparole sein.

Fuer die Afrikaner gibt es natuerlich auch kein Jammern auf hohem Niveau, wie es sich in Europa in den letzten Jahren verbreitet hat.

Der Weg ist viel mehr das Ziel als bei uns, irgendwie geht es ja auch immer weiter, unsere Schueler zu Hause muessen mehr durchhalten lernen um ihre Ziele erreichen zu koennen.

Die Afrikaner sagen, alle Staerke wird nur durch Hindernisse erkannt,die sie ueberwaeltigen kann .

Den Focus vielleicht weg vom Ergebnis, hin zum Prozess und sich dafuer Zeit nehmen.

Mittags drei Stunden einfach mal so rumliegen ist nicht nur der Hitze wegen angesagt.
Afrikaner gehen auch langsamer, sie schlendern fast, ein Luxus hier.

Captain hat mir mal auf meine besorgte Nachfrage erzaehlt, auch nach 500 km mit Otis durch Afrika an einem Tag schlafe er ganz hervorragend, denn es sei besser, das zu ueberschlafen, was man zu tun beabsichige, als sich von dem wachhalten zu lassen,was man getan habe.

Zukunft in den Mittelpunkt, Leben als Erleben, dabei Risiken kalkulierbar machen.

Feedbacks um zu lernen, Briefings um zu verstehen, Kommunikation als Medium
-
Viel Glueck und danke, Afrika !!!

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6. Afrika - the highlights II - die Natur und die Tiere
Wer meinen Blogteil zu den Menschen in Afrika zuerst gelesen hat, weiss ja schon, dass die mich alle enorm beeindruckt haben, auf die unterschiedlichsten Art und Weisen.

Aber diese Landschaften in Suedafrika, Namibia, Botswana und Zimbabwe, die hauen einen regelrecht um.

Dank Marnix und Denise habe ich meine halbprofessionellen Fotos mit Knallershots ergaenzen duerfen und die sprechen eigentlich fuer sich.





Vor allem morgens ganz frueh, die early morning starts hatten also nicht nur Nachteile , und abends beim Sonnenuntergang sowie dieser Nachthimmel waren gigantisch anzusehen.





Und dann die Tiere erst ! In Afrika redet man ja immer von den BIG 5 - Loewe, Elefant, Bueffel und Rhinozeros und Leopard - alle gesehen, nur der verdammte Leopard ist uns durch die Lappen gegangen, ein Grund mehr zum Wiederkommen.







Cassidy hat mehrfach betont, wir seien die absoluten "lucky ones" gewesen, denn es hat wohl auch schon Nomad- Gruppen gegeben, da wars nix mit Tieren. Nicht so auf unseren Game drives, sowohl tagsueber als auch nachts unter dem Einsatz von starken Infrarot-Lampen !







Und dann die ganzen anderen Tiere an den diversen Wasserloechern oder im Okawango-Delta. Traumhaft und alle in Freiheit und voellig friedlich im Einklang mit der Natur und ihren Artgenossen... und uns !







Also einen Zoo werde ich mein Lebtag nicht mehr betreten, nie wieder, never ever !

Zwei, drei Dinge sind mir besonders in Erinnerung geblieben.

Natuerlich unser erster Kontakt mit einem Wasserloch in einem Bushcamp in Namibia am 21.09.14. Marnix war richtig wuetend anfaenglich, als keine Ruhe bei der Tierbeobachtung einkehren wollte. Okay, es waren nur Zebras, aber das wussten wir ja noch nicht damals, was da noch alles kommen sollte. Die Zebras haben an diesem Abend dann nicht fuer die Kameras posiert, mucksmaeuschenstill war es aber, unfassbar, auch double H schwieg !








Eine andere Situation war gefaehrlicher, in Spitzkoppe hatte ich am Abend mit einigen aus der Gruppe noch eine kleine Extra-Kletterpartie ohne guide gestartet, und auf dem Rueckweg haette ich fast nicht mehr zum Lager zurueckgefunden, obwohl Otis und die Zelte maximal 500 m entfernt waren. Ploetzlich sah fuer mich alles gleich aus.






Danach war ich vorsichtiger, hat mir im Okawango-Delta allerdings auch nicht viel weitergeholfen.

Im Delta hatte ich wohl die intensivste Grenzerfahrung waehrend der Afrikatour. Und ich meine dabei nicht die Buschtoilette, die es zu benutzen galt. Grosse Geschaefte koennen auch mal zwei, drei Tage warten. Nein, es war der Weg ins Delta, den ich zusammen mit Monika in einem dieser Makoros bewaeltigen sollte. Klang eigentlich ziemlich easy, bewegt wurden diese kanuaehnlichen Boote von den Polers, so eine Art afrikanischer Gondoliere, der das Boot mit langen Stoecken durch das Schilf und uebers Wasser bewegen sollte.




Theoretisch jedenfalls ! Unser Poler hatte keinen guten Tag, denn schon nach 10 MInuten musste unser Poler das vollgelaufene Makoro ans Ufer steuern, und weg war er um ein Ersatzmakoro zu holen.

Tja, und da sassen wir nun, Monika und ich, und 100 m weiter auch Pete und Sterre, die das gleiche Schicksal mit uns teilten. Waere ja alles auch ganz romantisch gewesen, wenn da nicht die Hippos in der Mitte des Sees uns ganz genau im Visier hatten.





Wir waren schliesslich in ihrem Revier. Monika, ab dem Tag meine Delta Queen, und ich waren jedenfalls froh, als unser Poler nach ca. 60 Minuten wieder da war. Im Deltabasiscamp wurden wir gebuehrend empfangen. Das Delta war ansonsten erste Sahne, schon die super Anreise mit einem 4x4 Spezialtruck und unserem kompletten Campingsachen ueber abenteuerliche Holzbruecken, dann die schon erwaehnten zahlreichen Makorofahrten, eine sehr romantisch in den Sonnenuntergang hinein, aber vor allem die game drives zu Fuss, bis auf 50 m an die Tiere ran, Richard war der beste guide, was Tiere betraf.




Vergessen will ich nicht die beiden Nationalparks Etosha und Chobe, in denen wir sehr schoene Lodges hatten mit durchschnittlichen sanitaeren Anlagen, und viele Tiere beobachten durften.



Vor allem diese grossen Elefantenherden in Chobe fand ich klasse, die liefen ca. 50 m in aller Seelenruhe an unserem Safaritruck vorbei zum Wasserloch, ganz friedlich.

Ein Wort zum Wetter, gehoert ja schliesslich auch zur Natur.

Am Anfang in Kapstadt war es frisch und es hat da sogar mal geregnet nachts. Im Verlauf der Fahrt und je weiter wir Richtung Norden kamen, wurde es immer heisser, bis 30 Grad, eine trockene Hitze, Cassidy hat uns immer wieder daran erinnert mindestens 2 - 3 Liter Wasser pro Tag zu trinken, damit wir nicht dehydrierten.



Wie angenehm diese afrikanische Hitze war, habe ich schon in Singapur, aber mehr noch in Java und Bali gedacht, wo durchschnittlich 32 Grad mit 75 % Luftfeuchtigkeit an der Tagesordnung sind.

Ein Wort noch zu den Farben in Afrika, mir kamen sie alle irgendwie intensiver vor, wie z.B. in Sossusvlei



und den beruehmten Duenen, von denen wir eine beim Sonnenaufgang raufgelaufen sind.

Afrika riecht auch anders, das war noch bis Indonesien in den Klamotten, kann ich mir bis heute nicht erklaeren.

Die Weite der Landschaft hat mich oft an Amerika erinnert, endloser Horizont und die Strassen schnurgeradeaus, manchmal ueber Hunderte von Kilometern, als Mitfahrer haette man da fast die Stuetzstruempfe vom Flieger einsetzen sollen.

Ich merke gerade beim Schreiben, dass ich immer noch am Schwaermen bin wie wild und darueber sicher das eine oder andere vergessen werde.

Aber das ist ja der Sinn eines solchen Blogs, meldet euch, fragt nach, hinterfragt, kritisiert, kommuniziert.

Ich werde euch antworten, Bali laesst mir die Zeit dazu !



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5. Afrika - the highlights I - die Menschen
Es ist kurz vor neun im Computerraum des Swiss Belresort Watu Jimbar auf Bali und ich habe nahezu professionelle Bedingungen am Blog weiterzuarbeiten. Okay, das Z ist nicht da, wo es in Deutschland ist, aber ansonsten perfekt !!!
Ich nutze die Zeit bis zum pick up meines Passes mit der Visumsverlaengerung bis zum 1.Dezember im immigration office von Sanur, um einen der wichtigsten Beitraege ( wo sind die Umlaute ??? ) ueber Afrika zu dokumentieren, den ueber die Menschen.
Nicht nur mein Cousin im verregneten und kuehlen Braunschweig wartet darauf.

Die afrikanischen Menschen haben mich sehr fasziniert, ganz bewusst hatte ich so gut wie keine Vorinformationen eingeholt, Vorurteile nimmt man natuerlich immer mit auf Reisen. Keine Buecher gelesen, wie auch bei dem straff organisierten deutschen Alltag in Schule und Privatleben, nicht nochmal Out of Africa geschaut, also ziemlich unvoreingemommen an die ganze Sache rangegangen.

Und 7 Adjektive bringen es fuer mich auf den Punkt, Afrikaner sind definitiv:

KOMMUNIKATIV - AMBITIONIERT - GESPALTEN - AMBIVALENT - VORSICHTIG - INTERESSIERT und STOLZ

Ich werde versuchen mit kleinen Geschichten deutlich zu machen, wie ich auf diese Be-/Zuschreibungen gekommen bin.

Alles fing ja in Kapstadt an, nach einem langen Flug von Duesseldorf ueber London und Johannesburg. Das klappte alles wie am Schnuerchen, perfekt organisiert, danke Herr Doennecke von der Flugboerse in Lippstadt, und auch mein Fahrer Paul in Kapstadt stand puenktlich bereit um mich zu meinem kleinen Hotel in der Innenstadt zu bringen. Hatte ich schon irgendwie nicht so reibungslos erwartet.
Und dann passierte auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel doch das erste Aussergewoehnliche. Direkt neben unserem Taxi flog einem anderen Wagen in voller Fahrt bei ca. 80 km/h die Motorhaube weg, einfach so ! Ich glaube mich zu erinnern, dass Paul noch nicht mal in den Rueckspiegel geschaut hat, mir war jedenfalls ein maechtiger Schreck in den nachtfluggeplagten Alabasterkoerper gefahren ! Das fing ja gut an und ging bei der Ankunft im Hotel weiter so. Sehr freundlicher Empfang durch einen Steve, der mich dann aber gleich eine Strasse weiter zur eigentlichen Unterkunft bringt. Sehr schoen gelegen im Bookap-Viertel von Kapstadt, wo einst die Sklaven wohnten und das sich gerade fuer die Touristen herausputzt, viel Farbe und noch mehr Sicherheit. Bis ich mit Steve in meinem Zimmer bin, muss ich 3 Sicherheitsschleusen ueberwinden. Vorm Haus, vor der Eingangstuer und vor meinem Zimmer, so aehnlich muss Stammheim gesichert gewesen sein. Und bloss nicht nachts alleine rausgehen, gibt mir Steve noch mit auf den Weg, dann sehe ich ihn zum letzten Mal. Irgendwie beruhigend ist das nicht, aber in Kapstadt habe ich mich nicht einmal unsicher gefuehlt, auch abends nicht. Die Stadt aehnelt an vielen Stellen Hamburg oder London und die Problemviertel sollte ich erst viel spaeter kennenlernen.
Wie hilfreich die Menschen sind, durfte ich bei einer anderen Gelegenheit in Kapstadt erfahren. Um handymaessig erreichbar zu sein, musste ich mir eine SiM-Karte aus Suedafrika besorgen bzw. das erledigen fleissige Helfer, in diesem Fall Mitarbeiter des Hotels, in dem ich fuer 2 Tage wohnte. Klappte auch ganz gut, war spottbillig und sollte fuer lange Zeit in Afrika die letzte Moeglichkeit gewesen sein problemlos zu telefonieren.
In den anderen afrikanischen Staaten funktionierten die SIM-Karten nicht oder es waren gar keine stabilen Netze verfuegbar. Eines der grossen Handicaps uebrigens, was ich fuer diesen Kontinent ausgemacht habe. Wenn sich da nicht bald etwas Entscheidendes tut, sehe ich "schwarz".
Und dann diese latente Spaltung in der Gesellschaft, ich habe sie in Kapstadt und Swakopmund festgestellt. In Kapstadt beim High Tea im Mount Nelson Hotel, meine Freundin Edeltraud haette ihre helle Freude, ich hatte sie auch und mit mir ungefaehr 40 andere weisse Gaeste. Und wer hat bedient, unauffaellig und geflissentlich im Hintergrund ? Natuerlich das farbige Personal.
25 km weiter noerdlich dann der Schock von der rechten Fahrbahnseite, eins von Kapstadts townships, kilometerlang, Huetten ohne Wasser und ohne Strom und ohne jede Hoffnung auf eine Aenderung des Status Quo der dort "lebenden" Menschen.
Der NOMAD/Truck hat nicht gehalten, ich glaube, den guides war das Ganze unangenehm und sie waren betroffen von der Aussichtslosigkeit ihrer Landsleute. Aber schon nach 10 weiteren km kam dann das grosse Einkaufszentrum mit allem PiPaPo, wie bei uns.
Ich habe lange diese frustierenden Bilder im Kopf gehabt, erst am allerletzten Tag in Johannesburg, nach dieser wunderschoenen Tour von ueber 5000 km von Kapstadt bis hin zu den Viktoriafaellen, da habe ich gedacht, die Chancen sind doch nicht soo schlecht, dass es klappen koennte mit einer Wende zum Besseren. Das lag auch an Cathy, der jungen Chefin meines letzten Hotels mitten im Problemviertel von Joburg. Der Fahrer hatte mich vom Flughafen relativ schnell an die richtige Adresse gebracht, aber dann wieder Hochsicherheitstrakt, das kannte ich ja schon! Diesmal half aber auch kein Hupen, das dicke Eisentor ging nicht einen Millimeter auf. Half alles nichts, ich musste raus, meinen Pass in die Ueberwachungskamera halten und dann gings endlich rein. Und hinter den Mauern eine gruene Oase, ca. 12 Zimmer mit Pool, Restaurant,super Service und freundlichstem Personal. Ein ganz junges Team erfuellte alle Wuensche und die Koechin war immer am singen und kochte wie eine Goettin !!! So sieht Hoffnung aus, dachte ich noch und bin am naechsten Tag voller Euphorie nach Singapur weitergeflogen.
In Swakopmund dann eine andere Geschichte mit affinem Touch. Die Stadt von 42000 Einwohnern an der Westkueste von Namibia ist touristisch voll durchorganisiert. So ein bisschen wie ein Vergnuegungspark europaeischen Zuschnitts. Man kann etliche adventures buchen. Ich hatte mich fuer Quadbiking in den Sandduenen entschieden und auf Sandboarding verzichtet, dachte ich. Aber nachdem ich mit meinem Guide dann so 1 Stunde kreuz und quer durch die Duenen gebrettert war, machten wir eine kleine Pause und, wer haette das gedacht, grub dieser nette guide ein im Sand verstecktes sandboard aus und so konnte ich dann auch noch sandboarding machen ohne irgendwelche Zusatzkosten. Beide Aktivitaeten waren uebrigens super, trotz dieses Verguegungsparkfeelings ! Und dann kam zum Finale dieser Satz meines guides, der mir immer noch nachklingt: DONT TELL THE BOSS ! Da war sie wieder,die latente Trennung der Gesellschaft. Mein Trinkgeld fiel dafuer ueppiger aus und ich habe es dem guide waehrend des Stopps gegeben und nicht am Ende der Tour im Officebereich.
In den Drakensbergen am Orange River habe ich bei einer anderen Gelegenheit Brian getroffen, der als guide mit mir im Kanu sass und mir dabei 2 Stunden lang ohne Unterbrechung von seinen Zukunftsplaenen im Tourismussektor erzaehlt hat. Bei uns wuerde man sagen, er war Fan des sanften Tourismus, hatte die high school hinter sich und sammelte jetzt Erfahrungen bei verschiedenen Camps .Er konnte seine Zuhoerer begeistern und spruehte vor Begeisterung fuer den orange river und die Drakensberge, okay, das ist auch eine fantastische Gegend da. Am Ende der 2 Stunden hatte ich uebrigens am rechten Daumen Megablasen, die mich noch 2 Wochen danach beeintraechtigten und nass bis auf die Haut war ich ausserdem , aber von Brian wusste ich jetzt alles und ich kann nur hoffen, dass sich alle seine Wuensche erfuellen werden. Ich druecke ihm ganz fest die Daumen, geht ja jetzt wieder. Brian war uebrigens ein Weisser.
Die Buschmaenner in Botswana und Namibia waren da nicht nur vom Aeusseren eine ganz andere Nummer.

Buschmann
In ihrer Klicksprache und als professionelle guides haben sie uns auf den guided walks ueber Fauna und Flora informiert, kompetent und mit Respekt vor der Natur. Das hat mir besonders gut gefallen, keine Showveranstaltungen fuer die Touris, sondern der ernsthafte Versuch Verstaendnis fuer Afrika, seine Moeglichkeiten, aber auch Bedrohungen zu vermitteln. Viel lernen konnte man bei diesen Gelegenheiten, nicht nur, dass der Buschmann fuer jede Krankheit ein pflanzliches Mittel in petto hat. Die Botschaft war immer ganz klar, save and respect nature. Die Natur ist Arikas Trumpf !!!
Von Ebola hat uebrigens in den Staaten, in denen wir unterwegs waren, keiner geredet. Das war weit weg, und wir sollten|wollten vielleicht auch gar nicht daran erinnert werden.
Im Norden von Namibia haben wir dann auch den Himbastamm

besucht, es war ambivalent, weil ein bisschen wie im Zoo, aber die ca. 15 Frauen mit ihren 40 Kindern

von 6 Maennern fielen schon durch ihre mit Erde rotgefaerbten Haare und Haut auf.



Super Schutz vor Sonne und Moskitos, aber das, was mir in Erinnerung geblieben ist von der Begegnung mit diesem Stamm ist ein kleiner Dialog zwischen unseren jungen Frauen aus der Nomadgruppe und den Himbafrauen. Diese alle schon Muetter von mehreren Kindern und die Deutschen alle Singles ohne Kinder, obwohl teilweise knapp 30 Jahre alt. Voelliges Unverstaendnis auf beiden Seiten, Kinder als Reichtum auf der einen, Kinder als Karrierekiller auf der anderen Seite, da konnte man nicht zusammenkommen. Irgendwie traurig, aber Afrika passt sich an, die Geburtenrate sinkt ! Ob das der richtige Weg ist, will ich nicht beurteilen, aber am Abend dieses Tages haben wir dann am Lagerfeuer noch lange ueber das Treffen mit den Himbafrauen geredet, immerhin ein Anfang.
Nicht vergessen darf ich bei meinen Ausfuehrungen ueber die Menschen in Afrika unsere beiden Nomad guides Cassidy und Captain, die uns viel Hintergrundwissen gegeben und Mentalitaet vorgelebt haben. Mit ihrem Stolz und ihrer gelebten Kommunikation haben sie mich von Anfang an begeistert. Sie haben Unglaubliches geleistet auf diesen mehr als 5000 km und ich glaube ganz fest, dass Afrika es mit dieser Einstellung schaffen wird. Wir muessen dem Kontinent helfen, wo es nur geht. Es ist keine Option,dass mehr und mehr ihr Heil in Europa suchen. Afrika hat soviel zu bieten ! Ihr da draussen, ueberdenkt mal euer naechstes Urlaubsziel !

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4. Afrika - the daily routines !


Duties hieß das zauberwort !

Mit Marnix und Klaas war ich im TIGER-TEAM gelandet und hatte täglich verschiedene Aufgaben zu erledigen. Im schlimmsten Fall fing das mit der BREAKFAST DUTY schon so um 5 Uhr an, early morning start hieß noch früher als sowieso schon aufstehen,

Zelt im Dunkeln abbauen und alles für das Frühstück vorbereiten. Klappstühle raus , Campingtisch mit Bechern, Tellern und Besteck decken und Toastbrot, Marmelade, Cornflakes, Margarine und Obst vorbereiten. Kaffee und Tee sowieso. War aber nicht das Problem, weil viele Frühaufsteher eigentlich immer mitgeholfen haben. Dann alles wieder im OTIS verstauen und ab auf die Piste, weiter,immer weiter !

NOMAD steht ja voll auf Rotation, deshalb war DUTY NO. 2 LUNCH, irgendwo am Straßenrand, mit oder ohne Sonnenschutz. Klappstühle raus, Campingtisch präparieren und nachher abwaschen, alles eine Frage von ca. einer Stunde, wenn es gut klappte.
Cassidy kochte hervorragend, Pasta,Salat und Obst waren seine Renner !



Duty 3 war am aufwändigsten, DINNER , da war auch schon mal Gegrilltes dabei ! Allerdings konnte es passieren, dass es schon dunkel war, als kurz vor dem dinner noch die Zelte aufgebaut werden mussten und das war garnicht lustig, denn dann sah man die Skorpione oder anderen Tierchen nicht mehr, die sich ins Zelt einschmuggeln wollten. Und der Abwasch vom lunch war nicht ohne, vor allem wenn sich die Spülmöglichkeiten als unterirdisch erwiesen auf einzelnen Buschcamps.

Und nach dem lunch hatte nur noch die OTIS-GRUPPE die Aufgabe den Truck zu reinigen, danach war Freizeit angesagt, so ungefähr ab 20.30 Uhr.

Die einen gingen in die Bar, wenns eine gab oder in den Pool, die anderen saßen am Lagerfeuer unter diesem atemberaubenden afrikanischen Nachthimmel.



Ab 22.30 Uhr wurde es still im Camp bzw. stimmt nicht ganz, kollektives Sägen war angesagt, ich werde an dieser Stelle nicht verraten, von wem 😄!

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3. der nomad Truck - OTIS
Als ich den Truck am 17.09.14 um 07.40 Uhr das erste mal gesehen habe,



wurde mir schlagartig klar, das alleine wird schon abenteuerlich ! 23 Menschen mit Gepäck sollen darin verstaut werden ? Als erstes musste ich erstmal meine Seitentaschen vom Rucksack abnehmen, sonst wäre der Rucksack von Lars ( Danke nochmal, Lars !) gar nicht in mein Fach mit der Nummer 13 reingegangen. Mein Schloss war dann auch wieder fast zu gross und nach kurzer Zeit nahm ich nachts nicht den ganzen Rucksack, sondern nur das Wichtigste mit ins Zelt . Also die Fächer für das Gepäck waren im Heck des Trucks unterbebracht, davor die Getränkekühlbox, die immer rappevolll war und für die das Eis in Eigenregie durch die Gruppe besorgt wurde.

Bis heute ist mir unbegreiflich, wieviel Cola, Bier und andere Drinks man so nebenbei konsumieren kann. Mir reichten eigentlich die 2 - 3 Liter Wasser am Tag völlig.

Unter den Sitzen im Otis waren dann auf der einen Seite die Zelte etc. verstaut und auf der anderen das Küchenequipment, was ruckzuck aufgebaut war.
Dann noch ein Fach für die Campingstühle und eins für die Matratzen, alles so eng kalkuliert, dass das Ein- und Auspacken jedesmal eine echte Herausforderung war ( Aaron war der Meister im Matten einraeumen ! ).

Im Truck gab es keine feste Sitzordnung, wir rotierten täglich im Uhrzeigersinn und jeder kam so mal in den Genuss der besten Plätze .



Eine Klimaanlage gab es nicht, dafür konnten die Fenster komplett versenkt werden. Die Federung des Trucks war gewöhnungsbedürftig, aber okay, afrikanische Straßen sind eben zum Teil ziemlich marode, wir hatten viele bumpy rides oft kilometerweit geradeaus, immer mit der Möglichkeit, dass diverse große Tiere die Fahrbahn kreuzten. Bei jedem Stop mussten die Fenster sorgfältig geschlossen werden, der Knaller waren aber 2 Steckdosenleisten, die über Nacht das Laden von Handys und Akkus ermöglichten, auch wenn funktionierende Netze in Afrika außerhalb der Städte sehr selten sind.

Dass der Otis nach kurzer Zeit ganz schön müffelte, ist ja klar, fiel uns aber gottseidank erst am letzten Abend auf, als wir geduscht noch eine letzte Fahrt im leegeräumten Otis hatten :-( ansonsten war dieser Wagen sehr zuverlässig und es gab nicht eine Panne über 5000 km auf schwierigen Pisten).

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2. die NOMAD - GUIDES - cassidy alias Mama und Captain
Ohne diese beiden wäre gar nichts gegangenen in Afrika.

Cassidy

Cassidy - einmal weggenickt während der über 5000 km !!! 😎

mit seiner ruhigen, fast schon intellektuellen Art und

Captain



mit seinem Humor und dem eher praktischen Zugang zum Leben. Sie haben sich super ergänzt und waren ein eingespieltes Team.

Cassidy zuständig für das Kochen, das Einkaufen, die zahllosen briefings und die Kommentare übers Mikrofon während der langen Fahrten durch Afrika. Cassidy wurde von vielen auch "Mama" genannt, er war immer Ansprechpartner von very early in the morning bis late in the night !!! Gerne schlief er nachts auf dem Truck unter freiem Himmel und bekam so alles mit, was im Camp so abging: dass Brad nicht schlafen konnte, Joos immer als erster nach Kaffee verlangte und hHanna diesen fuerchterlichen husten nicht los wurde.

Der captain dagegen machte Scherze, lachte viel und strahlte viel Waerme aus.

Als team waren beide unschlagbar und nur einmal während der ganzen Fahrt sah ich sie kurz im Streit. Sie wurden für die Tour komplett bezahlt, nicht für die tatsächlich abgeleisteten Stunden, wie auch, das waren sicher 17 stunden pro tag !!!

Beide sind verheiratet und haben Kinder, was anderes ist in Afrika auch gar nicht vorstellbar !

Cassidy und Captain natürlich sowieso saßen immer vorne im Truck , nur ganz zum Schluss kam Cassidy mal zu uns nach hinten, ein Zeichen, dass guides und teamer eine Einheit waren.

Was Cassidy nicht mochte war ,wenn man nicht mit ihm kommunizierte , da hatte er kein Verständnis und war kurz fast beleidigt.

"What is going to happen", einer seiner Sprüche, er wollte uns immer informiert wissen, vom Captain hörte sich das dann so an: Happy, Happy, Happy !!!

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Samstag, 11. Oktober 2014
1. Afrika - die Nomad - Gruppe
Vorab ein paar einführende Worte zum besseren Verständnis meines Blogs. Ich schreibe das ganze unter anderem auf einem Samsung tablet SM - T 320 unter erschwerten Bedingungen, kleine Tastatur und Internetzugang nur sporadisch.

Und dann noch dieses fürchterliche Rechtschreibprogramm, das immer alles besser weiß . Na ja, heute gibt es keine Ausreden mehr, ich habe Zeit, liege am Pool in Singapur und die internetverbindung steht stabil.also los.

Als ich mich im Frühling zu der Afrikatour angemeldet habe, konnte ich nicht ahnen, was da auf mich zukommt. Okay, Camping mit 23 anderen Freaks aus der ganzen Welt, 20 Tage lang overland, 5217 km von Kapstadt bis zu den Viktoriafaellen, das klang nach Abenteuer und das wollte ich ja auch, raus aus der comfort zone und weg von der Routine des deutschen Schulalltags. Ich sollte ein Abenteuer bekommen, eine echte Herausforderung und diese Leute waren dabei:

Monika aus der Schweiz - meine delta queen, still on the road in africa



wiebke aus duesseldorf - zur zeit immer noch in Südafrika bei der Arbeit mit behinderten Menschen

little americano Brad



und seine sympathische Frau Beth aus Arizona

flying dutchman Joos ( best trucker ever ) und Lia aus Holland

Double H - Helena und hanna - 20/21 Erzieherinnen aus Ahaus/Münster

Ilia und Aron aus Holland

Marnix und Denise aus Holland/Deutschland, sehr, sehr nett die Beiden, werde ich definitiv in Hamburg mal besuchen !

Klaas und Mirjam aus Holland, ist sie vielleicht doch schwanger?



Yvonne (70 !!! ) und Ingrid - Zwillinge aus Holland, teilweise accomodated

magriet und mica, aus Holland und immer am Handy ( soweit möglich ! ), danke fuer eure Handytipps

Nuria und Alexis, eine spanische Polizistin mit Mann, so gut drauf

Kiwi Pete , bis Februar in Afrika

Nora und Hayden aus Australien

Evelyn und Andreas aus der Schweiz/Deutschland

Monika und Ralf aus Frankfurt

Sterre aus Holland und

mich, the bloody German teacher.



Wer aufmerksam mitgezählt hat, wird feststellen, dass sind doch mehr als in unseren Truck OTIS überhaupt reingehen.

Stimmt, aber auch wieder nicht, denn in Windhoek gab es einen Teilnehmerwechsel, darüber später mehr.



Wie diese Gruppe zusammengehalten hat, das war schon echt beeindruckend und habe ich vorher noch nie so intensiv erlebt.



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Montag, 22. September 2014
Sabbatical - einmal um die ganze Welt !



22.09.14 - 22.55 in swakopmund, Namibia - im Officebereich einer logdge bastele ich mir eine Blogadresse - ullilanger.blogger.de , der Anfang ist gemacht, Afrika ist ein Traum - schaut euch den Buschmann an und postet, was ihr seht. Ich werde immer schreiben, wenn es geht, aber hier ist vieles anders, oder Alles ???
Buschmann

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